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Stralsund Rügen: Hochuferweg am Kieler Bach weggebrochen
Vorpommern Stralsund Rügen: Hochuferweg am Kieler Bach weggebrochen
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00:25 24.04.2018
Ausgelöst wurde der Abbruch durch das Schmelzwasser der vergangenen Wochen.Ingolf Stodian, Nationalpark Jasmund
Sassnitz

Die Kreideküste Rügens hat wieder ihr wildes Gesicht gezeigt. Vermutlich in den Morgenstunden des Sonntags rutschten südlich der Ernst-Moritz-Arndt- Sicht Erdmassen ab und rissen Teile des Hochuferwanderweges mit sich. „Der Weg ist auf zehn Meter Länge und drei Meter Breite abgerutscht“, beschreibt Ingolf Stodian vom Nationalpark Jasmund. „Auch sechs Bäume hat es den Hang hinuntergetragen“, sagt der Dezernent und Leiter des Jasmunder Amtes. „Ihr Wurzelwerk hat dann etwa ein Drittel des Weges mitgerissen.“ Mitarbeiter des Nationalparks hätten die Stelle sofort mit Signalband abgesperrt und begonnen, den Hochuferweg ein Stückchen ins Innere des Nationalparks zu verlegen.

Am Wochenende rutschten Teile des bei Wanderern beliebten Weges in die Tiefe. Das Nationalparkamt hat die Gefahrenstelle gesperrt.

„Ausgelöst wurde der Abbruch durch das Schmelzwasser der vergangenen Wochen“, erklärt Stodian. „Wie wir jetzt feststellen konnten, liegt die Abbruchstelle in einer Sandlinse. Das Schmelzwasser wurde durch eine Mergelschicht gestaut und hat den Sand quasi ausgespült.“ Solche Sandvorkommen gibt es mehrere am Hochuferweg, wo sie genau liegen, sei aber nicht immer vorhersagbar.

„Man darf sich die Küste nicht als einheitliche Schichtung vorstellen“, weiß Manfred Kutscher, langjähriger Mitarbeiter des Nationalparks. „Es gibt Kreide, Mergel und Sandvorkommen an der Steilküste.

Die wurden aber durch die letzte Eiszeit übereinandergeschoben, gekippt und auch zerrissen.“

Insgesamt vierzehn solcher Sandlinsen sind dem Nationalparkamt bekannt. Hier droht Gefahr nicht nur durch das Wasser der Schneeschmelze, sondern auch durch Winderosion. „An diesen Risikostellen haben wir den Hochuferweg bereits ins Landesinnere verlegt“, so Stodian. „Der jetzige Abrutschbereich hat uns allerdings überrascht. Es deutete nichts auf einen Abrutsch hin.“

Ein Problem bei einer Verlegung der Wege stelle aber das unvernünftige Verhalten mancher Besucher dar. „Die alten Trampelpfade werden immer wieder genutzt, ganz gleich, wie wir sie sperren.“

Totholz-Barrieren würden sorgfältig weggeräumt, Warnschilder ignoriert. „In einem besonders schweren Fall wurde ein illegaler Abgang sogar mit einer Motorsäge verbreitert“, erinnert sich Stodian zurück.

Manfred Kutscher vermutet sogar, dass die Trampelpfade, die zum Teil bis dicht an die Kliffkante führen, zu weiteren Abbrüchen beitragen. „In diesen Rinnen verdichtet sich die Erde und der Wasserablauf verändert sich“, sagt er.

Man könne nur immer wieder appellieren auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, meint Stodian. Er ist überzeugt, dass der Hochuferweg trotz des Abrutsches am Wochenende noch als sicher zu betrachten ist „Das ist in jedem Fall der sicherste Weg, die Steilküste zu erleben“, so Stodian. „Wir kontrollieren regelmäßig den Zustand der Küsten, auch mithilfe einer Drohne“, sagt er. „Auf den Wegen droht in der Regel keine Gefahr. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nie.“

Man müsse immer bedenken, dass die Steilküste des Nationalparks auch ein geologisches Erbe habe und sich in ständiger Veränderung befände. „Abrutschungen und Abbrüche sind für diese Küste normal“, erläutert Stodian die Vorgänge. „In den 1980er Jahren gab es hier sogar Abbrüche, die bis zu 150000 Kubikmeter Material mitgerissen haben. Der letzte große Abbruch stammt aus dem Jahr 2011.“

Anne Ziebarth

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