Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Ribnitzerin näht Taschen für kleine Patienten
Vorpommern Stralsund Ribnitzerin näht Taschen für kleine Patienten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 20.02.2017
Die Ribnitzerin Ursula Mauritz (63) sitzt täglich an ihrer Nähmaschine im Wohnzimmer. FOTOS (2): ANIKA WENNING

Täglich sitzt Ursula Mauritz in ihrem Wohnzimmer an ihrer Nähmaschine. Auf ihrem Tisch stapeln sich kleine Taschen und bunte Vögel aus Stoff für die Kinderonkologie in Greifswald. „Die kleinen Vögel können sich die Kinder ans Bett hängen“, berichtet die Ribnitz-Damgartenerin. „Ich habe schon eine große Kiste mit Taschen und Vögeln nach Greifswald geschickt.“

Die 63-jährige Ursula Mauritz unterstützt die Kinderonkologie in Greifswald

Die Idee, den kleinen Patienten eine Freude zu bereiten, sei während ihres Reha-Aufenthaltes nach einer Knie-Operation Ende vergangenen Jahres entstanden. In der Reha-Klinik in Ahrenshoop lernte die gebürtige Oldenburgerin, die seit August 2014 in Ribnitz lebt, eine Dame aus Grimmen kennen, die schon seit vielen Jahren für die Patienten der Kinderonkologie der Universitätsmedizin in Greifswald Socken strickt. Ursula Mauritz war begeistert und entschloss sich kurzerhand mitzumachen. „Ich möchte den Kindern eine kleine Freude bereiten“, sagt die Ribnitz-Damgartenerin.

Dabei leidet die 63-Jährige selbst unter Depressionen und hat eine seltene Autoimmunerkrankung. „Seit zwei Jahren bin ich fast nur zu Hause. Wenn ich unter Menschen bin, ist die Ansteckungsgefahr einfach zu hoch“, berichtet die Ribnitz-Damgartenerin. Die Jahre davor sei sie immer wieder krank gewesen, bis ihre Ärztin die Notbremse zog. Sie habe ihr geraten, Gruppen zu meiden.

Mit dem Nähen hat die 63-Jährige bereits vor 20 Jahren angefangen. Ihr Mann habe ihr damals eine Nähmaschine geschenkt. „Seitdem ich nur noch zu Hause bin, nähe ich sehr viel. Ich würde auch gerne mal einen Nähkurs machen, aber das kann ich wegen meiner Erkrankung leider nicht“, sagt Ursula Mauritz.

Für die kleinen Patienten zu nähen, bereite ihr sehr viel Freude. Bisher habe sie die bunten Kinderstoffe selber bezahlt, eine Stoffspende hat sie von ihrer Vermieterin bekommen. Nun hofft sie auf weitere Spenden (siehe Infokasten). Denn kurz vor Ostern möchte Ursula Mauritz erneut nach Greifswald fahren, um ihre genähten Taschen und Vögel zu übergeben. Möglichst viele möchte sie bis dahin schaffen. „Es wäre natürlich auch schön, wenn man in jede Tasche eine kleine Osterüberraschung stecken könnte, zum Beispiel einen Schoko-Osterhasen. Vielleicht finden sich dafür ja auch Sponsoren“, sagt die Rentnerin.

Die Mitarbeiter der Kinderonkologie in Greifswald freuen sich über die kleinen Geschenke für die Patienten. „Es gibt mehrere Damen, die für die Kinder und Jugendlichen stricken und nähen“, berichtet Schwester Dagmar Riske. „Die kleinen Geschenke bekommen die Patienten als Belohnung für ihre Tapferkeit, wenn ihnen Blut abgenommen wurde. Größere Geschenke gibt es zu besonderen Anlässen, beispielsweise zum Geburtstag, zum Nikolaus oder an Weihnachten. Die Kinder freuen sich immer sehr darüber.“

Auf der Kinderonkologie werden Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems behandelt.

Sponsoren gesucht

Wer noch Stoffe oder auch Stoffreste übrig hat, kann sich bei Ursula Mauritz melden. Sowohl einfarbige Baumwollstoffe als auch Stoffe mit bunten Mustern für Kinder kann die Ribnitz-Damgartenerin sehr gut gebrauchen. Sie näht daraus Taschen und kleine Vögel für die Patienten der Kinderonkologie in Greifswald. Da ihr allerdings selbst die finanziellen Mittel fehlen, um die Stoffe zu bezahlen, hofft sie nun auf Unterstützung.

Kontakt: Ursula Mauritz, Gänsestraße 22 in Ribnitz-Damgarten oder ☎ 03821/8693880.

Anika Wenning

Mehr zum Thema

In der Langen Straße 13 wurden nach über 70 Jahren Patientenbücher entdeckt

16.02.2017

Auf einer Insel fernab von Rügen feiert Wolfgang Lippert heute seinen 65.

16.02.2017

Auf der Boddeninsel Koos leben nur noch zwei Familien – ohne Trinkwasserleitung vom Festland

18.02.2017

Vortrag über das Restless-Legs-Syndrom am Hanseklinikum

20.02.2017

Redaktions-Telefon: 03 831 / 206 756, Fax: - 765 E-Mail: lokalredaktion.stralsund@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: Montag bis Freitag: 10 bis ...

20.02.2017

Ulrich Schneider, Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sprach im Stralsunder Brauhaus

20.02.2017
Anzeige