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Stralsund Pferdestall brannte völlig aus
Vorpommern Stralsund Pferdestall brannte völlig aus
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12:34 24.03.2014

Noch vor drei Wochen tummelten sich polnische und deutsche Jugendliche auf dem Gelände, bauten auf der Koppel ihre Zelte auf, grillten und sangen in gemütlicher Runde, nutzten den Pferdestall der ÖBIK als Essen- und Freizeitraum. So wie in jedem der letzten drei Sommer bei den Jugendbegegnungen. Und sie wollten wiederkommen.

Daraus wird nun leider nichts mehr, denn am Sonntagabend gegen 22 Uhr stand der Stall in Flammen, brannte völlig aus. Nur die Grundmauern stehen noch. Über 50 Kameraden der Feuerwehren aus Negast, Steinhagen, Franzburg, Richtenberg, Elmenhorst, Abtshagen und Wittenhagen kämpften mit ihren 13 Löschfahrzeugen die ganze Nacht mit dem Flammenmeer. Erst gestern Mittag wurde die Brandwache abgezogen, und dann rückten die Ermittler an. Sie wollten vor Ort jedoch keine Auskünfte geben. Eines scheint jedenfalls klar: Feuerwehr und Polizei gehen von Brandstiftung aus. Der Schaden wird auf eine halbe Million Mark geschätzt.

Die Ökologische Beschäftigungsinitiative ist nicht zum ersten Mal vom Feuerteufel heimgesucht worden. Vor zwei Jahren brannte der Kuhstall samt Tieren nieder, im Sommer 2000 fiel die gerade aufgebaute Pension den Flammen zum Opfer. Diesmal wurde der 1993/94 errichtete und seitdem immer Schritt für Schritt umgestaltete Pferdestall zur Ruine.

„Die ganze Arbeit war umsonst. Angesichts der Brandserie fragt man sich, ob es sich überhaupt noch lohnt, hier etwas aufzubauen“, kann Ingo Leppert seinen Frust nicht verbergen. Der ÖBIK-Geschäftsführer stand gestern ebenso wie seine Kollegen fassungslos vor der Brandstelle. Doch schnell holte ihn die nüchterne Realität ein. Der Strom musste abgeklemmt werden, und auch die Wasserleitung hatte etwas abbekommen. Mit dem Feuer sind auch Zelte der DLRG und Feldbetten des THW zerstört worden diese Stellen müssen ebenfalls informiert werden. Und dann hatten sich auch noch die Versicherungsexperten angesagt.

Was aus dem niedergebrannten Gebäude werden soll, ist noch ungewiss. Das wird der Verein erst entscheiden, wenn die Ermittler abgerückt sind.

Doch die Hoffnung, dass der Brandstifter schnell gefunden wird, haben die Krummenhäger schon fast aufgegeben. Die eine Gruppe geht von jemandem aus, der genaue Ortskenntnisse hat, die andere Front sieht Zusammenhänge zu den Bränden in Steinhagen, Abtshagen, Zarrendorf usw. „Da treibt einer seit zwei Jahren sein Unwesen“, kann auch Uwe Schlupp das Ganze nicht begreifen. Als Eigentümer des Nachbargrundstückes hatte er vor zwei Jahren das Feuer im Kuhstall live mitbekommen. „Das war auch an einem Sonntagabend. Und wenn der Wind damals anders gestanden hätte, wären wir im Schlaf von den Flammen erwischt worden“, will sich der 49-jährige Werftarbeiter Schlimmeres lieber nicht ausmalen. Doch bei ihm wie übrigens bei vielen Dorfbewohnern, die zwischen 22 und 23 Uhr am Sonntag Zeuge des Brandes wurden wächst die Angst. „Beim nächsten Mal ist es vielleicht kein unbewohntes Haus mehr...“

Gedanken, eine eigene Wache zu organisieren, machen die Runde. Denn Ergebnisse der Ermittlungsbehörden gab es in den Brandfällen bisher noch nicht. „Ich weiß, dass es nicht einfach ist, in einem von Feuer und Wasser völlig verwüsteten Haus Spuren zu finden, aber der oder die Täter können doch nicht immer so weitermachen“, findet Ingo Leppert.

Übrigens wird in den nächsten Wochen das im letzten Jahr abgefackelte Pensionshaus der ÖBIK das mit dem Pferdstall sozusagen eine touristische Einheit bilden sollte wieder fertig. „Es fehlen nur noch die Möbel. Aber man kann sich gar nicht darüber freuen. Der Schreck der Brände sitzt einem im Nacken“, erklärt Ingo Leppert beim Rundgang durch Krummenhagen.



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