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Politik Stralsunderin in Chios: Hier werden Menschenrechte verletzt
Vorpommern Stralsund Politik Stralsunderin in Chios: Hier werden Menschenrechte verletzt
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06:06 05.04.2016
Ein Aktivist verteilt Hygieneartikel und Kekse an einem Stacheldrahtzaun am Rand des Auffanglagers Vial auf Chios. Die Stralsunderin Lucie Friedrichs will die Bilder des Elends von Chios nun in Deutschland öffentlich machen. Quelle: privat
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Stralsund

Seit Montag greift der Flüchtlingspakt mit der Türkei, die ersten Migranten werden aus Griechenland abgeschoben – doch zu welchem Preis? Eine Stralsunderin, die jetzt als Helferin auf der griechischen Insel Chios war, beklagt Menschrechtsverletzungen, die unter der Fahne der Europäischen Union begangen werden.

Die in Stralsund aufgewachsene Studentin Lucie Friedrichs (24) war in Griechenland und sah dort, unter welchen dramatischen Bedingungen die Flüchtlinge nach dem EU-Deal mit der Türkei leben.

Die 24-jährige Lucie Friedrichs schildert, dass das Auffanglager Vial, ein sogenannter Hotspot, einem Abschiebegefängnis gleicht. Wer illegal auf der Insel ankommt, wird direkt dorthin verfrachtet. Das Gelände sei komplett mit Stacheldraht umzäunt und die Menschen dürften es nicht verlassen. Zudem sei es völlig überfüllt: In dem für 800 Menschen ausgelegten Camp lebten zwischenzeitlich 1500 Flüchtlinge. „Es gibt zu wenig Sanitäranlagen und Betten. Die Leute mussten zum Teil auf Europaletten schlafen“, sagt die Studentin.

Lucie Friedrichs war gemeinsam mit zwei Freundinnen zwei Wochen auf Chios, seit vergangenem Donnerstag ist sie wieder in Deutschland. Sie ist in Stralsund aufgewachsen und hat am Hansa-Gymnasium ihr Abitur gemacht. Derzeit studiert sie Kindheitspädagogik in Berlin.

Von Alexander Müller

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