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Rentner im Temporausch: Polizei warnt vor Unfällen mit E-Bikes

Stralsund Rentner im Temporausch: Polizei warnt vor Unfällen mit E-Bikes

Besonders ältere Menschen sind mit Elektrorädern deutlich schneller unterwegs als auf einem normalen Rad. Die Zahl der Unfälle nimmt stark zu.

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Ausweis und Rahmennummer, bitte! Polizeimeisterin Carolin Schulze überprüft, ob das Fahrrad als gestohlen gemeldet worden ist. Hier war aber alles in Ordnung. Zum Auftakt der themenorientierten Verkehrskontrollen für Radler stellte die Polizei in Stralsund 66 Verstöße fest.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Stralsund. Senioren mit Speed auf zwei Rädern: Wegen des E-Bike-Trends rechnet die Polizei in Zukunft mit mehr schweren Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind. „Wer auf einem E-Bike oder Pedelec unterwegs ist, bewegt sich in ganz anderen Geschwindigkeitsverhältnissen durch den Straßenverkehr“, sagt der Chef des Stralsunder Polizeireviers, Dietmar Grotzky.

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Besonders ältere Menschen sind mit Elektrorädern deutlich schneller unterwegs als auf einem normalen Rad. Die Zahl der Unfälle nimmt stark zu.

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Besonders ältere Menschen, bei denen Pedelecs beliebt sind, seien so deutlich schneller auf dem Radweg unterwegs als mit einem normalen Fahrrad. Grotzky: „Mit einem Elektrorad fahren noch viele über 60-Jährige mit einem Tempo von mehr als 20 Kilometern pro Stunde.“ Trotzdem würden die meisten älteren Menschen auf einen Helm verzichten. „Auch für diese Räder gibt es keine Helmpflicht.“ Als Pedelecs werden Elektrofahrräder bezeichnet, bei denen der Fahrer zwar nach wie vor selbst in die Pedale treten muss, dabei aber von einem Elektroantrieb unterstützt wird. So, als würde man mit kräftigem Rückenwind Rad fahren. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 25 Kilometer pro Stunde begrenzt. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ereigneten sich bundesweit im vergangenen Jahr ein Drittel mehr Pedelec-Unfälle mit Verletzten als noch 2014. Rund 65 Prozent würden von Senioren verursacht. Grotzky: „Wir müssen das weiter beobachten.“

Radfahrer stehen in Vorpommern in diesem Monat im Rahmen der monatlich wechselnden themenorientierten Verkehrskontrollen unter besonderer Beobachtung der Polizei. Dabei wollen die Ordnungskräfte nicht nur verstärkt eingreifen, wenn Radler gegen Verkehrsregeln verstoßen, sondern auch mit einigen Mythen aufräumen. So sei vielen Menschen zum Beispiel immer noch fremd, dass ein Radfahrer, anders als ein Fußgänger, auf einem Zebrastreifen keinen Vorrang hat, wenn er nicht absteigt“, sagt die Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums in Neubrandenburg, Carolin Radloff.

Am Mittwoch, zum Auftakt der Kontrollaktion, waren in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte, die zum Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg gehören, insgesamt 113 Polizisten an verschiedenen Kontrollstellen im Einsatz. Im Landkreis Vorpommern-Rügen stellten sie 125 Verstöße (Stralsund: 66) fest.

Fahrradfahrer sind nach Angaben der Polizei etwa an einem Fünftel aller Verkehrsunfälle beteiligt. Wenn Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, haben sie den Unfall der Polizei zufolge in der überwiegenden Zahl der Fälle selbst verursacht oder sind gestürzt, ohne dass jemand anderes daran beteiligt war. „Die größte Gefahr sind Kopfverletzungen“, betont Radloff.

Zwei Tote bei Radunfällen

193 Unfälle gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Vorpommern-Rügen, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Damit ist ein Radfahrer von etwa jedem fünften Unfall betroffen. Dabei wurden zwei Menschen getötet. Insgesamt ereigneten sich 2015 in der Region 989 Unfälle .

147 mal waren Radler im gleichen Zeitraum an Zusammenstößen allein auf dem Gebiet der Hansestadt Stralsund sowie den Gemeinden Kramerhof, Lüssow und Wendorf beteiligt.

Von Benjamin Fischer

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