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Kandidatenrunde zum „Glücksspiel Wissenschaft“

Stralsund Kandidatenrunde zum „Glücksspiel Wissenschaft“

25 Zuhörer folgten der Debatte.

Stralsund. Zündstoff hätte es bei der Veranstaltung in der Fachhochschule genug gegeben. Demnächst steht die Veröffentlichung der neuen Pisa-Studie an, und damit wohl ein weiterer Aufschrei über die mangelnde Leistungsfähigkeit deutscher Schüler bevor.

Die zuständige Bundesministerin Johanna Wanka (CDU) will zudem die Finanzierung der Bildungslandschaft neu ordnen, findet aber keinen gemeinsamen Nenner mit SPD und Grünen.

All das kam am Mittwochabend in der Fachhochschule aber nur am Rande zur Sprache, als Vertreter aller fünf Bundestagsparteien über das „Glücksspiel Wissenschaft“ diskutierten.

Das Gespräch beschränkte sich weitgehend auf allgemeine Anmerkungen zum Verhältnis von Bund und Ländern und zu günstigen Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche.

„Bildungspolitik scheint kein Hauptthema im Wahlkampf“, merkte Moderatorin Cornelia Mannewitz vom Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft dann auch sehr treffend an.

Gleich drei der Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 15 (Vorpommern-Rügen — Vorpommern-Greifswald), nämlich Gino Leonhard (FDP), Angela Merkel (CDU) und Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen), ließen sich bei der Debatte vertreten.

Den Weg zu Studenten und Dozenten fanden nur Kerstin Kassner (Die Linke) und Sonja Steffen (SPD), die sich vor knapp 25 Zuhörern mit Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen), Eckhardt Rehberg (CDU) und Harry Klink (FDP) auseinandersetzten.

Denkanstöße gab es trotzdem. Vor der Eröffnung der Podiumsdiskussion schilderten Lehrbeauftragte und Studenten ihre Erfahrungen im Wissenschaftsbetrieb ihrer Einrichtung.

An der Fachhochschule Stralsund werden 50 Prozent der Lehre über auswärtige Honorarkräfte sichergestellt. Die Situation in der Hansestadt ist damit noch verhältnismäßig günstig. Andernorts sind es durchaus 90 Prozent.

Lehrbeauftragte der Universität Greifswald erhalten einen verhältnismäßig hohen Bruttolohn von 23 Euro je geleisteter Unterrichtsstunde. Damit sind allerdings auch Dienstwege, Prüfungen oder die Durchsicht von Klausuren abgegolten. Unterm Strich bleiben also weniger als 8,50 Euro je Stunde.

Oft laufen die Verträge der Lehrbeauftragten zum Vorlesungsende aus. Studenten müssen sich deshalb häufig sehr zeitaufwändig Prüfer suchen. Karin Rogalska

 

OZ

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