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Stralsund Plötzlich war das Klappmesser offen
Vorpommern Stralsund Plötzlich war das Klappmesser offen
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00:10 30.04.2016

Manchmal kann einem schon das Messer in der Tasche aufgehen. So lange, wie es nur bei diesem Sinnbild für einen Wutausbruch bleibt, ist man rechtlich noch auf der sicheren Seite. „Anders stellt sich die Sache dar, wenn jemand das Messer in der Hand hat und jemanden bedroht“, weiß Jana Henning. Die Kriminaloberkommissarin berichtet von einem Fall, der eher harmlos anfing.

Da saß ein Jugendlicher, der in einer betreuten Wohngruppe untergebracht ist, auf einem Treppenabsatz am Gehweg. Auf der anderen Seite der Straße ging lärmend eine Schülergruppe vorbei. „Der Trupp war auf dem Weg zum Unterricht“, sagt die Ermittlerin. Wie es später hieß, haben einige aus der Gruppe den 14-Jährigen gegenüber sitzen sehen. „Irgendwie soll der den Arm bewegt haben, so als wenn er grüßen wollte. Da habe man eben zurückgewunken.“

Doch plötzlich stand der Jugendliche wutentbrannt hinter den Schülern und schnappte sich den Kleinsten. Bevor der es sich versah, hatte er schon einen Kopfstoß abbekommen. Dazu kam, dass der Rowdy ein offenes Klappmesser in der Hand hatte. „Und dann soll die Rede vom Abstechen gewesen sein“, sagt Jana Henning. Nachdem sich Freunde des Bedrohten einmischten, ließ der Wüterich von seinem Opfer ab und ging wieder zurück auf die andere Straßenseite.

„Damit ist diese Geschichte noch nicht zu Ende“, weiß die Kriminalistin. Denn sie bekam bei der Aufklärung unerwartete Hilfe. In der Schule angekommen, erfuhr die Schulleiterin von dem Vorfall. Sie ließ sich erklären, wo das passiert ist und suchte die Stelle noch einmal auf. Hier traf sie tatsächlich auf einen Jugendlichen, auf den die Beschreibung passte. Dieser war gerade dabei, sich mit einem Messer die Fingernägel zu putzen. Die Schulleiterin verwickelte den mutmaßlichen Messerschwinger in ein Gespräch, erfuhr so dessen Namen und informierte dann die Polizei.

„Damit hatte uns die Frau bereits einen Teil Arbeit abgenommen“, lobt Jana Henning das mutige Verhalten der Pädagogin. Denn als Kriminalisten den Verdächtigen aufsuchten, stritt der auch gar nicht lange ab, etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben. „Nur stellte er die Sachlage etwas anders dar“, so die Ermittlerin.

Danach sei er aus der Gruppe heraus beleidigt worden und das habe er nicht auf sich sitzen lassen können. Dabei blieb er auch, als er zur Vernehmung aufs Kommissariat gebeten wurde. „Die Schüler, die dabei gewesen sind, wollten von einer Beleidigung nichts bemerkt haben. Für die Ermittler endet dieser Fall mit Anzeigen wegen Bedrohung und Körperverletzung. Wie es weitergeht, ist jetzt Sache des Staatsanwalts.

Von Jörg Mattern

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