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Stralsund Party für den Pylon
Vorpommern Stralsund Party für den Pylon
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00:00 07.10.2017
Am Eröffnungstag, dem 20. Oktober 2007, nutzen Hunderttausende die Chance, auf der Rügenbrücke zu flanieren. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Die Rügenbrücke hat Geburtstag. Seit am 20. Oktober vor zehn Jahren Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Deutschlands schönste Schrägseilbrücke offiziell in Betrieb nahm, verbindet sie das Festland mit der größten Insel der Republik. Zum 10. Jahrestag haben die Hansestadt, der Kreis Vorpommern-Rügen und die Freunde der Rügenbrücke ein buntes Programm vorbereitet. Dessen Höhepunkt wird der Rügenbrücken-Marathon sein. Für Landrat Ralf Drescher (CDU) ist die Brücke nicht nur ein Symbol, das Stralsund und Rügen verbindet, sondern das vor allem die Menschen zusammenbringt.

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10 Jahre Rügenbrücke: Das Bauwerk hat die Verkehrssituation in Stralsund deutlich entspannt

Nach Einschätzung des Verkehrsministeriums trägt die Brücke als Anbindung an die A 20 zu einer wesentlichen Entlastung der Straßen vor allem in Stralsund bei. Die Öffnung der Klappbrücke am Ziegelgraben hatte in der Urlaubszeit zu langen Rückstaus in der Hansestadt geführt. Täglich fahren etwa 15000 Fahrzeuge über das Bauwerk mit dem markanten Pylon. In den Sommermonaten sind es bis zu 25 000. Die Rügenbrücke mit ihrer dritten Fahrspur könne die Verkehrsschwankungen zwischen Sommer und Winter sehr gut auffangen, sagte der Leiter des Stralsunder Straßenbauamtes, Ralf Sendrowski.

Die Brücke wurde in den Reden anlässlich ihrer Eröffnung 2007 als ingenieurtechnische Meisterleistung gefeiert. Die etwa 4,1 Kilometer lange Verbindung über den Strelasund kostete rund 125 Millionen Euro.

Die Umweltverbände sehen den Bau deutlich kritischer: Die Rügenbrücke sei der Beginn der verkehrspolitischen Fehlentscheidungen auf der Insel gewesen, sagte die Landesvorsitzende des BUND, Corinna Cwielag. Mit der Brücke und der nachfolgenden B 96n seien großflächig Ackerflächen und Biotope zerstört und Bäume gefällt worden. Die Verkehrsprobleme blieben ungelöst, Staus verlagerten sich auf die Insel. Neuester Kritikpunkt ist die B 96 nördlich von Bergen. „Um die Straße für den Schwerlastverkehr zu verbreitern und die Geschwindigkeit von Tempo 80 auf 100 zu erhöhen, mussten dort 108 Bäume fallen.“ Die Zeitersparnis betrage gerade mal 25 Sekunden.

In den Bau der Brücke gingen damals eine Vielzahl technologischer Neuerungen ein: Bundesweit erstmalig wurden für die zum Mittelpfeiler führenden Seilpaare Litzenbündel verwendet. Die besonderen Windschutzwände hätten ihren Zweck erfüllt. Im Gegensatz zu anderen Küstenbrücken sei die Rügenbrücke bei starkem Wind bisher kaum für Lastwagen gesperrt gewesen, sagte der damalige Bauoberleiter Ulrich Gawlas.

In Stralsund sind zum Jubiläum mehrere Veranstaltungen geplant. Am 14. Oktober überqueren die Radler der 23. „Tour d`Allée“ und die Läufer des Rügenbrücken-Marathons die Brücke. An dem Programm beteiligen sich auch die Freunde der Rügenbrücke – ein Zusammenschluss damaliger Planer und Ingenieure. Ihr Beitrag zum Brückengeburtstag dehnt die Jubiläumsfeierlichkeiten bis in den November aus, wie Karl Kleinhanß berichtete. Er war seinerzeit Beauftragter bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) für den Brückenschlag.

So startet am 20. Oktober die Fotoausstellung „Menschen – Pläne – Konstruktionen“ von René Legrand im Foyer des Rathauses. Am 27. Oktober schließt sich der Vortrag „Wir schaffen das – Impressionen aus der Bauzeit“ im Löwenschen Saal des Rathauses an. An gleicher Stelle folgt am 8. November der Vortrag „Von Vision zu Funktion – Impulse in die Zukunft“, bevor am 11. November ein festliches Kolloquium im Rathaus das Festprogramm beschließt.

„Schweißperlen bei der Eröffnung“ – Stimmen zur Brücke

„Ich hatte Schweißperlen auf der Stirn, als zur Eröffnung plötzlich bis zu 300000 Menschen die Brücke zu Fuß eroberten. Bis heute hat die Rügenbrücke keine größere Last aushalten müssen.“

Karl Kleinhanß, Beauftragter der Deges für den Brückenbau

„Die Rügenbrücke ist seit ihrer Eröffnung ein weiteres Wahrzeichen für unsere Hansestadt und die Region.“

Alexander Badrow (CDU), Stralsunder Oberbürgermeister

„Schon der Bau der Rügenbrücke war für uns FH-Studenten Quelle der Inspiration für neue Ideen, wie etwa den Rügenbrückenmarathon.“

Gesine Häfner gewann 2006 mit dem Marathon-Konzept den

Hochschul-Ideenwettbewerb „Der DAK-Walking-Day gehört seit dem ersten Brückenlauf dazu. Er ist für uns die größte Sportveranstaltung Norddeutschlands.“

Olaf Reiher, Leiter der

DAK in Stralsund.

Sturmfest

Ein Modell der Rügenbrücke wurde vor dem Bau im Windkanal getestet.

Weltweit einmalig steht die Brücke auf tropfenförmigen Pfeilern.

Windabweiser aus Glas sorgen zudem für die Sicherheit der Fahrzeuge auf der Brücke, ebenso wie für die der Sportler beim Brückenlauf.

Die Glasplatten mussten noch niemals geputzt werden und sind dennoch sauber. Dafür sorgt eine Beschichtung mit Lotuseffekt.

Nur einmal, am 9. November 2007, wurde die Rügenbrücke wegen Sturms für Lkw gesperrt. Es blieb bis heute die Ausnahme.

Jörg Mattern und Martina Rathke

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