Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Pionierhaus: Grüne wollen den Verkauf stoppen
Vorpommern Stralsund Politik Pionierhaus: Grüne wollen den Verkauf stoppen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 01.12.2016
Stralsund

Die Debatte um den Verkauf des Grundstücks Knieperdamm 5 mit dem ehemaligen Pionierhaus nimmt noch einmal richtig Fahrt auf. Wie jetzt bekannt wurde, unterstützt die Stadtverwaltung die Pläne für ein Fitness-Center und ein Sanitätshaus auf dem Areal schon seit Anfang 2014. Das geht aus dem Protokoll einer Akteneinsicht hervor, das der OSTSEE-ZEITUNG vorliegt.

Danach hat Bauamtsleiter Dieter Hartlieb auf dem Kaufantrag der Stralsunder Bauherrengemeinschaft aus „Gym Fitness World“ und dem Sanitätshaus Schumann handschriftlich vermerkt: „bitte unterstützen“.

Im Januar 2015 wurde demnach einem Interessenten aus Duisburg mitgeteilt, dass es bereits Verhandlungen gebe und seine Anfrage deshalb abgelehnt werde. Zwischenzeitlich hatte der Stralsunder CDU-Politiker und Stadtvertreter Hendrik Lastovka dem Bauamt schriftlich angezeigt, dass er die Stralsunder Bauherrengemeinschaft (Fitness-Center/Sanitätshaus) vertritt.

Am 19. Juni 2015 folgte ein Kaufantrag des Pommerschen Diakonievereins in Greifswald für das Grundstück am Knieperdamm 5. Der Verein plant ein Begegnungszentrum mit einem familienorientierten Wohn- und Servicehaus. Geboten wurden 280000 Euro. Anfang Januar 2016 kam von der Bauherrengemeinschaft das Gebot von 275000 Euro. Pikant: Als der Diakonieverein am 22. Januar 2016 sein Angebot von 280000 Euro noch einmal bestätigte, erhöhte die Bauherrengemeinschaft am selben Tag auf 285000 Euro. Inzwischen hat der Diakonieverein auf 300000 Euro erhöht.

Während der heutigen Sitzung der Bürgerschaft (16 Uhr, Löwenscher Saal des Rathauses) soll im nichtöffentlichen Teil eigentlich die Entscheidung darüber fallen, wer den Zuschlag erhält. Allerdings wollen die Grünen den Verkauf vorerst stoppen und die Interessenten auffordern, bis zum 31. Dezember 2016 abschließende Kaufangebote abzugeben, über die im neuen Jahr noch einmal beraten werden kann.

Die Linken unterstützen diesen Vorstoß, über den die Bürgerschaft heute im öffentlichen Teil der Sitzung abstimmt.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt der Beratung geht es um die Zukunft des Busverkehrs in Stralsund. Weil das Land seine Zuschüsse für den öffentlichen Personennahverkehr erheblich kürzt, gerät der Landkreis Vorpommern-Rügen als Träger in Finanznot, wenn der derzeitige Standard erhalten bleiben soll. Er fordert von der Hansestadt einen Zuschuss. Während CDU/FDP und Grüne auf einen Kompromiss setzen, der die Stadt 100000 Euro kosten würde, wollen SPD und Linke, dass mit dem Kreis ergebnisoffen über die Zukunft des Nahverkehrs in der Stadt verhandelt wird. Dazu gehört auch die Option, den Stralsunder Stadtverkehr wieder in die Verantwortung der Hansestadt zurückzuholen.

Nicht zuletzt steht der Etat für 2017 im Mittelpunkt der Debatte der Bürgerschaft. jpw

OZ

Mehr zum Thema

Im ersten Schritt wird auf drei Ackerflächen neuer Wald angelegt

28.11.2016

Middelhagen, Thiessow und Gager sollen zur Gemeinde „Mönchgut“ werden – Baabe kritisiert Namen

29.11.2016

Rostocker Professor hört sich Sorgen und Wünsche der Einwohner in Eixen an

29.11.2016

Das Gremium ist Bindeglied zwischen Schule und Politik und Ansprechpartner für alle Schüler

30.11.2016

Finanzausschuss gibt grünes Licht und fordert vom Land eine bessere Verteilung des Geldes auf die Städte und Gemeinden

24.11.2016

CDU/FDP- und Grünen-Fraktion der Bürgerschaft sind für eine Beteiligung an Finanzierung durch den Kreis, zum Erhalt der Qualität des Nahverkehrs am Sund. SPD und Linke wollen prüfen lassen, die Stadtbusse wieder in die Obhut der Hansestadt zu holen.

24.11.2016