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Stralsund Rätselraten um mysteriöse Todesanzeige geht weiter
Vorpommern Stralsund Rätselraten um mysteriöse Todesanzeige geht weiter
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10:57 07.03.2018
Der Ex-Rektor der Hochschule Stralsund, Dr. Matthias Straetling. Quelle: Marlies Walther
Stralsund

Das Rätselraten um eine mysteriöse Todesanzeige und das offensichtliche Verschwinden des Ex-Rektors der Hochschule Stralsund, Dr. Matthias Straetling, geht weiter. Nachdem Straetling tagelang wie vom Erdboden verschluckt war und auch die Polizei den Fall geprüft hatte, meldete er sich am Dienstag überraschend telefonisch bei der OZ und der Polizei. Er sei in der Schweiz und es gehe ihm gut, sagte er.

Parallel zu seinem Verschwinden war zuvor am vergangenen Freitag ein Nachruf mit seinem Namen auf einem Trauerportal der OZ im Internet erschienen. Offen ist nach wie vor, wer hinter der mit Rektorat der Hochschule Stralsund unterzeichneten Anzeige steckt. Die Hochschule habe die Anzeige nicht veranlasst, wie die amtierende Rektorin, Professorin Petra Maier, versicherte.

„Es ist nicht schön, von seinem eigenen Tod in der Zeitung zu lesen“

„Es ist nicht schön, von seinem eigenen Tod in der Zeitung zu lesen“, sagte Straetling zu dem Nachruf. Darin war „In memoriam – 14. Juni 1963 - 28. Februar 2018“ zu lesen: „Er wollte ein besonderer Rektor sein, war aber den Anforderungen des Amtes nicht gewachsen. Nun hat er tragischerweise daraus selbst die unumkehrbare Konsequenz gezogen. Mögen seine Familie und seine neue Partnerin Kraft finden, ihn in guter Erinnerung zu behalten.“

Nachruf unter falschen Namen veröffentlicht

Straetling selbst habe keinerlei Erklärung für den „sehr bösen Scherz“. Dass von ihm seit dem angegebenen Todesdatum jede Spur fehlte, erklärte er mit einem Skiausflug. Sein Handy habe er zu Hause liegen gelassen. Der Nachruf war offenbar unter einem falschen Namen veröffentlicht worden.

Dienstagfrüh habe er per Mail den OZ-Bericht „Rätselraten um Ex-Rektor: Wo steckt Matthias Straetling?“ zugeschickt bekommen. Daraufhin sei er umgehend nach Hause in seinen Heimatort St. Gallen gefahren und hätte sich von dort aus mit der Polizei in der Schweiz und in Stralsund in Verbindung gesetzt.

Ex-Rektor im Dezember 2017 abgewählt

Straetling war seit Oktober 2016 Rektor in Stralsund. Am 19. Dezember 2017 war er überraschend nach nur 15 Monaten im Amt abgewählt worden. Vorgeworfen wurden ihm Alleingänge als Rektor, so bei der Erarbeitung eines Strategiepapiers oder bei Zuarbeiten zur Fortschreibung des Landeshochschulgesetzes. Straetling selbst hatte sich stets gegen diese Vorwürfe verwahrt.

Gegen die Abwahl hatte er Beschwerde beim Bildungsministerium von MV eingelegt. Aus dem Ministerium habe er bisher noch nichts gehört, sagte Straetling am Dienstag.

Marlies Walther und Jörg Mattern

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