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Rad-Diebstähle in Stralsund gehen deutlich zurück

Rad-Diebstähle in Stralsund gehen deutlich zurück

Auch in Grimmen weniger Anzeigen als im Vorjahr / In den Küstenregionen um Rügen und Fischland-Darß steigen die Zahlen / Jedes sechste Rad war ungesichert abgestellt

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Die Polizeimeister Patrick Jankowski (28) und Elisa-Sophie Döbel (26) kontrollieren die Rahmennummern einiger Fundräder. Per Funk fragen sie ab, ob eine Anzeige wegen Diebstahls zu den Rädern vorliegt.

Quelle: Virginie Wolfram

Stralsund. In der Hansestadt werden immer weniger Fahrräder gestohlen. Das geht aus den jüngsten Zahlen hervor, die die Polizei auf OZ-Anfrage herausgegeben hat. In Stralsund sank die Zahl der Diebstahl-Anzeigen von 256 (bis Ende August 2015) auf 206 (2016). Der positive Trend zeichnet sich hier seit etwa zwei Jahren ab. Denn im Jahr 2013 waren es um die gleiche Jahreszeit noch 287 registrierte Anzeigen und 2014 sogar 342. Auch in Grimmen sind die Zahlen rückläufig. 2016 gab es bisher 36 angezeigte Fälle. Zuvor waren es 51.

OZ-Bild

Auch in Grimmen weniger Anzeigen als im Vorjahr / In den Küstenregionen um Rügen und Fischland-Darß steigen die Zahlen / Jedes sechste Rad war ungesichert abgestellt

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Die Anzahl der tatsächlich gestohlenen Fahrräder liegt übrigens höher, weil in vielen Fällen gleich mehrere Räder auf einmal entwendet werden, es aber bei der Polizei oft nur eine Anzeige dazu gibt.

Die Hansestadt gilt im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen dennoch als Schwerpunkt für Fahrraddiebstahl. Das liege aber vor allem an der Vielzahl der Räder, die es dort gebe, sagt Ilka Pflüger, Sprecherin der Polizeiinspektion Stralsund. Maßnahmen der Polizei wie Fahrradkontrollen, -codierung, -streife und Verkehrsprävention erzielen offenbar positive Effekte.

Der Trend geht allerdings nicht überall in der Region in diese Richtung. An den Küsten des Landkreises Vorpommern-Rügen sind in diesem Jahr deutlich mehr Fahrräder gestohlen worden als noch 2015.

Besonders betroffen sind Ribnitz- Damgarten , Fischland-Darß und die Insel Rügen. War der Trend beim Raddiebstahl jahrelang rückläufig, sind die Fälle jetzt zum Teil deutlich angestiegen.

Bis Ende August sind im Polizei- Revierbereich der Bernsteinstadt 67 Räder gestohlen worden. 50 Anzeigen liegen vor. „Viel zu viele“, sagt Polizeirevierleiter Marco Stoll. Im vergangenen Jahr seien es um diese Zeit 37 Diebstahlanzeigen zwischen Marlow und Ahrenshoop gewesen. Das teuerste Rad, das 2016 entwendet wurde, war geschätzt etwa 2700 Euro wert.

Ähnlich sieht es auf Rügen aus. In Bergen hat sich die Vorjahreszahl der Diebstahlanzeigen von 15 auf 33 mehr als verdoppelt. Sassnitz verzeichnet vier mehr als noch 2015. Einen Fall gab es Anfang August in Sassnitz . Der Besitzer hatte seinen Drahtesel in der Straße der Jugend vermisst. Nur wenige hundert Meter entfernt in der Klaipedaer Straße waren laut Polizei außerdem ein oder mehrere Einbrecher in einen Keller eingedrungen. Sie stahlen Ersatzteile für ein Fahrrad.

Und die Langfinger werden bei ihren Touren offenbar auch immer dreister. So holten sie in Ahrenshoop gleich drei Fahrräder vom Dachgepäckträger einer Urlauberfamilie. Die Feriengebiete seien besonders betroffen, viele Diebstähle passierten an Unterkünften oder auch an Parkplätzen und Strandzugängen. Wichtig ist laut Polizei – so banal es klingen mag – vor allem eines: das Fahrrad richtig anzuschließen. Denn jedes sechste verschwundene Rad in der Region Ribnitz beispielsweise war nicht angeschlossen oder schlecht gesichert. Auch in Stralsund, Grimmen und auf Rügen gibt es jedes Jahr etliche Räder, die nicht ordentlich festgemacht waren.

Sprecherin Ilka Pflüger appelliert deshalb an die Besitzer: „Haben Sie Ihr Fahrrad nach Möglichkeit immer im Blick. Schließen Sie den Rahmen und die beiden Räder stets an fest verankerten Gegenständen an.“ Häufig würden Räder zwar mit Schlössern abgeschlossen, aber nirgendwo fest angeschlossen. Das heißt, sie können nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“ weggetragen werden. Um die Suche nach gestohlenen Fahrrädern zu erleichtern, rät die Polizei dringend dazu, die Bikes codieren zu lassen. Ein Foto und die Rahmennummer des Rades helfen bei der Suche ebenfalls.

Die Polizei-Fahrradstreife, die auf dem Fischland-Darß und auf Rügen unterwegs ist, sensibilisiert die Leute bereits vor Ort. Raddiebstahl empfänden manche Jugendlichen als Kavaliersdelikt, wenn sie ein altes Rad „zum unsachgemäßen Gebrauch“ entwenden. „Ein Diebstahl bleibt es trotzdem. Auch wenn der Wert gering ist“, betont der Ribnitz-Damgartener Revierleiter Stoll.

Halbe Million Schaden

Der entstandene Schaden durch

Fahrraddiebstahl im Kreis Vorpommern-Rügen bewegte sich in den vergangenen drei Jahren zwischen 500000 und 550000 Euro jährlich. Bis Ende August 2016 kam ein geschätzter Schaden von 220 000 Euro zustande. Laut Polizeiinspektion Stralsund können die Schadenshöhen von den Wertschätzungen der Versicherungen abweichen.

490 Diebstahlanzeigen zu Fahrrädern gab es in der Hansestadt Stralsund im Jahr 2014 insgesamt. Das war in den vergangenen Jahren der höchste Wert.

Immer wieder werden auch Fahrräder gefunden, die nicht zugeordnet werden können. Die Polizei empfiehlt Fahrräder von Verkehrswacht oder Polizei codieren zu lassen, damit gestohlene Räder besser gefunden werden können. Die Polizei und die Verkehrswacht codieren bei angekündigten Veranstaltungen Räder kostenlos. Auch Fahrradhändler bieten in Zusammenarbeit mit der Polizei Codierungen an.

Virginie Wolfram

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