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Quartier 17 noch längst nicht ausgebucht

Stralsund Quartier 17 noch längst nicht ausgebucht

Die TLG Immobilien beziffert den Vermietungsstand im Geschäftszentrum auf dem Rathausplatz mit 73 Prozent.

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Jörg R. Lammersen (l.) und Joachim Eichbaum von der TLG Immobilien sind zuversichtlich, dass am kommenden Donnerstag im Quartier 17 die ersten Läden öffnen. Die weiteren Geschäfte, darunter Edeka und Woolworth, sollen am 26. September folgen.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Es wird ein Einzug mit Baustellenflair. So viel steht jetzt schon fest. „Ein Großteil der Einzelhändler will am 19. September eröffnen. Bis zum 26. September sollte der Einzug im Handel mit Edeka und Woolworth komplett sein“, sagte Jörg R. Lammersen (49), Leiter der Niederlassung Nord bei der TLG Immobilien, dem Bauherren des Quartiers 17. Mit einem Straßenfest soll dann voraussichtlich erst im Oktober die Eröffnung groß gefeiert werden, wenn sich alle neuen Mieter eingelebt haben, kündigt Lammersen an.

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Mir gefällt besonders, dass hier so kleingliedrig gebaut wurde. Die Architektur der Innenstadt ist sehr schön aufgenommen.“Andreas Höppner (35), Schuhhaus-Chef

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Der TLG-Niederlassungsleiter ist sicher, dass es bis dahin „am Ende noch viel Schweiß geben wird. Ich glaube aber auch, dass es sich dann für alle lohnt“, ist Lammersen überzeugt.

Fest steht für den Manager im Rückblick, dass sein Unternehmen am Rathausplatz ein „baulich extrem aufwändiges Projekt“ gestemmt hat, das sehr viel Individualität bietet — und einen „gelungenen Gesamteindruck“. Nach vielen Hindernissen und Fehlschlägen. Schließlich war die TLG Immobilien eingesprungen, nachdem sich der Vorgänger-Investor finanziell übernommen hatte.

Von der Stadtplanung und der Bürgerschaft unterstützt, schlug dem Projekt immer wieder Gegenwind entgegen. Bei vielen Stralsundern ist das Bauvorhaben bis heute umstritten. Sie hätten sich an dieser Stelle lieber weiterhin eine grüne Oase in der Baulücke gewünscht, die der Krieg hinterlassen hatte. Mit Springbrunnen, Spielplatz, Bänken und Bäumen.

Für die Verfechter des 33-Millionen-Projektes jedoch zählt die Entwicklung des Handels in der Alstadt. Lammersen ist sicher, dass das neue Einkaufs-, Büro und Geschäftszentrum die Attraktivität des Stralsunder Stadtzentrums erhöht, für Belebung sorgt, den Einzelhandel insgesamt stärkt. Denn auch die Touristen würden zum Shoppen nicht an den Stadtrand fahren, sondern ins Zentrum kommen.

Ähnlich sieht es der Junior-Chef des Rostocker Schuhhauses Höppner. Für ihn ist die neue Filiale auf dem Rathausplatz „genau der interessante Standort, nach dem wir gesucht haben“. Zehn Mitarbeiter wird das Unternehmen in seinem Fachgeschäft für Damen-, Herren- und Kinder-Schuhe beschäftigen. „Mir gefällt besonders, dass hier so kleingliedrig gebaut wurde. Die Architektur der Innenstadt ist sehr schön aufgenommen. Das findet man nicht überall“, ist der 35-Jährige mit seiner Wahl zufrieden.

Den Gesamtvermietungsstand des Objektes gibt Lammersen mit 73 Prozent an. Der Einzelhandel steht noch am besten da. 85 Prozent der Fläche seien unter Dach und Fach. Bislang allerdings sucht die TLG für eine relativ großes Areal von rund 1000 Quadratmetern im ersten Obergeschoss noch einen Mieter. Man sei hier mit einem Interessenten im Gespräch. Mehr ließ Lammersen sich nicht entlocken.

Auch an der Ecke Badenstraße sei noch ein kleines Geschäft frei.

Noch schlechter sieht es bei den Büros aus. Hier beträgt der Vermietungsstand derzeit gerade mal 50 Prozent, so Joachim Eichbaum, der bei der TLG für die Vermietung zuständig ist. „Mit Büros ist es zurzeit schwierig.“ Und das bei schönster Aussicht auf die Nikolaikirche oder das Rathaus.

Bei den Wohnungen, die von der TLG Immobilien ebenfalls zur Miete angeboten werden, sei man vor vier Wochen auf den Markt gegangen. Von 28 sei ein Drittel entweder fest vergeben oder reserviert. Die Preise staffeln sich je nach Lage und Zuschnitt. Die günstigste 81-Quadratmeter-Wohnung ist laut Eichbaum für 650 Euro kalt zu haben. Warm müsse man mit rund 900 Euro rechnen.

Die ersten Geschäfte wollen am Donnerstag eröffnen
Im Erdgeschoss ziehen die Schuhgeschäfte Höppner und Tamaris, die Mode-Filialen Esprit und Marco Polo, die Baltic-Apotheke, das Brillenhaus Borstel, der Bäcker Kadatz und ein Shop „Vom Fass“ für Spirituosen, Essig und Öl ein. Außerdem ist hier der Lebensmittelmarkt Edeka zu finden. Eingemietet hat sich auch der Schmuckanbieter Bijou Brigitte.

Erster Mieter, der seine neuen Räume bereits zum 2. September eingeweiht hat, war die Krankenkasse Barmer GEK. Die Eröffnungen der ersten Einzelhändler sind am 19. September geplant, die weiteren am 26. September.

Das Blumengeschäft Sundflor wird an der Ecke Heilgeist-/Ossenreyerstraße einziehen. Das Unternehmen ist als einziges nicht Mieter, sondern selbst Eigentümer der Verkaufs-Räume.

Im Obergeschoss eröffnen das Kaufhaus Woolworth und ein Livestyle Store. Hier gibt es mit rund 1000 Quadratmetern noch eine große freie Handelsfläche. Außerdem befinden sich auf der Ebene die Pachttoiletten.

Die Tiefgarage verfügt über 188 Stellplätze — davon werden 160 öffentlich nutzbar sein.

Der Eingang zur Tiefgarage erfolgt von der Ecke Heilgeiststraße aus.

Die Ein- und Ausfahrten für den Lieferverkehr befinden sich in der Kleinschmied- und Badenstraße.

In den Obergeschossen werden insgesamt 28 Wohnungen, die zum Teil auch für Bewohner mit Rollstuhl geeignet sind, sowie Büros vermietet.

 

Marlies Walther

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