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Deutschland redet über Fake-Interview von OB Badrow

Stralsund Deutschland redet über Fake-Interview von OB Badrow

Die Stralsunder Stadtverwaltung hat dem Fernsehen am Strelasund den Ablauf eines Interviews Wort für Wort vorgegeben. Darüber berichten jetzt Medien deutschlandweit.

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Kein Gespräch auf Augenhöhe: Die Fragen für ein Interview hatten Badrows Mitarbeiter der Moderatorin Wort für Wort vorgegeben.

Quelle: Screenshots:stralsund Tv

Stralsund. Ein offenbar von vorne bis hinten inszeniertes Interview des Fernsehens am Strelasund (FAS) mit Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) sorgt für Wirbel. Wie die Internetseiten „Übermedien“ und „Spiegel Online“ berichten, sind dem Sender Ablauf und Fragen des Gesprächs vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit Wort für Wort vorgegeben worden. Und das ausgerechnet im Wahlkreis von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die in den vergangenen Wochen durch ihr Verhalten in der Böhmermann-Affäre gehörig Kritik einstecken musste.

Das OB-Interview ist bereits im Januar im FAS ausgestrahlt worden. Die Zuschauer dürften sich schon damals über diesen Beitrag gewundert haben: Der Bürgermeister hält darin vor der schönen Kulisse des Stralsund Museums minutenlange Monologe darüber, wie gut es in der Hansestadt läuft. Kritische Nachfragen der Moderatorin gibt es nicht, sie dient nur als Stichwortgeberin.

Nun ist klar, wie dieses künstliche Gespräch zustande gekommen ist – jedes Detail darin war im Vorfeld abgesprochen. Den Journalisten der Medienseite liegt nach eigenen Angaben der komplette Schriftverkehr zwischen der Stadtverwaltung und dem FAS vor. In einem detaillierten Entwurf mit dem Titel „Neujahrsgespräch mit Dr. Badrow“ überlässt die Stadtverwaltung demnach nichts dem Zufall. Es wird offenbar geregelt, wann, wo und wie lange gedreht wird, wer moderiert und um welche Themen es geht. In späteren Versionen sind offensichtlich sogar alle Fragen einzeln ausformuliert.

Der Oberbürgermeister wollte sich am Mittwoch auf OZ-Anfrage am Telefon nicht äußern. Gegenüber „Übermedien“ räumte der Pressesprecher der Stadt jedoch ein, „das Drehbuch gemeinsam besprochen“ zu haben. Geld habe das Fernsehen am Strelasund dafür aber nicht bekommen.

Von Alexander Müller

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