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„Vielleicht hätten wir eher reagieren müssen“

Stralsund „Vielleicht hätten wir eher reagieren müssen“

SPD gelingt bestes Zweitstimmenergebnis in Stralsund / Linke hadern mit den Verlusten bei der Landtagswahl

Stralsund. Wundenlecken bei den Stralsunder Linken. Wenige Minuten nach der ersten Hochrechnung regiert bei der Wahlparty der Linkspartei im Stralsunder Bürgergarten am Knieperdamm der Frust, der sich vor allem an der Alternative für Deutschland entlädt.

„Das Ergebnis der AfD ist erschreckend“, sagt Maria Quintana-Schmidt, Direktkandidatin im Wahlkreis 25. Vor allem das Flüchtlingsthema hätte gezogen. „Wir waren die Partei, die hinter den Flüchtlingen stand und gesagt hat: Flüchtlinge sind keine Gefahr“, betont die Stralsunder Kandidatin Andrea Kühl. Durch die AfD sei diese Gefahr den Menschen jedoch „ins Ohr geflüstert worden“. Die Befürchtungen der Menschen seien ausgenutzt worden, was vor allem im Osten des Landes zu spüren gewesen sei. „Vorpommern ist eine abgehängte Region“, sagt Kühl.

Im Wahlkampf sei das Stimmungsbild, wie es die Wahl gestern gezeigt hat, aus Sicht der Linken nicht spürbar gewesen. „Es war eine bessere Stimmung als in den Jahren davor“, sagt Kühl. Dennoch. „Die Menschen hatten das Gefühl, dass man sie vergessen hat“, ergänzt Quintana-Schmidt. Die Landesregierung hätte den Fokus zu sehr auf Probleme von außen gelegt. Das Wahlergebnis sei die Quittung für die Politik der vergangenen fünf Jahre. In die spontane Ursachenforschung mischen sich schließlich auch selbstkritische Töne. Alles andere soll nun eine gründliche Analyse zeigen. Kühl: „Vielleicht hätten wir eher auf die AfD reagieren müssen.“ Dennoch hätte ihre Partei einen guten Wahlkampf gemacht. Quintana Schmidt kam als Direktkandidatin auf 14,8 Prozent der Stimmen und Kühl auf 12,3 Prozent.

Bei der SPD weicht der anfängliche Jubel im Verlaufe des Abends einer positiven Gefasstheit, nachdem Direktkandidatin Heike Carstensen nach der Auszählung des ersten der 22 Wahlbezirke in Stralsund zunächst in Führung liegt. „Stralsund wird rot“, freut sich die Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen. Etwas zu früh. Dennoch gelingt der SPD-Frau Carstensen mit 20,9 Prozent ein respektables Ergebnis. Bei den Zweitstimmen gewinnen die Sozialdemokraten sogar in der Hansestadt (23,6 Prozent). Auch der SPD-Politiker Thomas Würdisch, der im Wahlkreis 25 angetreten war, schafft mit 23,6

Prozent ebenfalls ein respektables Ergebnis.

ron/bfi

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