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Reichlich Unrat und kleine Schätze

Stralsund/Klausdorf Reichlich Unrat und kleine Schätze

Stralsunder und Klausdorfer zeigen Einsatz beim Frühjahrsputz in der Natur.

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Kinder und Eltern pflanzten auf dem Gel�nde der Gagarin-Schule zwei Wildapfelb�ume.

Quelle: Ines Engelbrecht

Stralsund. Schon weit vor der vereinbarten Zeit machte sich eine Handvoll Einwohner der Frankensiedlung ans Werk — ausgerüstet mit Handschuhen, Harken und Gummistiefeln — um den Spielplatz und den Strand von Treibgut und Unrat zu befreien. Brunhilde Gutsch war eine der ersten, die sich im Selliner Weg zum Subotnik eingefunden hatten. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt die 60-Jährige. In den vergangenen zehn Jahren musste sie den von der Wählergruppe Adomeit ins Leben gerufenen Frühjahrsputz erst einmal ausfallen lassen. „Wir haben den Spielplatz gemeinsam für unsere Kinder und Enkel angelegt“, sagt sie. „Auch im Sommer treffen wir uns öfter, um mal rüberzuharken oder Kippen und Scherben einzusammeln.“

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Wir haben den Spielplatz gemeinsam für unsere Kinder und Enkel angelegt. Auch im Sommer treffen wir uns öfter, um mal rüberzuharken oder Kippen und Scherben einzusammeln.“Brunhilde Gutsch (60), Anwohnerin aus der Frankensiedlung

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Der Spielplatz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Von den Tagesmüttern der Umgebung wird er reichlich genutzt, und selbst die Familien aus den Stadtteilen Knieper und Grünhufe zieht es hierher.

Damit haben die Anwohner auch kein Problem. Wenn dann aber nach dem Grillen die Überreste einfach liegen gelassen werden, wird es ärgerlich. „Zum Kindertag wollen ja auch wieder alle herkommen, da kann man auch mal was für tun“, meint auch Sigrid Klook. Deshalb hatten sich letztendlich über 20 Anwohner eingefunden. Selbst die Kleinsten packten schon kräftig mit an. Auch Pia Enke nutzt den Spielplatz regelmäßig mit ihrem kleinen Bruder und mühte sich mit der großen Harke ab. „Im Sommer will ich hier ja auch wieder baden gehen“ begründet die Sechsjährige ihren Einsatz.

Nachdem er im Selliner Weg den größten Unrat aufgeladen hatte, machte sich Olaf Krenz — mit dem von Volker Borbe bereitgestellten Multicar — auf dem Weg zum Moorteich. Dort hatten sich die Mitglieder der Lauf- und Walkinggruppe des SV Hanseklinikum Stralsund daran gemacht, die beliebte Strecke in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Zu Fuß, auf Fahrrädern oder mit Schubkarre zogen die Sportler über die 4,3 Kilometer lange Runde. Josef Wycisk ist seit den Anfängen vor fünf Jahren dabei. „Man macht das einfach aus Spaß. Und wenn man dafür sorgt, dass keine Hunde in Glasscherben treten, ist es noch besser“, sagt der 64-Jährige.

Während er die meisten Glasflaschen im Container entsorgte, fand er doch auch so manch interessantes Exemplar für seine Sammlung. „Ich habe eine Flasche gefunden, die etwa aus den 30er-Jahren stammen dürfte. Damit hat man damals wohl den alten Mühlgraben hier zugeschüttet“, weiß der Stralsunder zu berichten. Auch Elke Riedel ist immer wieder fassungslos was sich alles anfindet. „Letztes Jahr haben wir neben alten Gartenmöbeln und rostigen Fahrrädern auch noch einen Sessel gefunden“, beschreibt das Laufmitglied, was einige Leute gedankenlos entsorgen.

Die Grundschule Juri-Gagarin ist seit Samstag um zwei Wildapfelbäume reicher. Auf dem Gelände vor der Schule wurde der Baum des Jahres 2013 gepflanzt. Spendiert hatte ihn Förster Uwe Stiehm. Thomas Lattka hub das Pflanzloch aus, Anja Loojewa, Manuela Jordan und viele Kinder setzen die Bäumchen ein. Rund um das Außengelände wurden Sträucher beschnitten und Primeln gepflanzt. Im Schulgarten machten sich Oliver, Tim und Marla zu schaffen. Malermeister Jens Lubotzki legte auf dem Pflaster des Schulhofs mit Straßenmarkierungsfarbe Spiele an. Der Werkraum wurde auf Vordermann gebracht, Sitzbänke bekamen einen neuen Anstrich. Schulleiterin Elke Ehlke: „Ich freue mich, dass neben den Kollegen auch immer sehr viele Schulkinder und ihre Eltern beim Mach-mit-Tag dabei sind, der jetzt zum sechsten Mal stattfand.

Auch in Klausdorf lockte das schöne Frühlingswetter zahlreiche freiwillige Helfer zum Arbeitseinsatz. Dazu hatte zum vierten Mal der Kultur- und Sozialausschuss eingeladen. Zur Sache ging es auf den Wegen und Bushaltestellen in Klausdorf und Solkendorf. Die Anwohner nahmen Hacke und Schaufel in die Hand und entfernten Gras an den Wegrändern. Feuerwehr, Angelverein und Kindergarten sorgten in ihren Anlagen für Sauberkeit. Am Fledermausturm im Park und im Obstgarten wurde ebenfalls Hand angelegt.

Georg Rüting vom Kranichverein Klausdorf und Bürgermeister Thomas Reichenbach packten tüchtig mit an. Auf dem Kindergartengelände griffen Steven Schwieger, Nico Holtfreter, Frank Letztel und Thomas Gräber zu Schaufel und Schubkarre und trugen den Berg Erde ab, der noch vom Aushub der Rollerstrecke stammte.

Wenke Büssow-Krämer und Ines Engelbrecht

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