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Rathaus: Fassadensanierung verzögert sich

Stralsund Rathaus: Fassadensanierung verzögert sich

Hersteller für spezielle Formsteine ist pleite / Rathausfront wird während der Arbeiten mit einer Fotoplane verhüllt

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Wird jeden Tag oft fotografiert: Das Rathaus ist mit seiner Schmuckfassade einer der Anziehungspunkte für Touristen in Stralsund.

Quelle: Stefan Sauer

Stralsund. Die dringende Sanierung der Fassade des Stralsunder Rathauses startet erst knapp ein Jahr später als geplant. Grund dafür ist nach Angaben der Stadtverwaltung die Insolvenz eines Herstellers für die speziell geformten Steine, die die berühmte Backsteinfassade prägen. Ursprünglich sollten die Arbeiten an dem mehr als 700 Jahre alten Gemäuer in diesem Sommer starten. Nun müsse zunächst ein neuer Anbieter für die Formsteine gefunden werden, sagt der Sprecher der Stadtverwaltung, Peter Koslik. Vier Monate soll die Bauphase dauern.

OZ-Bild

Hersteller für spezielle Formsteine ist pleite / Rathausfront wird während der Arbeiten mit einer Fotoplane verhüllt

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Die Komplettsanierung der Fassade ist notwendig, weil Salzauslagerungen an der Oberfläche der Klinker sowie Risse in den Fugen und Schäden an den Formsteinen das Wahrzeichen der Hansestadt bedrohen.

Die Kosten werden intern bislang auf knapp 600000 Euro geschätzt. Während der Baumaßnahmen soll das eingerüstete Gebäude mit einer großen Plane verhüllt werden, auf der das Rathaus als Foto zu sehen ist.

Nach der Pleite des Steinherstellers war die Stadt gezwungen, ihre lange vorbereiteten Sanierungspläne zu ändern. Koslik: „Sonst hätte keine Garantie mehr dafür bestanden, dass die geforderte Anzahl an Steinen kontinuierlich zur Verfügung steht.“ Eine damit verbundene Bauzeitverzögerung hätte erhebliche finanzielle Auswirkungen gehabt. „Da erst im Verlauf der Sanierung die tatsächlich benötigte Anzahl der Steine festgestellt werden kann“, betont der Sprecher. Auch nicht sichtbare Bereiche hinter den Fassadensteinen müssten ausgetauscht werden. Wie hoch die Schäden unter den Klinkern sind, können die Experten nur grob abschätzen. Deshalb sei das Risiko hoch gewesen, dass die Arbeiter mehr Steine brauchen als die Pleitefirma liefern kann.

Die Ziegel sind eine Spezialanfertigung, die besondere Abmaße und Eigenschaften haben. „Eine Untersuchung der Rathausfassade durch Bauphysiker führte zur Bestimmung der Eigenschaften, welche die künftig verwendeten Steine aufweisen müssen“, erklärt Koslik.

Die historischen Ziegel würden nun in mehreren Probeversuchen so gut wie möglich kopiert, bis sie alle Anforderungen erfüllen. Dann werden sie in der Manufaktur in Serie hergestellt. Die Schaufassade soll an der Vorder- sowie an der Rückseite saniert werden und ist dazu mehrfach von Experten untersucht worden. Im Sommer vergangenen Jahres waren Teile der Fassade bereits eingerüstet worden, damit die Gutachter an die entsprechenden Stellen herankamen. Das Gerüst lockte auch Diebe an, die bis ganz nach oben stiegen, um eine der charakteristischen Wetterfahnen abzumontieren.

Im März ist die Vorderseite des Gebäudes erneut untersucht worden – diesmal mit einer Drohne (die OZ berichtete). Der ferngesteuerte Mini-Helikopter war mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet, die bei jedem Flug dutzende Bilder von der Fassade schoss. Die Bilder sind später am Computer zu einem fotorealistischen und enorm detailreichen 3D-Modell zusammengesetzt worden.

Früher alles unter Putz

Die berühmte Schaufassade des Rathauses stammt nicht wie oftmals angenommen aus dem späten Mittelalter. Noch Mitte des 18. Jahrhunderts war die ursprüngliche Oberfläche unter einer Putzschicht versteckt. Dabei gingen alle mittelalterlichen Schmuckelemente verloren. Unter der Leitung des Stralsunder Stadtbaumeisters Ernst von Haselberg begann im Jahre 1881 eine umfangreiche Umbauphase. Er ließ von den Giebeln den Putz entfernen und versah die Schaufassade bis über die großen Saalfenster mit einer neuen, neogotischen Ziegelwand. Damals wurden über den Saalfenstern die Wappen anderer Hansestädte angebracht.

Benjamin Fischer

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