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Parteien lehnen Bündnis gegen AfD ab

Stralsund/Greifswald Parteien lehnen Bündnis gegen AfD ab

Alle Erststimmen bei der Bundestagswahl für die Kanzlerin, um eine Direktwahl des AfD-Chefs Leif-Erik Holm zu verhindern? Nein, heißt es dazu geschlossen aus allen politischen Lagern.

Stralsund/Greifswald. Keine Absprachen im Wahlkreis der Kanzlerin: Nach der Ankündigung des AfD-Spitzenmannes Leif-Erik Holm, Angela Merkel (CDU) in ihrem Wahlkreis bei der nächsten Bundestagswahl Konkurrenz machen zu wollen, lehnen die übrigen Parteien ein Wahlbündnis gegen die AfD geschlossen ab. „Ich wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, solche Parolen herauszugeben“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen. Eine Wahlempfehlung pro Merkel sei abwegig.

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Alle Erststimmen bei der Bundestagswahl für die Kanzlerin, um eine Direktwahl des AfD-Chefs Leif-Erik Holm zu verhindern? Nein, heißt es dazu geschlossen aus allen politischen Lagern.

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AfD-Ergebnisse

3 der elf Wahl- kreise in Vorpommern-Rügen

und Vorpommern-Greifswald hat

die AfD bei der Landtagswahl gewonnen.

In sechs weiteren kam sie auf Platz zwei.

Ähnlich äußerte sich die Kandidatin der Linken, Rügens Ex-Landrätin Kerstin Kassner, die seit einer Legislaturperiode im Bundestag sitzt: „Ein Nachdenken über eine gemeinsame Strategie ist nicht verboten, aber auch ich werde für mich Wahlkampf machen.“

Hintergrund der Debatte sind interne Diskussionen in mehreren Parteien, einen möglichen Sieg des AfD-Landeschefs Leif-Erik Holm strategisch fast ausschließen zu können, wenn alle übrigen Kandidaten und Parteien dafür werben, mit der Erststimme Merkel zu wählen. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren kam Merkel auf 56,2 Prozent der Erststimmen und gewann das Direktmandat. Seit 1990 vertritt die Kanzlerin den Wahlkreis, zu dem neben dem Landkreis Vorpommern-Rügen auch Greifswald und das Amt Landhagen zählen, als direkt gewählte Abgeordnete im Bundestag. Sonja Steffen und Kerstin Kassner zogen über die Landesliste ihrer jeweiligen Partei in das Parlament ein.

Leif-Erik Holm hatte sich vor wenigen Wochen mit großer medialer Begleitung von der AfD als Direktkandidat für die Region aufstellen lassen, um die offene Auseinandersetzung mit Merkel zu suchen, deren Politik er scharf kritisiert. Mit einer möglichen Anti-AfD-Taktik geht er entspannt um. „Wir sehen gute Chancen für uns. Schon bei der Landtagswahl haben wir einige Direktmandate in der Region nur knapp verpasst“, sagte Holm. Der anstehende Wahlkampf sei zwar ein Kampf wie David gegen Goliath, dennoch gebe es „einen ungeheuren Popularitätsverlust der Kanzlerin“.

Merkel selbst bezeichnete ihre guten Wahlergebnisse auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG als einen „großen Vertrauensbeweis, für den ich sehr dankbar bin“. Zugleich forderte die Regierungschefin die Menschen in Vorpommern zu mehr Direktheit ihr gegenüber in persönlichen Gesprächen bei Terminen in ihrem Wahlkreis auf. „Die Sorgen nehme ich ernst und die ehrlichen unverblümten Gespräche vor Ort sind für mich Gradmesser und Orientierung meiner politischen Arbeit in Berlin“, betonte sie. Insbesondere die Menschen im ländlichen Raum dürften von ihr „zu Recht Antworten unter anderem auf die Fragen des demografischen Wandels“ erwarten.

Die SPD-Abgeordnete Steffen wäre überrascht, wenn die CDU von selbst eine parteiübergreifende Strategiedebatte zur Verteidigung des Merkel-Wahlkreises gegen die AfD anstoßen würde. „Die Kanzlerin wäre tief gesunken, wenn sie hier auf die Stimmen von SPD und Linken angewiesen ist.“ Kassner hebt dennoch hervor, dass der Wahlkreis „ein besonderer“ sei und deshalb in den Gremien der Linken zu einem späteren Zeitpunkt noch mal über eine mögliche Strategie gesprochen werde, der AfD das Leben schwer zu machen.

Die Landeschefin der Grünen, Claudia Müller, will ebenfalls keinen „Anti-Wahlkampf“ in Vorpommern machen. Stattdessen gehe es darum, eigene Postionen zu besetzen. Müller sieht AfD-Mann Holm auch nicht als Merkels größten Konkurrenten. „Mit Frau Steffen und Frau Kassner gibt es zwei weitere starke Kandidatinnen. Das wird ein Frauenwahlkampf.“

Benjamin Fischer und Alexander Müller

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