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Politik Tausch-Chaos: Speckitonnen säumen Bergens Straßenränder
Vorpommern Stralsund Politik Tausch-Chaos: Speckitonnen säumen Bergens Straßenränder
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00:00 02.12.2015
Bergen

Der Tonnen-Tausch auf der Insel Rügen ist ins Stocken geraten. Bestes Beispiel dafür ist Bergen. Der nächste Abfuhrtermin steht an. Und noch immer stehen alte Biotonnen, die längst eingesammelt sein sollten, an den Straßenrändern. „Oder fliegen durch die Stürme in der Gegend herum. Bezweckt der Abfallbetrieb etwa auf diese Art und Weise eine Selbstentsorgung der Alttonnen“, ist der Bergener Uwe Wierschke erbost und fordert Abhilfe. Dass durch die Tonnen-Parade das Bild der Stadt verschandelt werde, sei für ihn die eine Sache. Die andere hält er für noch viel prekärer. „Leider ziehen wir uns auch durch das Herumliegen der Tonnen, die immer noch Reste enthalten und auch mit geöffnetem Deckel daliegen, Ratten und anderes Ungeziefer heran“, macht der Bergener, die im Neuen Weg zu Hause ist, deutlich. Und befürchtet schon neues Ungemach für den einfachen Bürger. „Unter Einsatz unseres Steuergeldes muss das Ungeziefer dann notfalls erst wieder vertrieben werden.“

Der Plan der Abfallwirtschaft Vorpommern-Rügen zum großen Tonnen-Tausch hatte solche Zustände ausgeschlossen. „Spätestens einen Tag nach der Entleerung werden die Rest- und Bioabfallbehälter eingezogen“, hießt es Ende Oktober. Falls es zu Verzögerungen beim Abtransport der bisherigen Tonnen kommt, sollten diese gut sichtbar und frei zugänglich zur späteren Abholung platziert werden. Wann damit zu rechnen sei, wurde damals nicht gesagt. An der Markt- oder Dammstraße stehen die Tonnen — frei zugänglich — immer noch. Dabei sollten, so hieß es damals, bis Ende November sämtliche Restmüll- und Biotonnen auf Rügen ausgetauscht sein.

„Ja, so sah eigentlich unser Plan aus“, sagt Torsten Ewert, stellvertretender Betreibsleiter der Abfallwirtschaft, heute. Und Anfangs sei man beim kreiseigenen Unternehmen auch „sehr zufrieden“ mit Fortgang der Dinge beim Tonnen-Tausch gewesen. „Das lief eigentlich reibungslos“, so Ewert. Aber dann sei Sand ins Getriebe gekommen. Zum einen soll es zwischen den Tausch- Teams Abstimmungsprobleme gegeben haben. Zum anderen, und dies habe den eigentlichen Plan durcheinandergebracht, sei es zu einem Engpass bei den nun braunen Biotonnen gekommen. „Der Lieferant kam mit dem Liefern nicht hinterher“, macht Ewert deutlich. Und verspricht den Bergenern eines: „Bis Ende dieser Woche sind alle Tonnen abgeholt.“

Auf einen interessanten Aspekt hatte Anfang der Woche Mario Ullrich von der Polizei Bergen hingewiesen: „Wenn wegen des Sturmes eine der leeren Tonnen auf die Straßen kippen und es dadurch zum Unfall kommt, ist eigentlich der Eigentümer der Tonnen für den Schaden verantwortlich.“ Und bei dem handelt es sich um den Landkreis.



Chris-Marco Herold

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