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Stralsund Vater der Stralsunder Psychiatrie ist tot
Vorpommern Stralsund Vater der Stralsunder Psychiatrie ist tot
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21:33 06.12.2018
Trauer um Professor Harald Freyberger. Quelle: -Helios Hanseklinikum
Stralsund

Schock am Helios Hanseklinikum Stralsund. Der Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Harald Jürgen Freyberger, ist am Donnerstagmorgen im Alter von 61 Jahren überraschend gestorben.

Torge Koop, Geschäftsführer des Hanseklinikums sagt der OZ: „Wir sind tief bestürzt und wie gelähmt. Prof. Freyberger hinterlässt eine riesige Lücke als Chefarzt und eine noch größere als Mensch. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.“

Aus der Sicht seiner Kollegen hat Prof. Freyberger die Psychiatrie in Stralsund geprägt wie kein anderer. Als Leitender Oberarzt war er 1997 von Bonn in die Hansestadt gezogen und hatte die Leitung des Psychosozialen Zentrums am Krankenhaus West übernommen. „Mit seiner unvergleichlich positiven Art hat er es vermocht, dem Standort seinen eigenen Stempel aufzudrücken“, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums.

Bestürzung auch in Greifswald. „Wir sind zutiefst betroffen von der Nachricht. Prof. Freyberger ist seit Dezember 1997 Universitätsprofessor für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin und war langjähriger Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Greifswald. Er hat in seinem Fachgebiet neue Maßstäbe gesetzt“, sagt Prof. Max P. Baur, Vorstandsvorsitzender der Unimedizin Greifswald. Er betonte gegenüber der OZ:

„Prof. Freyberger war ein hochgeschätzter Arzt und Wissenschaftler, sowohl bei den Studierenden, bei seinen Patienten als auch bei seinen Kollegen. Er hat viele gesellschaftlich brisante Themen aktiv aufgegriffen und in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, so beispielsweise die Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Psychiatrie oder die Langzeitfolgen des DDR-Dopings. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.“

Freyberger zählte zu den international renommiertesten Wissenschaftlern seines Fachgebiets. Er veröffentlichte mehr als 500 wissenschaftliche Beiträge und 20 Bücher. Regelmäßig schaffte er es in die Focus-Ärzteliste als Top-Mediziner in Deutschland in den Bereichen Angststörungen sowie Depression.

Ines Sommer/Jörg Mattern