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Stralsund Reizvolle Klangfarbenwelt
Vorpommern Stralsund Reizvolle Klangfarbenwelt
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00:01 02.05.2016

Mit dem achten und letzten Kammerkonzert hat der Förderverein Klinikumskirche Stralsund am Freitag seine Jubiläums-Spielzeit 2015/2016 beendet. Natürlich standesgemäß, also mit dem Anspruch, das Besondere vor allem hinsichtlich variabler Besetzungen, junger, meist preisgekrönter Interpreten und eines jeden Mainstream meidenden Repertoires als schöne Normalität zu präsentieren. So auch am letzten Freitag, als das Kaikias-Trio in der nicht eben gängigen Besetzung von Oboe (Juri Schmahl), Horn (Kristian Katzenberger) und Klavier (Philipp Heiß) für neue Klangerfahrungen sorgte. Der sympathische Nebeneffekt solcher Besetzungen: Sie veranlassen zu Programmen, in denen sich große Meister von wenig bekannter Seite zeigen und die nicht ganz so Großen mit oft erstaunlichen Meisterleistungen auf sich aufmerksam machen können. Für erstere standen Robert Schumann (Drei Romanzen für Oboe und Klavier op. 94; Adagio und Allegro für Horn und Klavier op. 70) und seine Frau Clara (Drei Romanzen für Oboe und Klavier op. 22), für Letztere der seinerzeit als Komponist, Dirigent und Hochschullehrer sehr geschätzte und dezidiert traditionsorientierte Robert Kahn (1865-1951; Serenade op. 73 für Oboe, Horn, Klavier) sowie der ebenfalls lehrende und mit umfangreichem Werkverzeichnis beeindruckende Brahms-Verehrer Heinrich von Herzogenberg (1834-1900; Trio op. 61). Kein Wunder also, dass es ausgesprochen romantisch zuging und die drei Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2015 alle Möglichkeiten klangfarbengesättigten Musizierens zu nutzen wussten: zu dritt mit auch dynamisch fein abgestimmtem Ensemblespiel und hinsichtlich solistischer Bläserleistungen mit allen Raffinessen raumfüllend klangintensiver Tongebung.

Also auch kein romantischer Einheitsbrei. Dafür energiegeladene melodische Stringenz, leidenschaftliche Gestik, empfindsame Lyrik, musikantische Verspieltheit und mitreißende Vitalität. Und dies bei allen Werken, was bei den beiden Schumanns schöne Bestätigung war, hinsichtlich eines Kahn und Herzogenberg aber sehr bereichernden Entdeckungen gleichkam. Übrigens: „Kaikias“ ist einer der antiken griechischen Wind-Götter und für den Nordostwind zuständig; Synonym für lebhaftes Musizieren? Warum nicht!

Von Ekkehard Ochs

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