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Stralsund Rechtzeitig den Fürsorgefall regeln
Vorpommern Stralsund Rechtzeitig den Fürsorgefall regeln
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00:10 29.04.2016
Berieten die OZ-Leser gestern Abend an der Fachhochschule Stralsund zum Thema Vorsorge (v.l.): Notarin Dr. Katja Fahls, Notarassessorin Anja Blüthgen, Editha Neubauer und Britta Fischer vom Stralsunder Pflegestützpunkt, Markus Juhls, Sprecher der AOK Nordost, Dr. Katrin Kölbl, Geschäftsführerin der Notarkammer. Quelle: Jörg Mattern

Das Ausrufezeichen war bewusst gewählt, als die OSTSEE-Zeitung gestern Abend zum Leserforum „Achtung, vorsorgen!“ an die Fachhochschule Stralsund einlud. Gut 100 OZ-Leser waren zu dieser Expertenrunde gekommen.

Sie erfuhren unter anderem von Editha Neubauer, dass zwei Drittel der Menschen, die sich im Pflegestützpunkt des Landkreises Vorpommern-Rügen beraten lassen, keine Vorsorgevollmacht für sich oder einen Angehörigen besitzen. Die fünf Pflege- und ein Sozialberater haben 2016 bereits 850 Leute persönlich, am Telefon oder mit Hausbesuchen bei Problemen weiterhelfen können. „Kostenlos und neutral“, wie Britta Fischer, Pflegstützpunkt-Koordinatorin betonte.

Wie wichtig es ist, rechtzeitig über das Thema Vorsorge nachzudenken, erklärte Markus Juhls von der AOK Nordost. „Alleine in Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit 73000 Menschen gepflegt.

Nicht jeder von ihnen kann seine Belange noch eigenverantwortlich regeln. Für diesen Fall ist es wichtig, wenn er in guten Tagen darüber nachgedacht hat, Angehörigen mit einer Vorsorgevollmacht Hilfestellung zu seinen Absichten an die Hand zu geben“, so Juhls. Ähnliches gilt für die Patientenverfügung als Richtschnur für den behandelnden Arzt oder die Betreuungsverfügung als Bekundung gegenüber dem Gericht.

„Hat man darauf verzichtet, vorher seinem Willen schriftlich Ausdruck zu verleihen, dann entscheidet nach dem Betreuungsrecht ein Richter, wer den Betroffenen in Pflege-, Rechts- oder Finanzangelegenheiten vertritt“, räumte Markus Juhls mit dem Irrglauben auf, dass automatisch immer Verwandte damit betraut werden. Und bei dieser Gelegenheit gab es auch noch den Hinweis: „Es sind nicht immer ältere Menschen, die davon betroffen sein können.“ Wer als junger Mensch über 18 Jahren etwa nach einen Verkehrsunfall seine Angelegenheiten nicht mehr selbst entscheiden kann, sollte über eine entsprechende Vollmacht verfügen. Rat und Hilfe zu dieser umfangreichen Materie gibt es bei den Pflegestützpunkten.

Dass auch ein Testament eine besondere Form der Vorsorge ist, machte Notarin Dr. Katja Fahls aus Stralsund deutlich. Ihr Thema gestern Abend unter anderen: Wie lässt sich Streit unter Erben vermeiden.

Beratung gibt es im Pflegestützpunkt

73 000 Menschen werden derzeit in MV gepflegt. Die Pflegequote bei den über 70-Jährigen liegt bei 25,2 Prozent.

Im Jahr 2050 werden bundesweit etwa 4,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein.

5 Pflegeberater und ein Sozialberater helfen derzeit Menschen aus dem gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen im Pflegestützpunkt in der Stralsunder Marienstraße 1 bei allen Fragen zur Vorsorge und den dazugehörigen Verfügungen und Vollmachten kostenlos. ☎ 03831/3571802

Von Jörg Mattern

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