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Politik 200 Polizisten sichern Demonstrationen
Vorpommern Stralsund Politik 200 Polizisten sichern Demonstrationen
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15:45 26.09.2015
Demonstration gegen Fremdenhass in Stralsund. Quelle: Alexander Müller
Stralsund

Die Polizei zog am Sonnabend Bilanz ihres Einsatzes zur Absicherung zweier Demonstrationszüge vom Freitagabend in Stralsund. Danach waren 200 Einsatzkräfte damit beschäftigt, den Ablauf des Aufzugs der MV.Patrioten gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik bzw. der Gegendemonstration für das Willkommen der Flüchtlingen abzusichern

Einzelne Personengruppen versuchten nach Polizeiangaben an den Aufzug zu gelangen bzw. die Strecke zu blockieren. Durch eine Blockade im Bereich der Altstadt musste zudem die Aufzugsstrecke geändert werden. Nach einer Abschlusskundgebung auf dem Alten Markt wurde die Versammlung gegen 21.45 Uhr durch den Versammlungsleiter beendet. Der Aufzug verlief aus Polizeisicht weitestgehend störungsfrei.

Im Ergebnis des Polizeieinsatzes während der Demonstrationen wurden vier Anzeigen unter anderem wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte aufgenommen sowie mehrere Identitätsfeststellungen durchgeführt. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

Eine Frau wurde durch einen Flaschenwurf verletzt, zudem wurde auch ein Medienvertreter angegriffen. Er musste ärztlich untersucht werden. Ein Polizeibeamter verletzte sich während eines Einsatzes. Auch wurden Polizeibeamte mehrfach attackiert, dabei jedoch nicht verletzt. In einem Fall sei auch Pfefferspray zum Einsatz gekommen.

Am Freitagabend waren rund 440 Demonstranten der Bewegung „MV.Patrioten“ sowie 150 Gegendemonstranten durch die Stralsunder Altstadt gezogen.

Organisator der Demo, die sich gegen die aktuelle deutsche Asylpolitik richtete, war Enrico Naumann, der bereits die MVGida-Demos zu Beginn des Jahres organisierte. Im Gegensatz zu den Veranstaltungen von damals, bei denen vor allem viele Größen der Naziszene dabei waren, war das Publikum gestern gemischter. Auffällig war der Anteil junger Frauen und Paare. „Wir sind hier, weil wir mit der deutschen Politik unzufrieden sind“, sagte Naumann. Das Banner mit der fremdenfeindlichen Parole „Bürger dieser Stadt haben Asylanten satt“ war allerdings auch diesmal wieder dabei.

Parallel zeigten 150 Stralsunder mit Willkommenstransparenten, bunten Regenbogenfahnen, Luftballons, Seifenblasen, Spruchbändern und Trillerpfeifen Flagge gegen Fremdenhass. Nachdem sich die Menschen vor dem Rathaus versammelt hatten, zogen sie durch die Knieperstraße zum Theater. In den Zug reihte sich auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ein, der in Stralsund an der Regionalkonferenz seiner Partei teilgenommen hatte und die Tagung verließ, um die Stralsunder zu unterstützen. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein weltoffenes Land. Wir wollen keine Nazis. Ich bin stolz und freue mich, dass dies heute hier so viele so deutlich zeigen“, sagte Sellering.



Marlies Walther

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