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Stralsund Pakistanischer Köchin in Topf und Pfanne geschaut
Vorpommern Stralsund Pakistanischer Köchin in Topf und Pfanne geschaut
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03:47 23.04.2013
Barbara Engels (l.) und Uzma Sheikh sind mit viel Spa� bei der Sache. Im Kochkurs der Volkshochschule bereiten sie gemeinsam ein leckeres Fr�chte-Curry zu. Quelle: Nicole Müller

Die Senfkörner werden erhitzt und plötzlich springen die kleinen Kügelchen aus dem Topf und fliegen in der Küche umher. Vor Beginn des Volkshochschulkurses erzählen sich die Teilnehmer gern, was beim orientalischen Kochen so alles schief gehen kann.

Kursleiterin Uzma Sheikh erklärt die Bedeutung der Gewürze in der pakistanischen Küche. Zuhause habe sie deswegen drei Gewürzschränke, meint sie lächelnd. Das Geheimnis sei es, die Kräuter anzurösten, dadurch werde der Geschmack intensiver.

Nachdem Tom Wachholz mit tränenden Augen die Zwiebeln geschnitten hat, brät er diese daher mit Kreuzkümmel in einem Topf an. Der 17-Jährige ist zum ersten Mal im Kochkurs dabei. „Sonst habe ich die pakistanischen Gerichte immer nur zuhause gegessen. Heute bin ich hier, weil mein Vater Schichtdienst hat und nicht mitkommen konnte.“ Einfaches wie Nudeln und so habe er aber auch schon gekocht.

Seine Mutter macht den Kochkurs schon zum zweiten Mal mit. „Es gibt immer wieder neue Rezepte. Und wenn man ein Gefühl für die Gewürze entwickelt hat, kann man vieles mit nur zwei Töpfen kochen“, sagt sie.

In der Lehrküche stehen dann aber doch ein paar mehr Töpfe. Es soll ein Safran-Joghurt-Huhn mit Früchte-Curry geben. Barbara Engels (65) meint: „Wenn man zusammen kocht, merkt man den Aufwand weniger.“ Die ehemalige Hauswirtschaftsleiterin aus Hamburg hat einst viele Jahre lang Rezepte für eine Frauenzeitschrift erstellt. Nachdem sie bereits verschiedene Länder in Lateinamerika bereist hat, profitieren die anderen Kursteilnehmer nun beim Curry von ihren Kenntnissen über verschiedene Bananensorten.

Als Uzma Sheikh einen kleinen Backofen anwirft, beginnen die Frauen den Teigfladen für das Brot „Nan“ zu formen. Nan werde zu allen Speisen gereicht und fast wie eine Art Löffel benutzt. Zu Festtagen gebe es ein besonderes Nan, weiß Martina Wachholz (42). Das esse sie inzwischen auch am liebsten.

Zu kosten gibt es allerlei Unbekanntes, zum Beispiel Sojabällchen (Njutri) in Jogurtsoße. Von kleinen Teigkugeln (Gulbjamun) tropft Zuckersirup mit Kardamom.

Nachdem Uzma Sheikh ihre Heimat verlassen hatte, habe sie ihre Rezepte teilweise verändern müssen. „In Pakistan gibt es anderes Gemüse, das bekommt man hier nicht. Außerdem lieben meine Kinder die deutsche Küche.“ Auch dafür ist so ein Kurs gut: Von den Teilnehmerinnen habe sie in diesem Punkt einiges lernen können.

Ihre Kochtradition gibt die 50-Jährige bereits seit über zehn Jahren an Interessierte weiter. „Eigentlich kam ich ursprünglich wegen eines Deutschkurses an die Volkshochschule.“ Sie sei keine gelernte Köchin, sondern eine ehemalige Hausfrau, die ab dem zwölften Lebensjahr mit ihrer Mutter für ihre Geschwister gekocht hat. 1990 sei sie mit ihrer Familie nach Stralsund gekommen.

„Ich bin glücklich, dass ich hier so herzlich aufgenommen wurde“, stellt die gebürtige Pakistanerin fest. Außerdem freue sie sich, dass sie arbeiten kann. Das sei für viele Frauen in ihrer Heimat gar nicht möglich.

Nicole Müller

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