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Stralsund Pädagogium-Zukunft ungewiss: Käufer hat noch nicht gezahlt
Vorpommern Stralsund Pädagogium-Zukunft ungewiss: Käufer hat noch nicht gezahlt
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00:05 07.04.2016

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten — vor mittlerweile vier Monaten ist das Pädagogium Putbus in Rostock versteigert worden — aber in der Putbuser Stadtkasse ist immer noch kein Anteil an dem Erlös angekommen. „Das Zahlungsziel ist überschritten“, bestätigt Beatrix Wilke.

Doch noch habe sie und auch die Stadtvertreter Hoffnung. „Wir stehen in Telefonkontakt mit dem Bieter“, sagt die Bürgermeisterin und ergänzt: „Er hat uns versichert, weiterhin Interesse an dem Objekt zu haben.“

Daher bekomme der Käufer jetzt eine Nachfrist, innerhalb derer die Zahlung zu leisten ist. Sie gehe davon aus, dass sie bis zur nächsten Stadtvertretersitzung am 23. Mai wisse, ob der Verkauf zustande gekommen ist oder nicht.“ Im schlimmsten Fall müsste das Geschäft Rückabgewickelt werden.

Der 1833 im Auftrag des Fürsten errichtete Bau war am 6. Dezember in Rostock für 1,79 Millionen Euro und schließlich für 2,3 Millionen Euro versteigert worden. Von diesem Geld wollen mehrere Körperschaften etwas haben. Die Stadt Putbus wollte mindestens 500 000 Euro einstreichen. Dann habe sie ihre Bürgschaften wieder raus. Der Rest der Summe ginge an die anderen Gläubiger — Sparkasse, Land und Bund. Zur Erinnerung. Etwa zehn Millionen Euro sind seinerzeit in das als IT-College genutzte Pädagogium investiert. Nach zehn Jahren Betrieb schlitterte die höhere Berufsfachschule 2012 in die Insolvenz. Im März 2014 war der Sanierungsplan gescheitert, der Schulbetrieb wurde aufgegeben.

Nach der erfolgreichen Versteigerung gab man sich von seiten des Auktionshauses, der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG, optimistisch.

„Bei dem Erwerber handelt es sich um einen Kaufmann, mit dem wir schon mehrmals gut zusammengearbeitet haben. Er gilt als absolut seriös und solvent“, sagte seinerzeit Kay Rocholl.

Und der Auktionator zeigte sich sicher, dass der Käufer das brachliegende Gelände wieder mit Leben füllen werde. Zum aktuellen Stand der Angelegenheit möchte man sich aber nicht äußern. Zu den Dienstleistungen des Auktionshauses gehöre die Versteigerung von Immobilien, allerdings sei man auch bei der Abwicklung der Kaufgeschäfte behilflich, wenn Interesse besteht, sagte Thomas Knopp von der Norddeutschen Grundstücksauktion AG.

Derweil prangen am Pädagogium zwei Banner: „Zu vermieten“. Wer die Mobilnummer wählt, erreicht Johannes Kirchner, Jahrgang 1981, und seit September 2015 Geschäftsführer der Mondopia GmbH mit Sitz in der Berliner Nordkapstraße 6, die das Pädagogium ersteigerte.

Bis zur ersten Februarwoche habe er Zeit gehabt, den Erlös von gut zwei Millionen Euro zu überweisen, doch Kirchner brauche noch Zeit. „Ich habe in der Regel kein Konzept“, wenn er eine Immobilie entwickeln wolle. „Für solch ein schwieriges Gebäude braucht man ein halbes Jahr.“

Zudem würden mögliche Bankpartner „ungewohnt hohe Anforderungen stellen“. Sie würden exakte Umbau-Pläne und langfristige Verträge für Mieter mit bester Bonität erwarten. „Erst dann geben sie Geld“, klagt Kirchner. Obwohl er „bereits Mietverträge für ein Drittel der Flächen“ habe, würden die Banken abwinken, weil potenzielle Einnahmen die Betriebskosten für den Leerstand noch immer nicht übersteigen würden. Die Stadt Putbus hatte die mal mit jährlich 84000 Euro angegeben. Im Gebäude steht eine Bruttogeschossfläche von mehr als 9000 Quadratmetern zur Verfügung Er könne auf Erfahrungen mit der Entwicklung von Immobilien verweisen, sagt Kirchner.

So habe er in Bochum eine Logistikhalle mit 3600 Quadratmetern vermietet, in Luckenwalde und dem Prenzlauer Berg in Berlin Mehrfamilienhäuser und Gewerbeeinheiten entwickelt.

Geschäftszweck der Mondopia ist die „Verwaltung eigenen Vermögens auf eigene Rechnung und nicht für Dritte“ und sie gehört ihrerseits der Leonora Immobilien GmbH & Co. KG mit Sitz in Bamberg.

Persönlicher haftender Gesellschafter der Leonora ist nun wieder die Andex GmbH mit Sitz in der Nordkapstraße von Berlin-Charlottenburg und deren Zweck soll wiederum die „Übernahme der Geschäftsführung und der persönlichen Haftung in Kommanditgesellschaften“ sein.

Von Anne Ziebarth und Chris-Marco Herold

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