Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Reiferbahn-Wohnblocks vor Abriss
Vorpommern Stralsund Reiferbahn-Wohnblocks vor Abriss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 12.05.2017
Die Huckelpiste und die grauen Wohnblocks an der Reiferbahn sollen ab 2020 verschwinden. Quelle: Foto: Stefan Sauer

Die Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG) plant den Bau von bis zu 130 neuen Wohnungen an der Reiferbahn in der Frankenvorstadt. Dazu müssen zuvor neun alte Wohnblocks mit derzeit 220 Wohnungen abgerissen werden.

In der Frankenvorstand müssen für 130 neue Wohnungen 220 alte weichen

„Wir haben vor zweieinhalb Jahren Kosten und Erlöse für die Sanierung eines der Gebäude durchrechnen lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Bauten unter wirtschaftlichen Aspekten nicht zu modernisieren sind“, sagt Dieter Vetter. Der SWG-Geschäftsführer führt verschiedene Gründe für den geplanten Abriss an. Die Häuser waren um 1950 herum gebaut worden, um Wohnraum für die Beschäftigten der wachsende Volkswerft zu schaffen. Viele der Wohnungen haben kleine Zuschnitte mit zwei bis drei Zimmern. Oft gibt es nur Minibäder mit Badeöfen oder gar nur eine Toilette mit Waschbecken. Dazu kommen Holzbalkendecken, die Geräusche kaum gedämpft durchlassen. „Allein die räumliche Enge lässt so gut wie keinen Umbau unter heutigen Standards zu“, sagt Vetter.

Dieser Zustand blieb nicht ohne Folgen. Viele Fenster sind heute blind. Wohnungen, die durch Auszug frei wurden, wurden nicht wieder vermietet, seit klar war, dass abgerissen werden soll. Derzeit wohnen in der Reiferbahn nur noch 42 SWG-Mieter, die zumeist auf die niedrigen Mieten angewiesen sind.

„Wir wissen um die besondere soziale Situation an der Reiferbahn“, betont der SWG-Geschäftsführer. Deshalb plant die Wohnungsgesellschaft, eines der neuen Gebäude mit 25 bis 30 Sozialwohnungen zu errichten. Von außen dem künftigen Wohnensemble angepasst, soll das nicht erkennbar sein. Innen wird es jedoch andere Standards geben, wie etwa kleinere Raumzuschnitte, die kostengünstiges Wohnen ermöglichen sollen. „Ziel ist es, hier bei der Kaltmiete nicht über 5,50 Euro je Quadratmeter zu kommen“, so Vetter.

Zum Vergleich: Der Trend in der Hansestadt geht nach der Modernisierung wegen der hohen Baukosten zu über acht Euro. In diesem Bereich werden auch die anderen neugebauten Wohnungen an der Reiferbahn angesiedelt sein. Dafür soll es dann aber auch den technisch neuesten Standard für Wohnen und Energieeinsparen geben.

Wie die Häuser aussehen werden, ist gegenwärtig Gegenstand der Gespräche von Stadtplanung SWS und Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund (SES). Gemeinsam wird an einem städtebaulichen Konzept gearbeitet, denn die Reiferbahn liegt im äußeren Sanierungsgebiet der Hansestadt. „Unser Anliegen ist es, vier Etagen zu bauen, wenn möglich, mit fünftem Staffelgeschoss“, erklärt Dieter Vetter. Erst dann lohne sich der Einbau von Fahrstühlen, lasse sich das Konzept von barrierearmen und -freien Wohnungen umsetzen.

Bis diese an der Reiferbahn bezugsfertig sind, wird noch etwas Zeit vergehen. Ab Anfang 2020 soll innerhalb von drei Jahren alles errichtet werden. Die SWG plant mit Baukosten von um die 20

Millionen Euro. Die drei Jahre sind nötig, weil in der Zwischenzeit nicht nur das Projekt durchgeplant werden soll, sondern die Reiferbahn als Straße selbst erst noch modernisiert werden muss. „Bevor gebaut wird, werden in Abstimmung mit der Stadt und den Stadtwerken erst alle Leitungen im Untergrund erneuert und abschließend der Straßenbelag“, gibt der SWG-Geschäftsführer vor. Bis dahin, so versichert Dieter Vetter, werde man mit den verbleibenden Mietern im Gespräch bleiben und ihnen im Fall eines Freizugs Wohnungen anbieten oder den Rückzug ermöglichen, wenn das gewünscht und leistbar ist.

Jörg Mattern

Mit einem Projekt sollen Jugendliche umfassende Einblicke in verschiedene Jobs erhalten – fern von den Klischees um Frauen- oder Männerberufe.

12.05.2017

Gymnasiasten nehmen an Mathe-Wettbewerb teil

12.05.2017

Patchworkgruppen aus ganz MV treffen sich morgen im Berufsförderungswerk Stralsund. Zu dieser Veranstaltung im Saal C1 sind Gäste zwischen 10 und 16 Uhr herzlich eingeladen.

12.05.2017
Anzeige