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Politik Laack nicht mehr in der AfD
Vorpommern Stralsund Politik Laack nicht mehr in der AfD
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00:00 15.09.2016

Jetzt ist der La(a)ck ab: Der Stralsunder Bürgerschaftsabgeordnete Matthias Laack ist nicht mehr Mitglied der AfD. Wie Bernhard Wildt, der Sprecher des AfD-Kreisverbandes Vorpommern-Rügen, auf Anfrage der OZ sagte, sei Laack am Dienstag von selbst aus der Partei ausgetreten.

Grund für den plötzlichen Austritt nach der Landtagswahl sei die Liste an juristischen Vorwürfen gegen den Stralsunder Stadtvertreter, über die die OZ am Freitag berichtet hatte. Wildt: „Das war für uns ein Schock.“ Es gehe für die AfD „um eine Frage der Glaubwürdigkeit“, betonte Wildt. „Wir sind eine Partei, die großen Wert auf die Einhaltung von Gesetzen legt.“

Sein Mandat in der Stralsunder Bürgerschaft werde Laack aber behalten. Er wäre dann parteiloses Mitglied des Gremiums.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass Laack im Jahr 2014 wegen einer Insolvenzstraftat zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden war. Zudem war er seit dem Jahr 2003 immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Hausfriedensbruch, Stromklau, Unterschlagung von Krankenkassenbeiträgen, Diebstahl lauten die Vorwürfe.

Allein rund 26000 Euro an Mietschulden soll Laack angehäuft haben, sagte sein früherer Vermieter Manfred Wiener aus Oldenburg (Niedersachsen). Er ist Eigentümer eines Hauses in der Mönchstraße, in dem Laack zeitweise eine Wohnung gemietet hatte. Nachdem der Gerichtsvollzieher die Wohnung räumen ließ, sei Laack dort eingebrochen und habe den Strom der Hausgemeinschaft angezapft, sagte Wiener.

Wie AfD-Kreischef Wildt sagte, habe Laack der Partei seine Verurteilung verschwiegen. Laack war auch zur Landtagswahl in Stralsund angetreten und hatte das Direktmandat im Wahlkreis 26 nur um 56 Stimmen verfehlt. Zurzeit wird geprüft, ob der rein städtische Wahlkreis neu ausgezählt wird, weil das Wahllokal im Stralsunder Hansa-Gymnasium zur Zeit der regulären Auszählung am Wahlabend verschlossen gewesen sein soll. Laack wollte die Auszählung vor Ort beobachten, hatte aber keinen Zutritt zu dem Wahllokal bekommen (die OZ berichtete).

Wildt betonte, dass Laack die Partei von selbst verlassen habe, nachdem die Vorwürfe und das Urteil bekannt geworden waren.

Laack selbst bestätigte auf Anfrage ebenfalls, dass er aus der AfD ausgetreten sei. Eine ausführliche Erklärung über die Gründe wolle er aber erst in einigen Tagen abgeben.

Benjamin Fischer

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