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Putbus wächst um fast 9000 Quadratmeter

Putbus Putbus wächst um fast 9000 Quadratmeter

Stadt will alte Schwemmlandfläche auf dem Vilm ihrem Hoheitsgebiet zuschlagen

Putbus. Die Stadt Putbus will wachsen – ganz ohne Babyprämie und Kommunalfusion. Genau 8926 Quadratmeter sollen ihrem Territorium zugeschlagen werden. Das befindet sich derzeit noch mitten im Rügischen Bodden und ist Teil der Insel Vilm. Die ist in den vergangenen Jahrhunderten in Teilbereichen größer geworden, ohne dass jede dieser Flächen im Kataster erfasst worden wäre. Zumindest ein Teil dieses Neulandes wurde mittlerweile vermessen und soll nun eingemeindet werden. Einen entsprechenden Antrag zur so genannten Inkommunalisierung der Fläche will die Stadt beim zuständigen Innenministerium des Landes stellen. Das haben die Stadtvertreter auf ihrer vergangenen Sitzung beschlossen.

Hintergrund ist nicht etwa ein territorialer Expansionsdrang der Stadt, sondern schlicht und einfach ein Bauantrag. Der Bund, dem die Insel gehört und der dort die Internationale Naturschutzakademie (INA) unterhält, möchte eines seiner Häuser auf dem Vilm erneuern. Konkret geht es um das als Bootshaus beziehungsweise Labor in der Nähe des Hafens.

Dieses Mehrzweckgebäude steht derzeit allerdings zur Hälfte im Wasser – jedenfalls wenn man nach den alten Vermessungsunterlagen geht. Demnach befindet sich nur ein Teil des Objekts auf einem Flurstück der Stadt Putbus, das einst an der Wasserlinie endete. Letztere hat sich im Laufe der Jahrzehnte durch Anlandungen verschoben. Das Haus war seinerzeit auf der neu gewonnenen Inselfläche entstanden, ohne Rücksicht auf irgendwelche Flurstücksgrenzen.

Das war bislang auch kein Problem. Doch eine Baugenehmigung kann nur für ein Flurstück erteilt werden, das der Gebietshoheit einer Gemeinde unterliegt. Das soll mit der Inkommunalisierung der neuen Landfläche auf dem Vilm nachgeholt werden. Das Kataster wird um das Flurstück 7 der Gemarkung Vilm, Flur 1, erweitert.

Wenn denn der Kreistag und das Land zustimmen. Einen ähnlichen Beschluss der Putbuser hatte das Schweriner Innenministerium vor zwei Jahren bemängelt. Damals hatte die Stadt auch die angrenzende Hafenfläche auf dem Vilm in die Inkommunalisierung einbeziehen wollen.

Die dafür angeführten Gründe konnte man in der Landeshauptstadt offenbar nicht nachvollziehen. „Wichtig bei der Begründung ist, dass sich das öffentliche Interesse daraus ableiten lässt“, sagt Olaf Manzke, Sprecher der Kreisverwaltung. Dieses öffentliche Interesse habe das Innenministerium offenbar nur für die landseitige Fläche erkannt. Der Argumentation der Putbuser zur Eingemeindung der Flächen im Bereich des Vilmer Hafens mochte man in Schwerin offenbar nicht folgen.

Maik Trettin

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