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Politik Merkel und Glawe zuerst am Büfett
Vorpommern Stralsund Politik Merkel und Glawe zuerst am Büfett
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00:02 19.01.2015
Küchenchef Marin Fenske schneidet das Wildschein an.

Gäbe es Medaillen für erste Plätze am Büfett, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hätte eine verdient. Denn dem 61-jährigen Grimmener gelang es am Freitagabend in der Gaststätte „Zu den Linden“ in Trinwillershagen, zumindest zeitgleich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einem der vielen großen Tische mit den leckeren Häppchen zu sein. Es war aber auch sehr verlockend, was das Team um Gaststättenchef Olaf Micheel zubereitet hatte.

Natürlich gab es wieder Wildschwein — wie damals, als US-Präsident George W. Bush in Trinwillershagen weilte. Fünf Stunden hatte es vor der Gaststätte über dem offenen Feuer gebrutzelt. Erlegt worden war es natürlich in den heimischen Wäldern. „Wir haben es vorher mit unserer geheimen Trockenwürzung behandelt“, betonte Chefkoch Martin Fenske, bevor er für Angela Merkel (CDU) den Braten anschnitt.

Die Bundeskanzlerin ließ sich auch ein Stückchen Pute von Marco Johannsen schmecken. Denn auch die duftete so gut, dass man an ihr nicht ohne zu probieren vorbeikam. Der zweite Koch erklärte der Kanzlerin, dass es viele weitere selber hergestellte Produkte auf dem Büfett gäbe: Hirschbraten, Sauerfleisch und Sülze.

Trotz ihrer im Moment immensen nationalen und internationalen Verpflichtungen war der Hubschrauber pünktlich kurz vor 19 Uhr in Trinwillershagen gelandet. Nachdem die deutsche Regierungschefin von Landrat Ralf Drescher und Kreistagspräsidentin Andrea Köster (beide CDU) willkommen geheißen wurde, betonte sie, dass dieser Neujahrsempfang alljährlich für sie ein wichtiger Termin sei, den sie nicht versäumen möchte, schließlich werde sie seit 1990 immer direkt als Abgeordnete für den Bundestag in der Region gewählt.

Nur im letzten Jahr war sie Trinwillershagen ferngeblieben. „Da lag ich krank im Bett“, erklärte die Kanzlerin. Knapp zehn Minuten redete sie frei, obwohl sie sich noch kurz davor einige Notizen auf einen Zettel geschrieben hatte. Die Bundeskanzlerin sprach vieles an, die Stralsunder Werftenproblematik ebenso wie die Pegida-Demonstrationen. „Ich verstehe die Probleme“, betonte sie. „Ich verstehe aber nicht, dass man sich nicht anders um ihre Lösung bemüht“, gab sie einen Seitenhieb in Richtung der Demonstranten.

Nach ihrer Rede nahm Angela Merkel gemeinsam mit den Vertretern des Landkreises die traditionelle Ehrungen vor, was ihr sichtlich Freude bereitete. Besonders, als Kreistagspräsidentin Andrea Köster die Laudatio für die Frau des Jahres hielt, sah man in Merkels Gesicht einen gewissen Glanz, der offensichtlich Hochachtung ausdrückte, die die Kanzlerin angesichts des Geleisteten für Antje Coordt aus Putbus empfand.

Die Diplom-Medizinerin stammt aus Zarnekow bei Grimmen und begann 2009, einem Waisenhaus in Bangladesh zu helfen, das kurz vor der Schließung stand. Weil ihr damals das Herz blutete, wie sie bekannte, gründete sie den Verein „Kinderlachen 2009 Rügen“, der seither unterstützt. Das Heim existiert noch heute. Antje Coordt bedankte sich bei ihren Unterstützern und besonders bei ihrer Mutter, Ingrid Strasdas.

Als Sportlerin des Jahres 2014 konnte ebenfalls eine Rüganerin Blumen von Angela Merkel entgegen nehmen: Wibke Meister aus Sagard wurde im Jahre 2014 mit dem deutschen Team Weltmeister im Frauenfußball in der Altersklasse unter 20. Die 19-Jährige ist die erste, die einen solchen Titel nach Vorpommern-Rügen holte. Den Kulturpreis 2014 erhielt Gerlinde Creutzberg, die die Kreistagspräsidentin als die künstlerische Instanz von Ahrenshoop beschrieb.

Mehr als 400 Gäste hatten sich zum Neujahrsempfang eingefunden. Neben den Vertretern der Kreisverwaltung waren es vor allem Bürgermeister und Mitglieder von Gemeindevertretungen, Unternehmer, Geschäftsführer, Vereinsvorsitzende und Bauern. In ihren Gesprächen ging es vielfach um Alltagssorgen.

So beklagte Landwirt Alexander Smrekar aus Sundhagen die Probleme mit den Zuckerrüben, die derzeit auf vielen Feldern im Kreis regelrecht verrotten, weil die Kapazitäten für ihre Verarbeitung nicht ausreichen. Der Tribseeser Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) erzählte, dass es möglicherweise jetzt einen Lichtblick bei der Stadtsanierung gibt. Der Bürgermeister von Elmenhorst, Rudi Wendorf (CDU), war bemüht, den Wirtschaftsminister für dringende Förderungen in seinem Dorf zu sensibilisieren und erzählte nebenbei, dass er zum 1. Juni 2016 in den Ruhestand geht. Noch ist Wendorf für die Öffentlichkeitsarbeit an der Stralsunder Fachhochschule tätig. Wenn er Rentner ist, will er sich nur noch um die Belange seiner Gemeinde kümmern.

Gut zwei Stunden beehrte Angela Merkel die Gäste mit ihrer Anwesenheit. Kurz vor 21.30 Uhr hob ihr Hubschrauber wieder ab. Tradition ist es ebenfalls, dass alle Ausgezeichneten gemeinsam mit der Bundeskanzlerin zu Abend essen. Morgen ist die Kanzlerin übrigens abermals in Vorpommern. Dann feiert die Greifswalder CDU ihren Neujahrsempfang.



Reinhard Amler

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