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Stralsund Praktiker-Aus: Sorgen im Gewerbegebiet
Vorpommern Stralsund Praktiker-Aus: Sorgen im Gewerbegebiet
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03:48 07.09.2013
Langendorf

Hier spricht der Preis, ist in großen Lettern über dem Eingang des Praktiker-Baumarktes im Gewerbegebiet Langendorf zu lesen. Doch alle Zeichen deuten darauf hin, dass neben dem Ostsee-Center bald niemand mehr spricht. Wenn für die vier Praktiker-Standorte im Land in Stralsund, Neubrandenburg und Rostock kein Kaufinteressent gefunden wird. Ende der kommenden Woche beginnt in den Märkten der Ausverkauf (OZ berichtete).

Die 30 Mitarbeiter der Stralsunder Filiale schauen einer ungewissen Zukunft entgegen. Alle sind total verunsichert. „Wir wissen von nichts und können nichts sagen“, meint eine Mitarbeiterin und winkt bei Nachfragen ab. Auch von der Niederlassungsleitung ist niemand bereit, Auskunft über den derzeitigen Stand und eventuelle Perspektiven zu geben.

„Das ist doch furchtbar, wenn alle entlassen werden“, sagt Christine Fischeder. Die Stralsunderin ist Stammkundin. Auch der Klausdorfer Wolfgang Liepner sieht die Zukunft der Mitarbeiter nicht rosig.

„Wenn sie entlassen werden, wird‘s schwer, eine neue Stelle zu finden. Das sind doch alles Fachkräfte und die anderen Baumärkte in der Stadt und Umgebung haben sicherlich ausreichend Personal.“

Trotzdem ist Wolfgang Liepner der Meinung, dass die Insolvenz absehbar war. „Immer nur billiger zu sein als die anderen, haut auf Dauer nicht hin.“ Ähnliches denkt Familie Katschke aus Stralsund. Sie seien nicht überrascht gewesen, zumal es eine Fülle an Baumärkten in der Hansestadt und Umgebung gibt, die ein qualitativ höheres Angebot bereithalten.

Jemand, den die Schließung des Marktes ebenfalls treffen würde, ist Werner Albrecht. Seit vier Jahren steht der Nieparser mit seinem kleinen Imbiss-Wagen auf dem Parkplatz. „Ich muss mir nun einen neuen Standort suchen, bin aber optimistisch. Alles andere bringt ja nichts“, meint der 57-Jährige. Er weiß, dass die Insolvenz unter den Mitarbeitern der Filiale viel diskutiert wird. „Dass die Leute nun überhaupt nicht wissen, woran sie sind, ist das Dramatische an der Sache“, sagt Albrecht.

Einen ganz anderen Aspekt sieht Dr. Reinhard Klette vom gleichnamigen Autocenter, das sich in der Nachbarschaft befindet. „Natürlich ist es schade, dass der Praktiker es nicht geschafft hat, am Markt zu bestehen. Wir hoffen, dass der Baumarkt vor Ort einen Interessenten findet. Mit der Schließung und einem eventuellen Leerstand würde das gesamte Gewerbegebiet an Attraktivität verlieren“, ist er überzeugt. „Deswegen hoffe ich, dass sich bald ein geeigneter Nachnutzer findet.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Harald Rottes, Prokurist der Strelapark GmbH. „Früher war hier alles eine Einheit und das empfindet der Kunde auch heute noch so. Wenn dann ein Partner wegfällt, ist das schlecht für alle.“ Er machte deutlich, dass es für den gesamten Standort wichtig sei, schnell jemanden zu finden, der das große Areal nutzen möchte. „Davon abgesehen hoffen wir für die Mitarbeiter um eine schnelle und gute Lösung, damit sie mit ihren Familien beruhigt und abgesichert dem Ende des Jahres entgegen gehen können.“

Miriam Weber

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