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Stralsund/Parow Robben, keulen, schwitzen ...

Die Rekruten Anna-Lena Drafke und Lukas Keitel lassen sich bei ihrer Grundausbildung filmen. Mit der Reality-Doku wirbt die Bundeswehr um dringend benötigten Nachwuchs.

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Über den Boden zu robben, gehört zur Grundausbildung der Soldaten dazu.

Quelle: Fotos: Stefan Sauer

Stralsund/Parow. „Was ist denn das für ein Schneckentempo. Geben Sie mehr Gas!“ Die Ausbilder an der Hindernisbahn der Marinetechnikschule Parow kennen kein Pardon. Die 19-jährige Rekrutin Anna-Lena Drafke pumpt. Drei Mal nimmt sie Anlauf auf die 2,10 Meter hohe Eskaladierwand. Doch immer wieder rutscht die zierliche Frau am nassen Holz ab, bis ein Ausbilder Gnade zeigt und sie vorbei zum nächsten Hindernis, der Drahtgasse, winkt.

OZ-Bild

Die Rekruten Anna-Lena Drafke und Lukas Keitel lassen sich bei ihrer Grundausbildung filmen. Mit der Reality-Doku wirbt die Bundeswehr um dringend benötigten Nachwuchs.

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Anna-Lena Drafke gehört zu den zwölf Rekruten, mit denen die Bundeswehr seit gestern in der täglichen Reality-Dokumentation „Die Rekruten“ für eine militärische Ausbildung wirbt. Gezeigt werden die Filme auf dem Online-Video-Portal YouTube.

Ein Kamerateam begleitet die 19-Jährige und ihre Kameraden über zwölf Wochen hautnah – vom Aufstehen bis zum Abend. „Die Serie soll die Ausbildung der Rekruten mit allen Höhen und Tiefen abbilden“, sagt der Kommunikationschef der Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus. Er verspricht einen ungeschönten Blick in den Soldatenalltag: „Es gibt kein Skript, unser Skript ist der Ausbildungsplan.“

Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht muss die Bundeswehr wie jeder andere Arbeitgeber um Nachwuchs werben. Und der wird immer knapper: Vor allem bei der Marine seien mehrere hundert Stellen vom Elektroniker bis zum Techniker zu besetzen. Nun geht die Bundeswehr mit der Dokumentation in die Kanäle, die von jungen Menschen genutzt werden: das Online-Portal Youtube, das soziale Netzwerk Facebook sowie Instagram und Snapchat.

Gedreht wird an der Marinetechnikschule (MTS) Parow, der größten marinen Ausbildungsstätte in Deutschland, wo rund 1200 Menschen pro Jahr ihre Grundausbildung absolvieren. Die Bundeswehr hatte Medienvertreter eingeladen, um mit Rekruten und Ausbildern zu sprechen.

„Ich kann das restlos weiterempfehlen. Mir macht das riesigen Spaß“, berichtet Anna-Lena Drafke über ihr Soldatensein. Nach ihrer Grundausbildung strebt die Osnabrückerin eine Karriere als Obermaat an. Über die schwierigen Seiten des Soldatenberufes werde gesprochen, sagt sie. Auslandseinsätze? Klar, das sei Thema mit den Ausbildern, auf der Stube. Vor der Kamera aber bislang nicht, räumt sie ein. Als YouTube-Star sieht sich Drafke nicht. „Ich stehe ein klein bisschen im Fokus und versuche, das was wir hier machen, den Menschen draußen zu zeigen.“ Auch Tränen fließen, gibt Anna-Lena zu.

Sich später weinend im Film zu sehen, sei etwas unangenehm.

Der 18-jährige Lukas Keitel ist begeistert von den Dreharbeiten. „Meine Freunde finden es voll cool, dass sie sehen können, was wir hier machen, wie unser Alltag aussieht, was in der Grundausbildung steckt“, sagt er. Er glaube, dass es hinterher noch richtig Spaß machen werde, sich die Videos angucken zu können. Beide sagen, dass ihre Berufswahl in ihrem Umfeld akzeptiert sei.

Die Doku und deren Kosten waren im Vorfeld von Politikern der Grünen und Linken kritisiert worden. Stabsgefreiter und Ausbilder Niels Neubert findet nicht, dass die Serie das Soldatenleben verharmlost. „Wir bilden ganz normal nach unserem Ausbildungskonzept aus.“ Nichts sei geschönt. Außerdem würde man nach einer kurzen Zeit die Kameras vergessen. „Dadurch, dass sie so klein sind, nimmt man sie nicht mehr wahr.“

Noch vor dem Start der ersten Folge wurde der Trailer im Netz mehr als eine Million Mal angeklickt. Acht Millionen Euro lässt sich die Bundeswehr die zwölfwöchige Serie inklusive der Begleitung durch Plakate, Radiospots, über Facebook und Instagram kosten. Kommunikationschef Feldhaus zeigte sich mit den ersten Reaktionen zufrieden.´

Zwölf Rekruten zeigen Einblicke in ihren Alltag

1800 Rekruten wurden bis zum Aussetzen der Wehrpflicht jährlich an der Marinetechnikschule Parow ausgebildet. Danach sank die Zahl.

Aktuell sind es 1200 pro Jahr.

8 Millionen Euro zahlt die Bundeswehr für die Imagekampagne: 1,7 Millionen Euro für die Produktion der Dokumentation, 6,2 Millionen Euro für Plakate, Radio-Spots sowie begleitende Kampagnen im sozialen Netzwerk Facebook und auf Online-Diensten wie Instagram und Snapchat.

In der Reality-Dokumentation werden zwölf Rekruten aus Parow – darunter zwei Frauen – während ihrer Grundausbildung begleitet und gefilmt.

Martina Rathke

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