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Stralsund Projekt Reiferbahn droht zu scheitern
Vorpommern Stralsund Projekt Reiferbahn droht zu scheitern
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07:51 19.04.2013

Wohnen mit bezahlbaren Mieten zwischen 4,30 und 4,40 Euro je Quadratmeter — das will die Stadt mit dem Sanierungsprojekt Reiferbahn verwirklichen.

Bereits im Jahr 2010 hatte die Bürgerschaft das mit dem Rahmenplan zur Entwicklung der Frankenvorstadt beschlossen. Die Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG) will die völlig herunter gekommenen 220 Wohnungen so modernisieren, dass auch Menschen mit geringem Einkommen und Hartz-IV-Empfänger die Miete aufbringen können. Die Gesamtkosten würden sich auf elf Millionen Euro belaufen.

Städtebau-Fördermittel in Höhe von 30 Prozent wurden beantragt.

Bei einer Vorstellung des Vorhabens im Juni 2010 sei der damalige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium begeistert gewesen. Daran erinnerte Peter Boie, Chef der Stadterneuerungsgesellschaft, auf Anfrage von Thomas Haack (Bürger für Stralsund), gestern vor der Bürgerschaft.

Inzwischen droht das Projekt zu scheitern. Die Fördermittel für die ersten 27 Wohnungen seien zwar im Oktober 2012 vom Landesförderinstitut erteilt worden. Der Sanierungsabschnitt würde 1,3 Millionen Euro kosten. Doch aus dem Bauministerium gebe es eine Absage, wie Boie informierte.

Die Sanierung der Reiferbahn — die Gebäude stammen aus den 1950er-Jahren — sei aus Sicht des Ministeriums weder erwünscht noch vertretbar, so Boie. Vielmehr wurde auf die Nutzung von leerstehenden Wohnungen in Grünhufe verwiesen. Damit würden aber 220 preisgünstige Wohnungen vom Markt verschwinden, bedauerte Boie. Deshalb hoffe er auf eine Rücknahme der Schweriner „Ermessensentscheidung“.

Die Fraktion Bürger für Stralsund will sich mit der Absage aus nicht abfinden. „Es kann nicht sein, dass sich das Land völlig aus dem sozialen Wohnungsbau zurückzieht“, wetterte Thomas Haack. „Wir müssen das Land dazu bringen, in die Wohnungen zu investieren“, forderte er.

Auch Nico Völker (CDU/FDP-Fraktion) geht mit der Landesregierung hart ins Geschäft: „Was tun CDU und SPD in Mecklenburg-Vorpommern für den sozialen Wohnungsbau? Nichts!“ stellt er in einer vor der Bürgerschaftssitzung verbreiteten Presseerklärung fest. Man habe von einem Mitarbeiter von Wirtschaftsminister Glawe gehört, dass das Projekt „wirtschaftlich nicht darstellbar“ sei.

Schaue man sich aber die Mietpreisentwicklung der vergangenen Jahre an, werde man merken „wie wichtig es ist, in der Hansestadt eine gesunde Mischung beim Mietklientel beizubehalten“. Dem Wirtschafts- und Bauministerium sei die Frankenvorstadt für finanzschwache Mieter zu schade. Die Fördermittel sollten endlich freigegeben werden, verlangt Völker.

SWG-Chef Dieter Vetter sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass er bisher aus Schwerin weder ein klares Ja noch ein Nein habe. Neuvermietungen würden in der Reiferbahn nicht mehr vorgenommen. Über 40 Wohnungen stünden bereits leer. Vetter würde es begrüßen, wenn bei einer Zusage das Projekt für sozial Schwache umgesetzt werden kann. Gibt es eine Absage, würde man das Quartier neu entwickeln — sprich Abriss und Neubau. Das könnten sich die jetzigen Mieter dann aber nicht mehr leisten.

Marlies Walther

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