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Sanierungsstau bei Schulen: Dem Kreis fehlen 31 Millionen Euro

Stralsund Sanierungsstau bei Schulen: Dem Kreis fehlen 31 Millionen Euro

Nur 2,1 Millionen Euro stehen dem Landratsamt im kommenden Jahr für Unterhaltung und Investitionen in Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen zur Verfügung

Stralsund. An den Schulen des Landkreises Vorpommern-Rügen herrscht ein Investitionsstau in Millionenhöhe. Mehr als 31 Millionen Euro seien notwendig, um die wichtigen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten durchführen zu können, sagte Sabine Ewert, Leiterin des Fachdienstes Gebäudemanagement im Landratsamt, während der Sitzung des Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses am Mittwochabend. Und dabei handelt es sich nur um die Schulen, die die Kreisverwaltung unterhält, also Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen. Demgegenüber stehen im kommenden Jahr gerade einmal etwas mehr als 2,1 Millionen für bauliche Unterhaltung (1,75 Millionen Euro) und Investitionen ( ca. 380000 Euro) zur Verfügung. Und noch läuft die Streichrunde in den Ausschüssen des Kreistages, um das Haushaltsdefizit auszugleichen.

Die Gründe für die Misere sieht Sabine Ewert unter anderem in der Kreisgebietsreform 2011. Damals sind Schulen der Hansestadt Stralsund auf den Landkreis übergegangen. „Wir haben keine guten Immobilien übertragen bekommen“, so Ewert. Zudem seien auch Neubauten, wie etwa das Gymnasium in Ribnitz-Damgarten, bereits einige Jahre alt. „Wir haben nur das Nötigste gemacht, weil wir auf das Budget achten mussten. Wir werden das Loch nie stopfen können.“

Eine Aussicht, die wenig zufriedenstellend ist. „Das ist eine gewaltige Summe. Das ist erschreckend“, sagte Norbert Thomas (CDU), Vorsitzender des Bildungsausschusses. „Es ist viel gemacht worden, aber es ist noch viel zu tun. Mal wird ein Dach gemacht, mal ein Klassenzimmer, aber das reicht nicht“, sagte Kristine Kasten (SPD), die anregte, angesichts niedriger Zinsen eine Kreditaufnahme in Erwägung zu ziehen, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Wenke Brüdgam-Pick (Die Linke) ärgert vor allem, dass zu wenig in die Sportstätten des Kreises investiert werde. „Es muss das Ansinnen sein, alle Sporthallen auf den gleichen Stand zu bringen“, sagte sie auch mit Blick darauf, dass der Kreistag vor etwas mehr als einem Jahr die Nutzungsgebühren für die Hallen erhöht hat. Der Bildungsausschuss hat die Verwaltung nun immerhin beauftragt, ein Sanierungskonzept für die Sportstätten des Kreises zu erstellen und mögliche Finanzierungswege aufzuzeigen.

Immerhin: Etwa 450000 Euro sind im kommenden Jahr für das Gymnasium in Grimmen drin. Unter anderem sollen die Lichtkuppel sowie das Dach der Turnhalle erneuert werden. Auch am Gymnasium in Ribnitz-Damgarten soll gearbeitet werden. Für etwa 460000 Euro sollen der Sonnenschutz erneuert und die Fassade saniert werden. Für das Gymnasium in Bergen sind 106000 Euro eingeplant, unter anderem für neue Fensteranstriche und Fußböden. Rund 1,11 Millionen Euro sind für die Gymnasien insgesamt eingeplant.

Für rund 413000 Euro werden die Beruflichen Schulen bzw. die Wohnheime angefasst. Mehr als 170000 Euro werden in vorbereitende Maßnahmen zur Sanierung der Außenfassade des Wohnheimes in Sassnitz gesteckt. In Stralsund soll der Fußboden am Standort Vilmer Weg für rund 65000 Euro erneuert werden.

589000 Euro sind für die Förderschulen eingeplant, darunter in Franzburg die Erneuerung des Daches der Sporthalle für 48500 Euro sowie die Erneuerung der Schulzufahrt für 142000 Euro. Für 140000 Euro soll die Verbesserung des Brandschutzes am Förderzentrum Grimmen fortgeführt werden. Das Förderzentrum in Bergen soll für 142000 Euro umgebaut werden, um künftig die Volkshochschule darin mit unterzubringen.

Andere Maßnahmen müssen verschoben werden, etwa die Dachabdichtung der Beruflichen Schulen Ribnitz-Damgarten (105000 Euro) oder die Erneuerung der Innentüren und der Fußböden in der Sonnenblumenschule in Franzburg (ca. 30000).

Millionen vom Kreis für Stralsunds Schulen

Mit der Kreisgebietsreform 2011 sollten die Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen der Hansestadt Stralsund auf den Landkreis übergehen. Unter anderem, weil die Hansestadt bessere Möglichkeiten hat, Fördermittel zu bekommen, blieben diese aber bei der Stadt. Der Kreis zahlt stattdessen für die Unterhaltung der Schulen. Rund 2,7 Millionen sind dafür 2017 eingeplant, unter anderem rund eine Million für das Hansa-Gymnasium, 472500 Euro für die IGS Grünthal oder 756000 Euro für das Schulzentrum am Sund. Die Hansestadt habe laut Sabine Ewert aber mehr als 3,3 Millionen für 2017 angemeldet. Die Verhandlungen laufen noch. Laut Kreissprecher Olaf Manzke habe es diese Differenz jedes Jahr gegeben. „Am Ende hat man sich immer geeinigt“, so Manzke.

Robert Niemeyer

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