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Neuer Tourismus-Beirat: Entscheidung steht kurz bevor

Stralsund Neuer Tourismus-Beirat: Entscheidung steht kurz bevor

Das Gremium soll die Stadtvertreter zunächst vor allem bei der Einführung der Kurtaxe beraten / Christdemokraten sind gespalten

Stralsund. Die Tourismus-, Hotel- und Gastronomiebranche in Stralsund fordert angesichts der geplanten Einführung von Tourismusabgaben jetzt mit Nachdruck die Schaffung eines Tourismus-Beirates. Das Gremium soll zur Verbesserung der Kooperation zwischen der städtischen Tourismuswirtschaft, der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung beitragen und hätte eine beratende Funktion.

Für andere Bereiche sind vergleichbare Beiräte bereits vor Jahren etabliert worden – beispielsweise für die architektonische Gestaltung der Altstadt oder alle Themen, die mit dem Welterbestatus der Stadt zusammenhängen.

„Wir bohren dieses Brett seit zwei Jahren sehr intensiv und haben mit allen Fraktionen gesprochen, zuletzt mit CDU/FDP“, sagt Eike Sadewater, der Chef des Hotels Scheelehof. Er sitzt zugleich im Vorstand des örtlichen Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Innerhalb der Branche wird diese Forderung breit unterstützt. Das Dilemma aus Sicht der Touristiker bringt Sadewater selbst auf den Punkt: „Über die Gründung des Beirates entscheiden nicht diejenigen, die den Wunsch in sich tragen, nämlich die touristischen Leistungsträger, sondern die Kommunalpolitiker.“

Die Forderung, in Stralsund einen Tourismus-Beirat zu etablieren, ist bereits rund vier Jahre alt. Grund dafür war zunächst die herausgehobene Bedeutung, die der Tourismus in Stralsund besitzt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes konnte die Stadt im vergangenen Jahr 505000 Übernachtungen vorweisen. Zum Vergleich: Greifswald erreicht mit 226000 Übernachtungen noch nicht einmal die Hälfte. Zudem sind in der Vergangenheit im Rathaus Fehler gemacht worden. So sei von der Stadtverwaltung zur Präsentation des Wikingergoldes im Stralsund Museum eine große Kampagne gestartet worden, ohne allerdings die Praktiker aus der Branche einzubeziehen, sagt der Vorsitzendes des Dehoga-Ortsverbandes und Direktor des Hansedoms, Dirk Höft.

Um mögliche Fehler bei der geplanten Einführung einer Kurtaxe für die Gäste und einer Fremdenverkehrsabgabe für alle Firmen, die in Stralsund mit den Touristen (auch indirekt) Geld verdienen, hat insbesondere der Dehoga die Gründung des Beirates in den vergangenen Monaten vorangetrieben. Mit den Einnahmen aus dieser Abgabe soll Werbung finanziert werden, um Stralsund auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns noch bekannter zu machen.

Sollte der Beirat in den nächsten Wochen seine Arbeit aufnehmen, müsste seine Meinung von dem für Tourismus und Wirtschaft zuständigen Bürgerschaftsausschuss immer angehört werden. Gibt es keinen Beirat, ist der Ausschuss nicht dazu gezwungen, Gästen aus der Tourismusbranche das Wort zu erteilen.

Folglich lehnt der CDU-Stadtvertreter und Vorsitzende des Wirtschaftsauschusses, Maximilian Schwarz, den Beirat ab. „Früher wurde immer gesagt, wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis“, sagt er spitz. Der Stralsunder Dehoga-Chef Höft bezeichnet diesen Kommentar als eine „Ohrfeige für die Menschen, die sich engagieren wollen“.

Schwarz zufolge sollten die Betroffenen lieber direkt im Bürgerschaftsausschuss vorsprechen. „Wir haben schon etliche Beiräte und müssen dort miteinander kommunizieren, wo die Themen auch beschlossen werden. Wir sollten uns bei mir im Ausschuss ins Gesicht schauen und sagen: Das wollen wir, das finden wir gut, oder das wollen wir nicht. Ansonsten schaffen wir extra einen Beirat, der sich ein halbes Jahr mit sich selbst beschäftigt, und dann ist es schon wieder vorbei mit der Kurabgabe“, stichelt der CDU-Mann. Innerhalb seiner Partei gebe es aber auch andere Meinungen.

Eine davon hat Oberbürgermeister Alexander Badrow. Er betonte auf Anfrage der OZ, dass er der Gründung eines Tourismus-Beirates offen gegenüberstehe und es begrüße, wenn die Praktiker ihre Kompetenz einbringen wollen. Auch die anderen Fraktionen in der Bürgerschaft befürworten größtenteils die Gründung eines Tourismus-Beirates.

Benjamin Fischer

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