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Rolli-Marathon bis zum Meer

Bergen Rolli-Marathon bis zum Meer

In Binz können Behinderte mit dem Rollstuhl fast bis zur Wasserkante fahren.

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Stammgast in Binz: Helge und Brigitte Dobiasch reisen oft aus Kiel an, um mit dem Rollstuhl bis nah ans Wasser zu gelangen.

Quelle: Kay Steinke

Bergen. Der 23-jährige Helge Dobiasch verbringt seinen Urlaub regelmäßig in Binz — dort kann der Behinderte auf Hartgummimatten mit seinem motorisierten Rollstuhl bis fast an die Wasserkannte fahren. Doch nicht alle Strände auf der Insel verfügen über behindertenfreundliche Strandzugänge.

Ein kleines Grill-Camp mit Stühlen, Tischen, Gemüse und Fetakäse — was für andere Strandbesucher selbstverständlich ist, kann Helge Dobiasch bisher nur im größten Ostseebad der Insel genießen. In seiner Heimat Kiel oder in anderen Ostseebädern geht dies laut Angaben der Mutter Ulrike Dobiasch nicht so gut. Ein Grund für die Familie, regelmäßig nach Binz zurückzukommen.

„Für unsere speziellen Bedürfnisse ist es bei der Strandbar 28 optimal”, sagt Ulrike Dobiasch. „Es gibt wahrscheinlich noch Strandzugänge, die breiter sind. Aber hier kommen wir zusammen fast runter an die Wasserkante. Früher konnte ich mit Helge noch ins Wasser gehen. Das geht heute leider nicht mehr“, erklärt die Mutter. Helge kann fast nur noch seine Finger bewegen, weil er von Geburt an mit einer fortschreitenden Muskelerkrankung kämpft. Auf der Strandpromenade und auf den Matten kann der junge Mann dennoch bestimmen, wo es lang geht.

„Das Thema Barrierefreiheit wird immer wichtiger für unsere Gäste und ist für alle künftigen Investitionen ein Muss“, sagt Kurdirektor Knut Schäfer. Momentan verfüge Binz über sechs behindertenfreundliche Zugänge. „Wir planen, die zwei Strandzugänge an der Seebrücke im nächsten Jahr ebenfalls behindertenfreundlich zu gestalten“, sagt Schäfer. Der Umbau weiterer zentraler Zugänge soll in den kommenden Jahren folgen. Ob mit Hartgummimatten oder einer Plattform zum Abstellen der Rollstühle sei bisher noch offen. Besucher, die bis ans Wasser fahren wollen, können im Haus des Gastes einen Strandrollstuhl bestellen.

Zwei solcher Gefährte will auch Göhrens Kurdirektor Jörn Fenske anschaffen. „Leider ist es ohne Hilfe noch nicht möglich, direkt bis ans Wasser zu kommen, so dass Behinderte bisher noch an den Rollstuhl gefesselt sind“, sagt Fenske. Abhilfe sei aber bereits in Planung. So sollen neben den zwei bestehenden barrierefreien Strandzugängen zwei weitere gebaut und mit Strandmatten bis zum Wasser verlängert und miteinander verbunden werden. „Als Kurort, der mit dem Thema Gesundheit umgeht, wollen wir den Strand für alle Urlaubsgäste erlebbar machen“, erklärt Fenske, der die Kosten für die neuen Zugänge auf 20 000 bis 25 000 Euro beziffert. Finanziert werden sollen diese über die Kurabgabe. „Die Genehmigungen haben wir, der Baubeginn ist entweder noch in diesem Jahr oder im Frühjahr des nächsten Jahres geplant, wenn es die Witterung zulässt“, sagt Fenske.

In Sellin kommen Rollstuhlfahrer zwar mit einem Aufzug an der Seebrücke und zwei barrierefreien Abgängen bis zum Strand, von dort geht es allerdings nicht weiter.

Barrierefreie Strände

20 000 bis 25 000 Euro kostet der Neubau zweier barrierefreier Strandzugänge im Ostseebad Göhren, die bis zur nächsten Saison fertiggestellt werden sollen. Finanziert werden sie über die Kurabgabe.

2015 bis 2016 soll die Strandpromenade vom Ostseebad Binz nach Prora barrierefrei ausgebaut werden. Die zwei Strandzugänge an der Seebrücke in Binz sollen bereits im nächsten Jahr behindertenfreundlich gestaltet werden.

 

Stefanie Büssing und Kay Steinke

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