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Kramerhof: 600 000 Euro auf dem Konto

Kramerhof Kramerhof: 600 000 Euro auf dem Konto

Haushalt mit Seltenheitswert: Gemeinde hat ausgeglichenen Etat / Hohe Gewerbe- und Einkommens-Steuereinnahmen zahlen sich aus / Wichtige Investition: Uferschutz in Parow

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Schon 2008 (unser Foto) hatte der Sturm am Strand von Parow ernome Schäden angerichtet. Auch im Januar 2017 hat das Ufer arg gelitten. 150000 Euro müssen für Sicherungsmaßnahmen ausgegeben werden.

Quelle: Foto: Oz

Kramerhof. Es gibt sie doch noch, Kommunen, die finanziell gut dastehen. Eins der seltenen Beispiele in den Zeiten knapper Kassen ist Kramerhof – eine 1800 Einwohner zählende Kommune vor den Toren der Hansestadt. Mit 600000 Euro auf dem Konto kann man dort dem Haushaltsjahr entspannt entgegensehen und braucht im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden kein Haushaltssicherungskonzept auf den Tisch legen.

Das, was vielen anderen Kommunen fehlt, sorgt in Kramerhof für gut gefüllte Kassen: sprudelnde Einnahmen. Bei den meisten sind die kleiner als die Ausgaben, so entsteht ein Defizit, das man nicht ausgleichen kann. Auch eine gut gefüllte Rücklage ist da nur kurzfristig eine Rettung. Ganz anders in Kramerhof. Zwei Millionen Euro werden hier auf das Gemeindekonto gebucht. Größter Posten ist die Einkommenssteuer mit über 700000 Euro. 674000 Euro bekommt die Kommune von den Gewerbetreibenden, wobei natürlich der Strelapark ein zuverlässiger Zahler ist. Weil die Gemeinde 2015 nur 276000 Euro Gewerbesteuereinnahmen hatte, bekommt sie in diesem Jahr Schlüsselzuweisungen vom Land. Das spült unerwartet 253000 Euro in die Kasse. Denn eigentlich ist es Kramerhof – eben wegen der guten Gewerbesteuer – gewöhnt, ohne Landeszuweisung auszukommen.

100000 Euro will Kramerhof außerdem durch Grundstücksverkäufe erzielen. Geld, das in die Investitionen fließen soll. Fortgeführt wird der Wiederaufbau der Orangerie in Parow (die OZ berichtete). Die Arbeiten hatten 2016 begonnen und sollen im Sommer abgeschlossen sein. Ursprünglich waren 680000 Euro vorgesehen, daraus wurden jetzt 770000 Euro. Die Förderung aus dem Leader-Topf beläuft sich nunmehr auf 561000 Euro. Der Anteil der Gemeinde wächst von einst 163000 auf 265000 Euro. Allerdings werden in diesem Jahr nur noch 33600 Euro haushaltswirksam. Und noch etwas liegt der Gemeinde am Herzen: Sie will eigentlich einen neuen Strand bauen. Eine Schätzung ergab Baukosten von 888000 Euro. Das war der Kommune doch zu happig.

Man schob das Projekt erst mal. Doch nach den letzten großen Stürmen Anfang Januar hat das Ufer arg gelitten. An der Badestelle wurde extrem viel Küste abgetragen.

„Es sind dringend Schutzmaßnahmen erforderlich. Die AIU schätzt diese Kosten auf 150000 Euro“, sagte Bürgermeister Christian Seide (parteilos) in der Haushaltsdebatte der Abgeordnetenrunde.

Kämmerin Kirstin Bosse ergänzte: „Wir haben für die Beseitigung der Sturmschäden eine Sonderbedarfszuweisung beim Land beantragt. Die wurde abgelehnt. Also müssen wir uns eine andere Lösung überlegen.“ Fakt ist, die 150000 stehen erst einmal im Haushaltsplan, der letzte Woche einstimmig beschlossen wurde.

Aus dem Kramerhofer Haushalt

wichtigste Pflichtausgaben

Kreisumlage: 657000

Amtsumlage: 266 000

Jugendarbeit: 4700

Schulumlage: 199000

Kita-Zuschuss: 25000

Feuerwehr: 16600

Gewerbesteuerumlage: 62000

Personalaufwendungen (Ehrenamtsentschädigung, Kosten für drei Gemeindearbeiter): 102000

wichtigste Einnahmen

Grundsteuer A: 16000

Grundsteuer B: 249000

Gewerbesteuer: 674000

Einkommenssteuer: 714000

Umsatzsteuer: 31000

Hundesteuer: 5500

Familienausgleich: 118000

Landeszuweisung: 253000 Investitionen: rund 200000

Baumaßnahme Strand: 151000

Orangerie Parow: 33600

Winterdienststreuer: 2900

Kreditraten: 55000

Zinsen: 5000

Schulden Ende 2017: 598000

Pro-Kopf-Verschuldung: 388

Die Gemeinde hat 1797 Einwohner.

Ines Sommer

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