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Stralsund Parteien gewinnen kaum Mitglieder
Vorpommern Stralsund Parteien gewinnen kaum Mitglieder
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00:05 11.02.2017

Obwohl das Interesse der Menschen an Politik generell deutlich gestiegen ist, hat es fast keine Partei im Landkreis Vorpommern-Rügen geschafft, eine größere Menge an neuen Mitgliedern zu gewinnen.

Lediglich die Alternative für Deutschland (AfD) scheint eine Ausnahme zu sein. Der hiesige Kreisverband hat sich seit der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2013 deutlich vergrößert, von 33 auf 97 Mitglieder. Angesichts ihrer guten Umfrageergebnisse und der Erfolge bei verschiedenen landesweiten Wahlen in den vergangenen Jahren steht die Partei jedoch vor einem Dilemma.

„Auf dem Weg zur Volkspartei möchten wir möglichst viele Menschen mobilisieren“, sagt Bernhard Wildt, der sowohl im Kreis- als auch im Landesvorstand seiner Partei sitzt. Wildt glaubt, dass die AfD bei der nächsten Kommunalwahl 2019 viele weitere Mandate in den Kreistagen und Gemeindevertretungen hinzugewinnen wird. Dazu reicht das bisher vorhandene Personal aber offenbar längst nicht aus. Im Verhältnis wächst die Partei langsamer als die Anzahl der Mandate, die sie erringt. „Besonders wichtig sind Mitglieder, die auch bereit und in der Lage sind, ein Mandat auszuüben – zum Beispiel bei den Kommunalwahlen 2019“, sagt Wildt. Um den Rückstand an Erfahrung gegenüber den anderen Parteien aufzuholen, müssten die eigenen Leute schon jetzt auf noch ferne Wahlen vorbereitet werden. Wildt:

„Die meisten unserer Mitglieder waren noch nie in einer Partei und hatten an der Mitgliedschaft in anderen Parteien auch kein Interesse.“

Selbst der kommunal tief verwurzelten CDU mit dem stärksten Kreisverband aller Parteien in der Region ist die AfD bei der vergangenen Landtagswahl in MV gefährlich nahe gekommen. Die Christdemokraten haben zwar bei der Landtagswahl in Vorpommern-Rügen fünf von sechs Direktmandaten geholt. In vier dieser Wahlkreise ist die AfD aber dicht an die Union herangerückt – in Stralsund betrug der Unterschied nur 56 Stimmen.

Im Gegensatz zur AfD ist es der CDU zudem nicht gelungen, die eigene Mannschaft auszubauen. Sie stagniert seit 2013 bei rund 1050 Mitgliedern. Laut Kreisgeschäftsführer Dirk Ewert hat die CDU aber weiterhin den Anspruch, die Breite der Gesellschaft in Vorpommern-Rügen abzubilden.

Großer Verlierer in der Region sind die Linken, die als einzige Partei deutlich Mitglieder verloren haben. 424 Menschen haben zu Hause ein Parteibuch – vor vier Jahren waren es noch 119 mehr. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei der demografische Wandel sein, weshalb sich insbesondere der Stadtverband Stralsund noch mehr auf die Gewinnung junger Menschen konzentrieren will. „Die Jugendgruppe ,solid’ erlebt seit über einem Jahr dank der Arbeit vieler Akteure vor Ort einen personellen Aufschwung, der sich auch in der Qualität der politischen Arbeit widerspiegelt“, sagt Geschäftsführer Matthias Schmeißer.

Die SPD, die auf Landesebene in MV traditionell gute Ergebnisse holt, spielt in Vorpommern-Rügen nur eine untergeordnete Rolle. Dort sind derzeit 310 Leute organisiert – zehn weniger als noch vor vier Jahren. „Veränderungen passieren sehr selten aus politischen Gründen, sondern eher wegen Umzugs oder Todesfällen“, sagt der Kreisvorsitzende Thomas Würdisch.

Für die Grünen gibt es nach der dicken Schlappe bei der vergangenen Landtagswahl wieder einen Funken Hoffnung auf bessere Zeiten. Der Kreisverband hat jetzt erstmals die Marke von 100 Mitgliedern überschritten. Vorpommern-Rügen ist damit nach Rostock hinsichtlich der Mitgliederstärke der zweitstärkste Kreisverband der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. „Nach der Landtagswahl haben sich insbesondere junge Menschen dazu entschieden, die Arbeit der Bündnisgrünen zu unterstützen“, sagt Kreisverbandsvorsitzender Rolf Martens. Nachdem die Partei aus dem Landesparlament geflogen ist, sind 21 Leute dem Verband beigetreten, so dass es jetzt 103 Mitglieder sind.

So viel kostet die Mitgliedschaft in einer Partei

Mitgliedsbeiträge sind neben Spenden eine der wichtigsten Einnahmequellen der Kreisverbände. Damit werden zum Beispiel Projekte und Veranstaltungen bezahlt.

Bei der CDU kann jedes Parteimitglied die Höhe des Beitrags selbst bestimmen. Sie wird durch Selbsteinschätzung auf Vertrauensbasis ermittelt. Die CDU gibt lediglich eine Empfehlung, beispielsweise 15 Euro bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von mindestens 2500 Euro.

Bei den Linken ist die Abgabe gekoppelt an das persönliche Einkommen. Sie beginnt bei drei Euro pro Monat und steigert sich gestaffelt. Ab Einkünften oberhalb von 2500 Euro zahlt ein Mitglied vier Prozent seines Nettoeinkommens.

Ähnlich ist es bei der SPD. Der Monatsbeitrag bewegt sich je nach Verdienst zwischen 2,50 und 1000 Euro.

Bei den Grünen beläuft sich der Mitgliedsbeitrag auf ein Prozent des Nettoeinkommens.

AfD-Mitglieder zahlen meist zehn Euro pro Monat. Manche zahlen auch bedeutend mehr.

In der FDP Rügen gilt seit diesem Jahr ein Mindestmitgliedsbeitrag in Höhe von zehn Euro pro Monat.

Alexander Müller

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