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Politik Bunter Protest: „Ihr seid das Volk? Na hoffenlich nicht!“
Vorpommern Stralsund Politik Bunter Protest: „Ihr seid das Volk? Na hoffenlich nicht!“
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00:09 13.01.2015

Hunderte Stralsunder haben gestern bei ihrem Protest auf dem Neuen Markt zum Ausdruck gebracht, dass für die islamkritische Pegida-Bewegung kein Platz in ihrer Stadt ist. Sie zeigten Transparente mit Aufschriften wie „Ihr seid das Volk? Na hoffentlich nicht!“, und „Stralsund für alle“. Landtags- und Bürgerschaftsmitglied Jürgen Suhr (Grüne) war überwältigt, wie viele Menschen sich an dem Protest beteiligten. „Ihr seid so viele Leute! Stralsund setzt ein großes Zeichen für Toleranz“, sagte er bei seiner Ansprache. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen rief: „Stralsund braucht Pegida nicht. Niemand braucht Pegida.“

Highlight der Veranstaltung war eine Aktion von Schülern der Jona-Schule. Sie hatten Maleranzüge bunt bemalt und an die Leute verteilt. „Wir haben uns im Sonderunterricht Gedanken gemacht, wie wir zum Ausdruck bringen, dass Stralsund weltoffen und bunt ist“, sagte Schülerin Lisa Ortlop zu der Aktion. Etliche Menschen waren den ganzen Abend in die farbenfrohen Kostüme gehüllt. Dazu zählten auch die Greifswalder Freunde Lennard, Colin, Hannes und Max, die mit ihrer Verkleidung immer wieder fotografiert wurden. „Wir wollen, dass der schlimme Anschlag von Paris nicht dafür ausgenutzt wird, jetzt schlechte Stimmung gegen Muslime zu machen“, sagte der 25-jährige Lennard.

Für viel Applaus gesorgt hat die Rede von Wolfgang Weiß, Mitglied der Linksfraktion im Kreistag Vorpommern-Rügen. Er sprach von einer schweren Herz-Operation, deren guten Ausgang er Ärzten und Pflegekräften unterschiedlichster Abstammung verdankt. „Sie alle sichern unsere Lebensqualität und bezeugen die Bedeutung von Einwanderung und Erfolgen bei der Integration — unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Religion oder ihrer kulturellen Wurzeln. Diese Vielfalt bereichert uns“, sagte Weiß.



Alexander Müller

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