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Stralsund Prost, Sanddorn! Saftige Ernte auf Rügen
Vorpommern Stralsund Prost, Sanddorn! Saftige Ernte auf Rügen
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00:00 07.10.2017
Einmal verkosten bitte: Die Helfer können auf dem Rügenhof den Sanddornsaft direkt aus der Presse trinken. Vorher warnt Ernst Heinemann (rechts), dass der pure Saft sehr sauer schmeckt.

Dicht an dicht sitzen die kleinen orangefarbenen Kügelchen an den langen Zweigen des Wildobstgewächses. Die freiwilligen Helfer, zumeist Urlauber, tragen dicke Handschuhe und klippen die Triebe ab. Ein einzelnes Abpflücken der Beeren wäre mühselig und schmerzvoll, da die Früchte nicht nur von Blättern umhüllt, sondern auch von spitzen Dornen geschützt sind. Es ist Erntezeit auf dem Rügenhof in Putgarten – für den Sanddorn.

In Putgarten helfen Urlauber bei der Ernte und der Verarbeitung der Vitamin-Kraftprotze

Christa und Ernst Heinemann sind hier die Chefs. Schon seit fast 20 Jahren führen sie den Hof an der Nordspitze Rügens. Sie verkaufen ihre selbst angebauten und regionalen Produkte in großer Auswahl – auch übers Internet. Eine Herzensangelegenheit ist ihnen dabei die 3,5 Hektar große Sanddornplantage. „Der wilde Sanddorn auf der Insel ist stark gefährdet. Wir versuchen, ihn mit natürlichem Anbau auf der Insel zu halten“, beschreibt Ernst Heinemann die Idee hinter der im Jahr 2003 angelegten Plantage. Über 1000 Liter Saft werden hier jedes Jahr hergestellt. Dabei wird streng darauf geachtet, dass nur das in der Flasche landet, was auch draufsteht. Auf ein Bio-Zertifikat verzichtet Heinemann dabei gezielt: „Das kostet nur Geld. Durch unseren Direktverkauf wissen die Kunden, woher es kommt.“

Hilfe bekommt er bei der Arbeit nicht nur von seinen Mitarbeitern, sondern auch von Urlaubern und Einheimischen. Diese können von der Ernte über das Putzen und Abschlagen bis zum Pressen jeden Schritt mitverfolgen und tatkräftig mit anpacken. „Ich habe selbst ein paar Sanddornsträucher im Garten und hoffe, hier noch was zu lernen“, sagt Ronny Goldberg aus der Nähe von Erfurt. Er kommt mit seiner Freundin Ruth Scheffler schon seit Jahren ans Kap Arkona, nahm aber das erste Mal an der Aktion auf dem Rügenhof teil. „Als wir davon gehört haben, wollte ich sofort mitmachen. Ich bin besonders daran interessiert, wie man den Sanddorn ohne Konservierungsmittel haltbar machen kann.“ So viel Begeisterung für die Mitarbeit bei der Ernte, wie sie das Ehepaar aus Thüringen versprüht, hätte sich Rikarda Römer aus Bad Neuenahr von ihrem Mann auch gewünscht: „Karl-Heinz war nicht begeistert, als ich ihm vorschlug, im Urlaub Sanddorn zu ernten. Ich finde die Tipps zum Sanddorn spannend.“

Ernst Heinemann gibt gern Wissenswertes an seine Gäste weiter. „Am Anfang dachten wir, dass niemand in seinem Urlaub bei der Ernte helfen würde. Aber es wird gut angenommen.“ Nach der Ernte werden die einzelnen Zweige in die Hand genommen und mit der Gartenschere von Dornen und Blattwerk befreit. Übrig bleiben die Früchte, die dann in großen Wannen gesammelt und anschließend vorsichtig in die große Presse geschüttet werden. Unten steht ein Eimer, der den Saft auffängt. Der Vitamin-C-Kraftprotz wird schließlich in Fläschchen verfüllt und geht als Belohnung mit den Urlaubern zurück in die Heimat.

Neben Saft gibt es bei Rügen-direkt auch Likör, Marmelade, Tee und Bonbons. Dabei beschränkt sich die Auswahl nicht auf den Sanddorn, sondern wird durch Pflaumen, Äpfel und Kräuter aus dem eigenen Naturgarten ergänzt.

Seit 2016 Bioplantage

3,5 Hektar groß ist die Sanddornplantage Plantage zwischen Putgarten und Vitt zu finden. Nach Angaben von Ernst Heinemann wurde sie 2015 als Bioplantage zugelassen. So ist der Kultursanddorn von einer Hecke aus Wildsanddorn eingefasst. Es wird auf Kunstdünger und jegliche Zusätze beim Anbau der „Vitamin-C-Bomben“ verzichtet.

Wer die „Zitrone des Nordens“ ernten möchte, hat montags, mittwochs und freitags jeweils ab 10 Uhr die Gelegenheit dazu. Treff dazu ist am Gutshaus auf dem Rügenhof, wo das Rügener Sanddorn-Zentrum von Christa Heinemann seinen Sitz hat.

Niklas Kunkel

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