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Politik Deutscher Marine fehlen IT-Spezialisten an Bord
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00:01 26.10.2017
Obermaat Daniel Mangiras gehört zu denen, die sich bereits für eine IT-Ausbildung an der MTS in Parow begeistern konnten. Quelle: Foto: Jörg Mattern

Der Fachkräftemangel in der Industrie hat längst auch die Deutsche Marine erreicht. Gesucht werden derzeit vor allem Spezialisten für Informationstechnik (IT) auf den Schiffen. So werden aktuell von den für dieses Jahr vorgesehenen 73 Soldaten mit Maatenlaufbahn bislang erst 36 zum IT-Systemelektroniker ausgebildet. Auch das Soll bei den vorgesehenen 64

Mit IHK-Abschluss

200 Lehrgangsteilnehmer bildet die Marinetechnikschule jährlich in IT-Lehrgängen in unterschiedlichen Inhalten aus.

Vermittelt werden Grundlagen in Betriebssystemen, Netzwerkstrukturen und -sicherheit sowie die typspezifische Ausbildung für die IT-Systeme der Marine.

Die Abschlüsse sind im Zivilleben anerkannt.

Informationen: www.bundeswehrkarriere.de

Bootsmannsanwärtern wurde bislang nicht erreicht.

Dabei sehen die Rekrutenzahlen für 2017 gut aus. Sind für 2017 insgesamt 1786 Neueinstellungen geplant, liegt das Ist bei 1678. Doch: „Die Elektroniker an Bord sind unsere Goldkörnchen“, sagt Fregattenkapitän Jochen Brandt, Hauptfachbereichsleiter Schiffstechnik an der Marinetechnikschule (MTS) in Parow. Hier – der größten technischen Ausbildungsstätte der Deutschen Marine – werden die künftigen IT-Spezialisten ausgebildet.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, steuert die Marine in Sachen Personalgewinnung einen eigenen Kurs. Mit IT-Cyber- Camps etwa. So rückten am Dienstag 19 junge Leute aus allen Teilen Deutschlands in der MTS zu einem zweitägigen Cyber-Camp ein. „Ziel ist es, die Interessenten in die IT-Ausbildung an der MTS hineinschnuppern zu lassen und mit den Anforderungen der Marine vertraut zu machen“, erläutert Oberleutnant zur See Elisabeth Schröter. Die 27-Jährige vom Marinekommando Rostock hat das Camp mit vorbereitet.

Roboter bauen stand gestern auf dem Programm des Schnupperkurses. In Zweierteams arbeiteten die Teilnehmer daran, aus dem Baukastensystem von Lego Mindstorm rollende Roboter zusammenzusetzen und ein kleines Programm zu schreiben, das die fahrbaren Lego-Steine in die Lage versetzte, durchs Computer-Kabinett zu rollen und rückwärts einzuparken.

Eine knifflige Aufgabe hatten sich Manuel Bohn und Mika Peltekis aus Hamburg ausgesucht. Die beiden bastelten einen Roboter, der eine Treppe hinauffahren konnte. „Das Programmieren war für mich nicht so schwer“, erklärt Manuel Bohn. Der 22-jährige hatte sein Informatikstudium abgebrochen und ist nun auf der Suche nach einer neue Aufgabe. „Ich bin hier, um mich zu orientieren“, sagt er. Eine Offizierslaufbahn bei der Marine wäre für ihn vorstellbar. „Doch noch ist nichts entschieden. Mika Peltekis bereitet sich aufs Abitur vor. „Die Bundeswehr ist mir vertraut. Mein Vater dient im Heer“, sagt der 17-jährige. Er will nach der Schule nicht gleich studieren. Aber: „Eine Berufsausbildung bei der Marine wäre toll.“

Obermaat Daniel Mangiras hat sich bereits dafür entschieden, steckt in der Ausbildung zum IT-Systemelektroniker. „Derzeit bereiten wir uns auf die IHK-Prüfung vor“, berichtet der Magdeburger, der sich im Camp als Ansprechpartner zur Verfügung stellte.

Wie wichtig die IT-Spezialisten an Bord eines Schiffes sind, machte Oberleutnant zur See Thomas Ratz den Kursteilnehmern noch einmal deutlich: Ohne einfache Linux-Kenntnisse bekommen Sie heute nicht mal einen Schiffsdiesel gestartet.“ Vom Antrieb über die Schiffssteuerung, den Waffensystemen und der Klimaanlage läuft an Bord nichts mehr ohne Computer.

Heute schauen sich die Kursteilnehmer in Warnemünde auf einer Korvette um, einem möglichen künftigen Arbeitsplatz. Schließlich gehört zur Ausbildung an der MTS nicht nur das spielerische Programmieren von Robotern, sondern auch ein militärischer Teil.

Jörg Mattern

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