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Abschied von Harald Lastovka

Stralsund Abschied von Harald Lastovka

Mehrere hundert Menschen erwiesen dem früheren Oberbürgermeister bei einem ökumenischen Gottesdienst gestern in der Marienkirche die letzte Ehre.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehörte gestern zu den Gästen der Trauerfeier für den einstigen Oberbürgermeister Stralsunds, Harald Lastovka, in der Marienkirche. Fotos (2): Christian Rödel

Stralsund. In einem ökumenischen Gottesdienst nahm Stralsund gestern Nachmittag Abschied von Harald Lastovka, der am 25. August im Alter von 72 Jahren verstorben ist.

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Mehrere hundert Menschen erwiesen dem früheren Oberbürgermeister bei einem ökumenischen Gottesdienst gestern in der Marienkirche die letzte Ehre.

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Ich habe einen treuen Freund verloren. Stralsund verliert einen Bürger, der sich um diese stolze Stadt verdient gemacht hat.“Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Tod von Harald Lastovka

In der Marienkirche, jenem Gotteshaus, in dem Lastovka während seiner 18-jährigen Amtszeit mit der Verleihung des Welterbetitels an Stralsund wohl einen seiner glücklichsten Momente erlebte, hatten sich hunderte Trauergäste eingefunden. Neben der Familie, engen Freunden und Weggefährten sowie früheren Mitarbeitern waren viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft gekommen.

Unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Harald Lastovka war „ein Oberbürgermeister aus Leidenschaft“ und habe immer mutig vorausgedacht, sagte Merkel. Er habe die Stadt maßgeblich geprägt. Sie sei oft verblüfft von dem gewesen, was er sich vorgenommen habe und manchmal kaum zu realisieren schien. Dabei war er „auch streitbar“, sagte Merkel, aber immer verlässlich. „Ich habe einen treuen Freund verloren“, sagte die Bundeskanzlerin. Und Stralsund verliere einen Bürger, der sich „um diese stolze Stadt verdient gemacht hat“.

Die Trauerpredigt hielten der evangelische Pastor Christoph Lehnert und der katholische Pfarrer Andreas Sommer. Beide blickten zurück auf das Leben des Verstorbenen „mit Höhen und Tiefen, großem Erfolg und manch’ Trübsal“, sagte Lehnert, der Lastovka als einen „tapferen Diener und fleißigen Arbeiter für unser Stralsund“ würdigte. Sein Lebensmotto sei immer der biblische Vers „Einer trage des anderen Last“ gewesen. Andreas Sommer erinnerte an das Jahr 1946, in dem der zweijährige Junge, der in Trautenau im Riesengebirge geboren wurde, mit seiner Familie durch Flucht und Vertreibung nach Stralsund kam. Das wiederum sei ein Zufall gewesen, denn der Zug wurde in Ribnitz getrennt. Der vordere Teil fuhr ins Rheinland. Der hintere Teil, in den seine Mutter mit ihm gegangen war, weil er so geschrien hatte, landete in Stralsund. Vor der Wende habe der Katholik, der „große Visionen“ hatte und „ein Rebell“ war „im Fadenkreuz der Stasi“ gestanden. Sein Sohn sei es gewesen, der laut Sommer mit dem Satz: „Ihr meckert nur, tut selbst etwas“ den Ausschlag gegeben hat, dass der gelernte Dampflok-Schlosser und spätere Software-Entwickler bei der Bahn und bei Robotron in die Politik ging.

Sommer sparte auch die Schattenseiten der Amtszeit Lastovkas nicht aus, die „rund um die Prüfung der Sparkasse“ ihn und die Familie erschüttert haben. „Stress und Angriffe“ hätten ihn letztendlich krank gemacht. 2011 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nie richtig erholt habe.

Aus Sicht seines Nachfolgers, Alexander Badrow (CDU), war Harald Lastovka für Stralsund „der richtige Mann zur richtigen Zeit“. Fast zwei Jahrzehnte habe er die Geschicke der Stadt mit dem Einsatz seiner Person, mit Herz und Verstand und seiner bodenständigen Art gelenkt – „ohne eine Gebrauchsanweisung“ zu haben. Ihm sei es zu verdanken, dass die Rettung der Altstadt nach 40 Jahren Verfall als lösbare Aufgabe angesehen wurde. Die Ortsumgehung und die Marinetechnikschule, die Ansiedlung von Behörden und die Gründung der Fachhochschule seien ebenso wie das Ozeaneum oder das sanierte Theater mit dem Namen Lastovka verbunden.

„Authentisch und selbstbewusst“ und mit pommerscher Gelassenheit habe er royale Besucher durch die Stadt geführt und Erfolge gefeiert, wie die Hansedom-Eröffnung mit einem Sprung in Anzug und Krawatte vom Drei-Meter-Brett. „Harald, du hast Stadtgeschichte geschrieben“, sagte Badrow. Er habe „immer der Stadt Bestes gesucht“, so sein langjähriger Freund, der Lehrer Torsten Hennig. Nach der Aussegnung trugen Feuerwehrleute den Sarg von Harald Lastovka aus der Kirche. Im Anschluss wurde er auf dem Zentralfriedhof bestattet.

Marlies Walther

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