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Platz für neue Wohnungen auf altem Kaufhallen-Gelände

Stralsund Platz für neue Wohnungen auf altem Kaufhallen-Gelände

Ausgedient hat der ehemalige Kaufhallen-Komplex in der Rudolf-Virchow-/Ecke Kedingshäger Straße bereits seit dem Sommer 2012. Jetzt wird das Gebäude komplett abgerissen.

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Baggerfahrer Karsten Barwisch und seine Kollegen von der Firma DC Demolition aus Lindetal bei Neubrandenburg haben in den nächsten Wochen mit dem Abbruch der alten Kaufhalle noch kräftig zu tun. Anschließend soll die Fläche begrünt werden.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Ausgedient hat der ehemalige Kaufhallen-Komplex in der Rudolf-Virchow-/Ecke Kedingshäger Straße bereits seit dem Sommer 2012. Jetzt wird das Gebäude komplett abgerissen. Bis Ostern soll der größte Teil der Arbeiten erledigt sein, sagte gestern der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Volkswerft, Dirk Puchert.

OZ-Bild

Ausgedient hat der ehemalige Kaufhallen-Komplex in der Rudolf-Virchow-/Ecke Kedingshäger Straße bereits seit dem Sommer 2012. Jetzt wird das Gebäude komplett abgerissen.

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Das Unternehmen ist seit dem letzten Jahr Besitzer der Immobilie und hatte die Fläche von der Lebensmittelkette Markant in einem Bieterverfahren erworben. „Vor allem aus Gründen der Sicherheit haben wir uns jetzt zum Abbruch entschieden“, erklärt Puchert. Die Genossenschaft will auf dem Gelände neue Wohnungen errichten und hat dafür bereits eine Bauvoranfrage bei der Stadt gestellt. Allerdings soll die Neubebauung laut Puchert erst „auf längere Sicht“ — frühestens nach 2020 — erfolgen.

Jetzt sei es erst einmal wichtig gewesen, dass von der alten Kaufhalle keine Gefahren ausgehen. Den Abriss hat die Firma DC Demolition aus Lindetal bei Neubrandenburg übernommen und ist seit der dritten Januar-Woche damit beschäftigt. „Wir denken, dass Ende nächster Woche das Gros geschafft ist. Dann müssen noch Arbeiten zur Bodenregulierung erledigt und Erde aufgefüllt werden“, erläutert Puchert. Denn bis zu einer späteren Wiederbebauung soll das Areal, das durch Absperrpfosten und Ketten begrenzt wird, mit Rasen begrünt werden. Die Genossenschaft lässt sich den Abriss insgesamt rund 80 000 Euro kosten.

In der Geschichte der Hansestadt hat die alte Kaufhalle über viele Jahre eine besondere Rolle gespielt, denn sie war 1965 die erste dieser Art, die in Knieper Nord eröffnet wurde. Wie in den Chroniken nachzulesen ist, erfolgte in der Einrichtung der Handelsorganisation HO schon damals eine Unterteilung in die einzelnen Abteilungen für Obst und Gemüse, Backwaren, Milch- und Molkereiprodukte sowie den Selbstbedienungsbereich für Lebens- und Genussmittel. Es gab auch einen speziellen Abschnitt für Wild und Geflügel sowie einen kleinen Kiosk für Tabakwaren.

„Der Kaufhallen-Chef wohnte damals sogar in dem Objekt“, berichtet Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel. Und zur Eröffnung erhielt jeder Kunde ein Kilogramm Apfelsinen — Goldstaub zu jener Zeit.

Die Gaststätte, die dem Bau angegliedert war, wurde von den Stralsundern nur als Glaskasten bezeichnet, weil in der Architektur großzügig Glasscheiben verwendet wurden. Später hatte sich für den gesamten Komplex dieser Name eingebürgert.

Wandbild von Korth

Für die Gaststätte Glaskasten hatte der Stralsunder Maler Siegfried Korth (1926- 1985) das Wandbild „Mittelalterliches Stralsund“ geschaffen. Das ist allerdings verschollen.

Dem Maler sei damals von der Partei Dekadenz vorgeworfen worden, weil er sich von der Arbeiterklasse gelöst habe und in seinem Mittelalterbild nichts vom Sozialismus zu sehen war, sagte der Stralsunder Horst Klein im vergangenen Jahr in Erinnerung an die 50. Wiederkehr der Einweihung des Werks am 5. November 1965.

Von Marlies Walther

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