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Hansestadt bremst Garagen-Verein aus

Stralsund Hansestadt bremst Garagen-Verein aus

Ehrenamtliche wollen den Garagen-Komplex in der Friedrich-Wolf-Straße in Eigenregie verwalten / Seit vier Jahren wird bereits verhandelt

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Der Vereinsvorsitzende Heinz Krause ist vor allem vom Wildwuchs vor einigen Garagen genervt. Der Verein will sich um das Gelände kümmern. Doch Stadt und Verein haben sich noch nicht geeinigt.

Quelle: Robert Niemeyer

Stralsund. Die Stralsunder Stadtverwaltung verhindert offenbar ehrenamtliches Engagement. Seit vier Jahren verhandelt der Garagenverein „Friedrich-Wolf-Straße“ mit der Stadt. Die Verwaltung soll diesem das Recht einräumen, den Garagenkomplex an der Straße zu verwalten. Denn: „Die Stadt kümmert sich nicht darum“, sagt der Vereinsvorsitzende Heinz Krause. Doch trotz zwischenzeitlicher, kleinerer Fortschritte ist bis heute keine Einigung erzielt worden. Der Verein hatte zuletzt sogar Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Wir würden auch andere Ga- ragen überneh- men. Wir wollen der Stadt Arbeit abnehmen.“ Heinz Krause, Vereinsvorsitzender

Eigentlich will Heinz Krause nur das Beste für das Gelände. „Viele Nutzer lassen ihre Garagen verkommen. Wir möchten, dass das Gelände besser gepflegt wird“, sagt der 83-Jährige. Knapp 200 Garagen gibt es auf dem Grundstück. 50 Mitglieder hat der Verein. Mehrfach hatte Krause sein Anliegen bei der Stadt vorgetragen, mehrfach hatte es Annäherungen gegeben. Der Verein hatte vorgelegt, was er sich auf dem Gelände vorstellt und wie das Ganze rechtlich gelöst werden kann.

Doch die anfangs erhoffte gute Zusammenarbeit habe sich als „Fiasko ersten Ranges“ entpuppt. War laut dem Vorsitzenden 2014 immerhin schon von einem Pachtvertrag zwischen Stadt und Verein die Rede – ein Kaufangebot seitens der Stadt hatte der Verein abgelehnt – habe es kurze Zeit später geheißen, es sei „höchstens ein Verwaltervertrag“ möglich. Zuletzt sei lediglich von einer „Vereinbarung“ die Rede gewesen, mit einer Regelung, die den Vorstellungen Krauses bei Weitem nicht entsprochen habe. „Wir sollten aufpassen und Probleme der Stadt melden. Damit wären wir nur Hausmeister ohne jegliche Funktion und Rechte gewesen.“ Ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Folge: Eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Doch auch das half nichts. Heinz Krause fragt: „Warum findet man keine Lösung, mit der beide Seiten zufrieden miteinander leben können?“

Das sei eigentlich auch Wille der Verwaltung. Auf OZ-Nachfrage sagte Stadtsprecherin Anke Böschow: „Die Hansestadt ist zuversichtlich, eine faire Lösung zu finden, die die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt.“ Doch vor allem die rechtliche Situation und die Eigentumsverhältnisse würden eine Einigung erschweren. So sind beispielsweise nicht alle Nutzer von Garagen auch Mitglied in dem Verein. Außerdem: „Viele der auf städtischen Grundstücken errichteten Garagen sind im Privateigentum.“

Trotz intensiver rechtlicher Recherchen habe sich laut Anke Böschow hinsichtlich eines Verwalter- oder Generalpachtvertrages noch keine zufriedenstellende Lösung finden lassen, zumal es insbesondere erforderlich sei, „eine generelle Linie zu finden, die durchaus die Generalverpachtung oder Generalverwaltung der Garagen der Stadt an Vereine vorsieht.“

Eine generelle Regelung habe der Verein laut Krause vorgelegt. Eine Art Richtlinie sei erarbeitet worden, die für alle Garagenkomplexe der Stadt hätte gelten können. „Wir würden auch andere Garagen übernehmen. Wir wollen der Stadt Arbeit abnehmen“, sagt Heinz Krause. Bis zuletzt waren die Bemühungen erfolglos.

Dabei hat der Verein auf dem Gelände in der Friedrich-Wolf-Straße einiges vor.„Wir brauchen unter anderem Beleuchtung“, sagt Krause. Auch die Zufahrt zum Garagenkomplex soll mit einem Poller versperrt werden, sodass nur Garagennutzer auf das Gelände gelangen. Auch möchte der Verein den Nutzern gegenüber weisungsbefugt sein, damit diese ihre Garagen und die Zufahrten besser pflegen.

Wichtigster Punkt: Der Verein wolle sich um die Vermietung der Garagen kümmern, etwa um Kündigungen für verwaiste Garagen, die Suche nach neuen Mietern und den Abschluss neuer Mietverträge.

Finanzieren würde der Verein die Instandhaltungsmaßnahmen zum einen aus Mitgliedsbeiträgen, zum anderen aus den Pachteinnahmen. Die würden laut Krause zwar weiterhin an die Stadt weitergeleitet.

„Vielleicht bekommen wir aber eventuell 20 Prozent davon für unsere Arbeit, die wir dann hier machen.“ Laut dem Vereinsvorsitzenden nehme die Stadt jährlich rund 25000 Euro aus der Pacht ein.

Garagenverein Rostock

Ein Beispiel aus Rostock zeigt, dass die Verwaltung von Garagen durch einen Verein funktionieren kann. 1960 wurde die gemeinnützige Garagenbaugenossenschaft der Stadt Rostock gegründet. 1964 hatte die Genossenschaft etwa 900 Mitglieder. 1991 wurde die Garagengenossenschaft in den Garagenverein umgewandelt. Folge der Umwandlung war, dass jeder Genossenschaftler seine Garage zurückerhielt.

Der Rostocker Verein verwaltet die Garagen seiner mehr als 6000 Mitglieder und ist für die Erhaltung der Gemeinschaftseinrichtungen wie Elektro-Hauptanschlüsse, Fahrgassen und Zufahrten verantwortlich. Weil die Pachtverträge für die Garagen mit dem Verein abgeschlossen wurden, sind die Garagen selbst nur dann im Besitz der Mitglieder, solange sie auch Mitglied im Verein sind und ihre Garage durch den Verein verwaltet wird.

Robert Niemeyer

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