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Prora: Bündnis gegen Verkauf

Prora Prora: Bündnis gegen Verkauf

BfR will die Einwohner des Landkreises entscheiden lassen

Prora. Das Bündnis für Rügen (BfR) will die Einwohner des Landkreises Vorpommern-Rügen über das Schicksal von Block V des sogenannten „Koloss‘ von Prora“

entscheiden lassen. Der Block ist der letzte Teil des einst von den Nazis als „Kraft durch Freude“-Bad konzipierten Bauwerks, der sich im Besitz des Landkreises und damit noch in öffentlicher Hand befindet. Am Montag, 2. Mai, hat der Kreistag in einer Grundsatzentscheidung darüber zu befinden, ob der Block verkauft werden soll.

Das BfR ist strikt gegen einen Verkauf und will ein Bürgerbegehren initiieren. Dazu werden seit Montag Unterschriftenlisten versandt. Was dem Landkreis gehöre, sei gleichzeitig Eigentum der in ihm lebenden Bürger, heißt es in der Begründung zum Antrag für das Bürgerbegehren. BfR-Vorsitzender Torsten Schäfer hält den Termin zur Landtagswahl am 4. September für besonders geeignet, das Bürgerbegehren durchzuführen. „Die Petition mit derzeit fast 15000 Stimmen hat uns zu denken gegeben“, sagt Schäfer und bezieht sich auf eine im Internet initiierte Unterschriftensammlung gegen einen Verkauf von Block V.

Der damals noch existierende Kreis Rügen hatte Block V für einen Euro erworben und für 40 Jahre an das Deutsche Jugendherbergswerk verpachtet. Das eröffnete im sanierten Drittel des Blockes 2011 eine Herberge. Im unsanierten Teil war das Prora-Zentrum, das Ausstellungen, Rundgänge und Workshops über die NS- und DDR-Geschichte anbietet, untergebracht. Das Zentrum sollte eigentlich einmal die Bildungsstätte in der benachbarten „Liegehalle“ betreiben. Dieses Vorhaben ist allerdings wegen fehlender Fördermittel vom Tisch. Wegen des schlechten baulichen Zustands des unsanierten Block-Bereichs, musste das Prora-Zentrum das Gebäude an der Zufahrtsschranke zum Gelände der Jugendherberge beziehen. Als vorübergehendes Winterquartier geplant, soll es Dauerstandort werden.

Sowohl die Linkspartei als auch Susanna Misgajski, Historikerin und Leiterin des Prora-Zentrums, sprachen sich gegen die Verkaufspläne des Landkreises aus. Partei und Geschichtswissenschaftlerin warnen vor der Zerstörung des Orts als historische Stätte, die NS- und DDR-Zeit — das Bauwerk war als Kaserne der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt worden — gleichermaßen verkörpert.

Um ein Bürgerbegehren ins Rollen zu bringen, bedarf es laut BfR-Vorsitzenden Torsten Schäfer 4000 Unterstützerunterschriften von Einwohnern des Kreises. Landrat Ralf Drescher (CDU) warnt indes davor, einen Verkauf von Block V zu verhindern. Grund: Weder Kreis noch Jugendherbergswerk können die Immobilie wieder herrichten. Jens-Uwe Berndt

OZ

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