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Born bei Campern hoch im Kurs

Born Born bei Campern hoch im Kurs

Campingplätze sorgen weiterhin für größten Anteil der Kurtax-Einnahmen / Bau weiterer Betten gefordert

Born. Campingurlauber bringen Born weiterhin die meisten Einnahmen aus der Kurtaxe. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Regenbogen-Camps in Born und bei Prerow zusammen bei knapp 60 Prozent. Insgesamt konnten in zurückliegenden Jahr fast 653500 Euro aus der Kurabgabe eingenommen werden, knapp 40000 Euro mehr als im Jahr davor. Die Zahlen präsentierte am Donnerstagabend der Leiter des Borner Kurbetriebs, Yves Scharmberg, während einer Einwohnerversammlung.

Bettenzuwachs

2,1Gästebetten kommen auf jeden Einwohner Borns. Für eine touristische Wertschöpfung benötige der Ort mindestens 2,5 Betten je Einwohner und zwar im hochwertigen Bereich, zitiert Bürgermeister Gerd Scharmberg aus einer Anfang der 1990er-

Jahre erstellten Erhebung.

101Betten betrug im vergangenen Jahr der Zuwachs. In Born gibt es aktuell 2376 Ferienbetten.

Knapp 34000 Urlauber zog es im vergangenen Jahr auf den Campingplatz bei Prerow. Zwar sank die Zahl der Anreisen — laut Scharmberg aufgrund einer Software-Umstellung, wonach Verlängerungen nicht als Neuanreisen gezählt wurden —, doch die Zahl der Übernachtungen kletterte über die 200 000er-Marke. Ähnliches ließ sich für das vergangene Jahr auch für den Campingplatz in Born beobachten.

Weiter rückläufig war auch 2015 die Zahl der Gäste und der Übernachtungen in der Jugendherberge: Gut 6000 Gäste sorgten für etwas mehr als 24000 Übernachtungen. „Diese Entwicklung bereitet mir persönlich Sorgen.“

Viel mehr freute sich Yves Scharmberg über die Entwicklung des Tourismus im Ort selbst. Knapp 13,3 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr und fast 11,4 Prozent mehr Übernachtungen, jeweils ohne Campingplätze und Jugendherberge, wurden im vergangenen Jahr registriert. Verantwortlich für den weiter stetigen Anstieg sind nach Einschätzung Scharmbergs deutliche Zuwächse in Vor- und Nachsaison.

In dem Ort standen im Jahr 2015 knapp 2380 Gästebetten, gut 100 mehr als noch ein Jahr zuvor. Das, so Scharmberg, begründe sich in einer genaueren Erfassung und einer größeren Ehrlichkeit der Vermieter bei der Angabe der Bettenanzahl.

Unterm Strich zog der Betriebsleiter der Kurverwaltung ein positives Fazit und blickte frohgemut in die Zukunft. Wieder über einen längeren Zeitraum verteilte Sommerferien und ein wachsendes Umland rund um Berlin und Hamburg, mithin zwei wichtigen Herkunftsgebiete, und nicht zuletzt die steigende Beliebtheit des Deutschlandtourismus bestärkten ihn in der Auffassung. Wasser in den Wein goss Albrecht Kiefer, der die Bettenauslastung als touristische Kennziffer vermisste. Der Gemeindevertreter der Borner Alternative hatte die zuvor selbst ausgerechnet. Mit nicht einmal 20,4 Prozent sei Born wieder einmal das Schlusslicht auf der Halbinsel. Mit Schrecken denke er an die geplanten 300 weiteren Gästebetten infolge der Bebauung des Borner Holms. „Dann geht‘s noch weiter bergab“, prognostizierte Kiefer.

Dem widersprach der Bürgermeister entschieden. Kiefer warf er Angstmacherei vor. „Wir brauchen touristische Wertschöpfung“, erklärte Gerd Scharmberg. Bereits Anfang der 1990er-Jahre sei ermittelt worden, dass die bei mindestens 2,5 Gästebetten im hochwertigen Sektor je Einwohner möglich sei. In Born gebe es derzeit 2,1 Betten je Einwohner. Ohne Wertschöpfung werde sich die Reihe von Geschäftsaufgaben fortsetzen. So machten in der Vergangenheit von 20 Einrichtungen neun dicht. Darum benötige Born Quartiere. Und auch wenn durch den Verkauf der gemeindeeigenen Flächen auf dem Holm nicht der erst erwartete Gewinn erzielt werde, rechne sich das Vorhaben für die Kommune.

Scharmberg erinnerte daran, dass die Bettenauslastung in einer „kleinen Nachbargemeinde“, gemeint ist Ahrenshoop, bei rund 30 Prozent liege, Angaben zur Anzahl der Betten aber variierten. Dort kommen auf jeden Einwohner 4,5 Gästebetten. Den von Kiefer geforderten Verzicht auf die Bebauung des Borner Holm bezeichnete Scharmberg als irrig.

Von Timo Richter

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