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Hansedom: Stadt will Vertrag für Sportbad verlängern

Stralsund Hansedom: Stadt will Vertrag für Sportbad verlängern

Pläne für eine neue, kommunale Schwimmhalle in Stralsund liegen damit auf Eis / Betreiber soll Sanierungsstau beheben

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Das Sportbad im Hansedom. Die Aufnahme zeigt einen Start beim Schwimmfest des PSV Stralsund Anfang Mai.

Quelle: Foto: Manuela Wilk

Stralsund. Ende eines mehr als zweijährigen Verhandlungsmarathons: Die Stralsunder Stadtverwaltung will der Bürgerschaft demnächst vorschlagen, den bisher vergleichsweise teuren und deshalb umstrittenen Mietvertrag für das Sportbad des Hansedoms zu verlängern. Mit dem Vertrag wird gesichert, dass der Schwimmunterricht der Schulen und das Training der Vereine stattfinden können.

Damit ist der alternative Plan, in Stralsund ein neues, kommunales Schwimmbad zu bauen, was den Sportvereinen und aktiven Freizeitschwimmern zur Verfügung stehen würde, bis auf Weiteres vom Tisch.

Dies geht aus Recherchen der OSTSEE-ZEITUNG hervor.

Ein Vertragsentwurf zwischen der Hansestadt und dem Hansedom liegt bereits vor. Zu konkreten Details wollte sich die Stadtverwaltung auf Anfrage offiziell nicht äußern. Vonseiten des Rathauses sind die Verhandlungen von Vize-OB Holger Albrecht (CDU) geführt worden, in dessen Aufgabenbereich das Sportbad fällt.

Obwohl es ein konkretes Verhandlungsergebnis gibt, sollen in der Beschlussvorlage für die Bürgerschaft weiter beide Optionen vorgesehen sein. Reine Kosmetik? So könnte zumindest der Eindruck vermieden werden, die Stadtverwaltung habe eine Entscheidung vorweggenommen, die der Bürgerschaft zusteht. Da es sich um Verhandlungen mit einem Unternehmen aus der Privatwirtschaft handelt, wird über den Vertrag nicht öffentlich abgestimmt. Auf der Tagesordnung für die heutige Sitzung ist eine entsprechende Beschlussvorlage jedoch nicht berücksichtigt worden.

Am 25. Juli läuft der Vertrag mit dem 1997 eröffneten Hansedom aus. Warum sich der Vorgang weiter in die Länge zieht, wissen auch die Stadtvertreter nicht. Bereits während der Bürgerschaftssitzung am 2. März hatte der Leiter der zuständigen Abteilung in der Verwaltung, Jörn Tuttlies, betont, dass eine entsprechende Vorlage „für die Bürgerschaft vorbereitet“ sei und „bei Vorlage der letzten Details sofort zur Diskussion freigegeben werden“ könne.

Claudia Müller von der Grünen-Fraktion kritisiert: „Sportvereine mit ihren ehrenamtlichen Strukturen sind auf Planungssicherheit angewiesen. Die nächste Möglichkeit, einen Beschluss zu fassen, ist nun erst im Juli. Jetzt ist es Mitte Mai und die Verträge laufen aus, ohne dass verbindliche Regelungen getroffen wurden. Das muss CDU-Oberbürgermeister Badrow erklären.“

Dem Vernehmen nach soll es während der Verhandlungen von beiden Seiten Erpressungsversuche gegeben haben. Demnach habe die Stadt dem Hansedom gedroht, die Neubaupläne für ein kommunales Schwimmbad weiter voranzutreiben, sollte das Unternehmen sich weigern, für den Betrieb des Bades einen niedrigeren städtischen Zuschuss zu akzeptieren. Bislang sind pro Jahr gut 1,5 Millionen Euro aus der Stadtkasse geflossen.

Der Hansedom soll indes angekündigt haben, dass die Vogelsanghalle für städtische Veranstaltungen tabu ist, sollte sich die Stadt aus der Finanzierung des Sportbades zurückziehen und ein eigenes kommunales Schwimmbad bauen.

Auf welchen Kompromiss sich beide Seiten konkret geeinigt haben, ist unklar. Soweit aus dem Rathaus verlautete, soll der Betriebskostenzuschuss für das Sportbad sinken, während die Miete für Veranstaltungen in der Vogelsanghalle deutlich steigen würde.

Zusätzlich soll der Vertragsentwurf eine Klausel enthalten, in der festgelegt ist, dass der Hansedom den Sanierungsstau im Sportbad beheben muss. Zuletzt soll es vermehrt Probleme mit Mängeln wie schimmligen Fugen und zu heißen Duschen gegeben haben. Außerdem könnten die einzelnen Schwimmbahnen künftig schmaler geschnitten werden, sodass es in dem großen Becken eine Bahn mehr geben wird. So soll zumindest ansatzweise dem steigenden Bedarf an Schwimmkursen Rechnung getragen werden, den die Vereine zuletzt im November vergangenen Jahres gemeldet und darüber geklagt hatten, dass es im Hansedom keine zusätzlichen Hallenzeiten gibt.

Mehr Hallenzeiten

Das städtische Amt für Kultur, Schule und Sport hat vor gut einem Jahr eine Umfrage zu den Nutzungszeiten des Sportbades in allen 63 Vereinen gestartet. Etwa die Hälfte hat sich beteiligt.

Ergebnis: Ein Drittel der Befragten sind mit den Hallen- und Platzzeiten nicht zufrieden. Besonders drastisch ist der Mehrbedarf bei den Schwimmern: 43 Stunden in der Woche werden hier zusätzlich gewünscht.

Benjamin Fischer

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