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Pieks hilft auch gegen Schweinegrippe

Stralsund Pieks hilft auch gegen Schweinegrippe

In Österreich beginnt die Hochsaison, in Vorpommern ist Flaute — es geht um die Schutzimpfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis und nicht etwa ums Skifahren oder Segeln.

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Dr. Susanne Reuther, Fachgebietsleiterin für Hygiene und Infektionsschutz, und Jörg Heusler, Fachdienstleiter Gesundheit in der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen, vor einer Impfkarte.

Quelle: Almut Jaekel

Stralsund. In Österreich beginnt die Hochsaison, in Vorpommern ist Flaute — es geht um die Schutzimpfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis und nicht etwa ums Skifahren oder Segeln. Dafür fehlen der einen Region schließlich die Berge, der anderen das Meer. Aber zahlreiche Winterurlauber könnten besorgt nach Hause gereist sein, weil in Tirol oder der Steiermark in den stündlichen Nachrichten aufgerufen wird, sich per Pieks gegen die von Zecken übertragende Krankheit zu schützen.

„Unsere Zecken haben diesen Erreger nicht“, beruhigt Jörg Heusler, Fachdienstleiter Gesundheit in der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen. Nur wer in Gebiete reist, in denen die sogenannten Holzböcke das FSME-Virus in sich tragen, sollte sich schützen. „Das sind vor allem südliche Regionen, ändert sich aber ständig und kann in diesem Jahr auch schon für Thüringen, Teile Polens und auch Regionen in Skandinavien zutreffen“, sagt Heusler. Sich rechtzeitig zu informieren, beispielsweise auf den Internetseiten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) oder direkt im Gesundheitsamt des Kreises sei wichtig.

Wer zu Hause bleibt und hier Kontakt zu Zecken hat, könnte trotzdem erkranken, und zwar an Borreliose — sie wird durch Bakterien übertragen. Heusler: „Die Zecke sollte schnell vollständig entfernt und die Stelle mehrere Tage beobachtet werden. Wenn Ausschlag sichtbar wird, muss man zum Arzt und wird mit einem Antibiotikum behandelt.“

„Generell sind wir mit den Impfraten im Kreis und im Land sehr zufrieden“, spannt Heusler den Bogen weiter. MV sei das Bundesland, das bei den Impfzahlen ganz weit vorn liege. 97 Prozent aller Einschüler waren hier im Schuljahr 2013/14 beispielsweise gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung durch Impfung geschützt. In Vorpommern-Rügen waren es sogar 98 Prozent. „Das liegt zum einen an der Tradition, die das Impfen im Osten Deutschlands hat“, weiß Jörg Heusler. Selbst neue Impfungen wie gegen Hepatitis B, eine Infektionskrankheit der Leber, würden hierzulande noch sehr gut angenommen: 97 Prozent aller Einschüler im Landkreis Vorpommern-Rügen waren im Schuljahr 2013/14 dagegen geschützt. Der gute Erfolg sei aber auch auf die gute Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem Gesundheitsamt zurückzuführen. Solch eine umfassende Statistik über das Impfverhalten während der Kindheit und Jugendjahre gebe es sonst nirgendwo. „Wichtig ist, dass wir nicht nachlassen, immer wieder aufklären, wie wichtig Impfen ist, und uns auf die ständigen Veränderungen einstellen“, sagt Heusler. „Der größte Feind der Impfung ist der Erfolg.“ Die Menschen würden die Spätfolgen vieler Krankheiten nicht mehr kennen und deshalb leichtfertiger mit dem Schutz umgehen. Dabei sei es so schön, dass das Impfen heutzutage Krankheiten wie Pocken oder Kinderlähmung niedermachen könne. Das könnte auch bei den Masern so sein, ist sich Heusler sicher. Aber gerade da sei die Durchimpfungsrate deutschlandweit schlecht. Mehr als 1000 Masernfälle hätte es deshalb bundesweit 2015 gegeben. 443 im Jahr 2014, in MV aber nur ein einziger — ein 15-jähriges Mädchen, das aufgrund eines Grundleidens nicht geimpft werden konnte. Heusler: „Die Impfgegner gefährden diese Kinder, profitieren aber von der hohen Impfrate.“

  Im Unterschied zu den Impfraten bei Kindern gibt es für Erwachsene keine Zahlen. „Aber: Wer einmal grundimmunisiert ist, braucht Auffrischungen auch nur regelmäßig gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Und Schutzimpfungen bei Reisen oder die Grippe-Schutzimpfung“, ergänzt Dr. Susanne Reuther, Fachgebietsleiterin für Hygiene und Infektionsschutz. „Derzeit haben wir eindeutig ein höheres Grippe-Niveau im Landkreis als im Vorjahr“, sagt sie. „Ich würde für Vorpommern-Rügen aber jetzt nicht speziell aufrufen, sich unbedingt impfen zu lassen“, sagt Heusler. Der Schutz brauche etwa zehn bis 14 Tage, bis er aufgebaut sei. Schaden könne dieser Schutz aber auch nicht, räumt er gleich darauf ein. Wichtig sei auf jeden Fall, sich nicht zu früh im Herbst impfen zu lassen, denn der Schutz halte nur einige Monate an. Wer in diesem Winter den Pieks für den Grippe-Schutz bekommen hat, ist auch gegen Schweinegrippe geimpft, erklärt der Fachmann. Im Kreis habe es bisher nur einen Fall von Schweinegrippe gegeben, und derjenige habe sich bereits im September impfen lassen...

Impfen im Landkreis Vorpommern-Rügen

Mit einer Impfung soll grundsätzlich vor einer Krankheit geschützt werden. Dabei wird der Körper befähigt, mit Antikörpern auf den Erreger so zu reagieren, dass das Immunsystem die Krankheit abschwächt oder gar nicht zulässt.

Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland nicht.

Mecklenburg-Vorpommern gilt als sehr erfolgreiches Impfland.

Erfasst werden die Impfdaten in Mecklenburg-Vorpommern zu Schutzimpfungen gegen 13 Erkrankungen. Die bekanntesten sind dabei Masern, Röteln, Mumps, Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B oder Kinderlähmung.

Erhoben werden die Daten im gesamten Bundesland im Kindergartenalter, vollständig bei Einschülern, bei Viertklässlern und bei Jugendlichen in der achten Klasse.

97 Prozent der Einschüler waren im Schuljahr 2013/14 beispielsweise im Land gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung durch Impfung geschützt.

98 Prozent der Einschüler waren es sogar im Kreis Vorpommern-Rügen. Die Zahlen bei Mumps, Masern und Röteln lagen bei 96 Prozent.

Auch bei den Viert- und Achtklässlern werden immer noch gleich hohe Durchimpfungsraten registriert. In Vorpommern-Rügen lagen sie teilweise sogar bei 100 Prozent (Diphtherie 8.

Klasse).

Wer einmal grundimmunisiert ist , braucht als Erwachsener lediglich Auffrischungen bei der Immunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

Empfohlen werden jährlich im Herbst Grippe-Schutzimpfungen und außerdem Reiseschutzimpfungen.

Nähere Informationen zum Impfen, zu Reise- und Grippeschutzimpfungen gibt es unter www.lagus.mv-regierung.de oder im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen.

Von Almut Jaekel

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