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Rückzug: Bunge will nicht mehr Bergens Stadtpräsident sein

Bergen Rückzug: Bunge will nicht mehr Bergens Stadtpräsident sein

Künftig wird er in der Stadtvertretung die CDU/FDP-Fraktion anführen / Noch ist für ihn kein Nachfolger in Sicht / Es könnte auch einen überfraktionellen geben

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In seiner Funktion als Stadtpräsident überreichte Eike Bunge (CDU) Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke im Oktober 2015 die Amtskette. Im Vordergrund die stellvertretenden Stadtpräsidenten Matthias Ewert und Monika Quade.

Quelle: Uwe Driest

Bergen. Großes Stühlerücken in der Bergener Stadtvertretung: Deren Mitglieder müssen einen neuen Präsidenten der Stadtvertretung wählen. Denn Eike Bunge, der aktuelle Amtsinhaber, kündigte der 47-Jährige gestern gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG an: „Ich lege mein Amt als Präsident der Stadtvertretung zum 16. Oktober nieder.“

OZ-Bild

Künftig wird er in der Stadtvertretung die CDU/FDP-Fraktion anführen / Noch ist für ihn kein Nachfolger in Sicht / Es könnte auch einen überfraktionellen geben

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Diese Entscheidung hat Bunge inzwischen auch den Stadtvertretern in einem Brief mitgeteilt, der auf den 4. Oktober datiert ist und der der OZ vorliegt. Das vier Sätze lange Schreiben endet so: „In der Sitzung der Stadtvertretung der Stadt Bergen auf Rügen am 17. Oktober 2016 kann dann über meine Nachfolge entschieden werden.“

An dieser Sitzung wird Bunge schon als Chef der CDU/FDP-Fraktion teilnehmen. „Ich wurde gebeten dieses Amt zu übernehmen und wurde schließlich am 30. September zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt“, sagt Bunge. Das bestätigt die Fraktion in einer Pressemitteilung. Demnach folgte Bunge auf Axel Thiede. Der soll den Vorsitz abgegeben haben, weil er zum einen seit dem 1. September als Schulrat für Migration im Schulamt Greifswald arbeitet und zum anderen für Burkhard Lenz, der sein Mandat niederlegt, in den Kreistag Vorpommern-Rügen nachrückt. Thiede wird aber Stadtvertreter in Bergen bleiben „und seine Arbeit in den Ausschüssen wie bisher fortsetzen“, sagte Eike Bunge.

Seine Fraktion ist mit 13 Köpfen die größte in der Stadtvertretung. „Wir haben daher das Vorschlagsrecht für einen neuen Präsidenten“, machte der Kommunalpolitiker deutlich. Aber auch: „Wir sind noch auf der Suche nach einem Nachfolger, denn wir haben, ganz ehrlich gesagt, noch keinen gefunden.“ Deshalb, so Bunge, sei seine Fraktion auch für Vorschläge aus anderen Fraktionen offen „Wenn wir uns auf einen geeigneten Kandidaten einigen könnten – dann hätten wir durchaus nichts dagegen“, versicherte Bunge.

Von dessen Rückzug zeigt sich Peter Wendekamm gestern überrascht. „Ich wusste bis jetzt überhaupt nichts davon“, sagte der Chef der Fraktion der Linkspartei am gestrigen frühen Nachmittag. Einen Vorschlag für einen möglichen Kandidaten habe er deshalb noch nicht. Aber er könne sich „da etwas in Richtung der SPD-Fraktion vorstellen“, sagte Wendekamm. Überrascht sei er übrigens nicht nur von der Rücktrittsnachricht gewesen, sondern auch davon, dass sich die CDU/FDP-Fraktion möglichen Vorschlägen anderer Fraktionen nicht verschließen wolle: „Das hat eine neue Qualität, die wir bisher nicht so hatten und nicht erlebt haben. Es bleibt spannend, es wird nicht langweilig“, sagte Wendekamm.

Im Gegensatz zu ihm kommt der Verzicht Bunges auf das Stadtpräsidentenamt für Oliver Cornelius nicht überraschend. „Angesichts der Ereignisse der letzten Monate ist das nur folgerichtig“, sagt der Stadtvertreter des Grünen Bündnisses für Bergen. Seine Fraktion und die der Linken hatten erst im Juli Bunge zum Rücktritt aufgefordert. Begründet wurde das mit einem kompletten Vertrauensverlust. Andre Schröder (Linke) hatte dabei unter anderem auf das Verhalten Bunges während des Bürgermeisterwahlkampfes 2015 verwiesen. Damals soll Bunge von anonymen Briefen gegen Stadtvertreter, von Morddrohungen und Polizeischutz gesprochen haben. Bewahrheitet habe sich davon nach Aussagen der Polizei in Stralsund und Bergen nichts (die OZ berichtete).

Auf die Zeit rund um die Bürgermeisterwahl im April 2015 und danach ging Bunge gegenüber der OZ in einem kurzem Resümee ein: „Ich war sehr gerne sieben Jahre lang Stadtpräsident. Sechs davon haben richtig Spaß gemacht.“

Chris-Marco Herold

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