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Stralsund Rügener Gastronomen: „Wir brauchen die Fischer“
Vorpommern Stralsund Rügener Gastronomen: „Wir brauchen die Fischer“
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19:48 13.04.2018
Nicolle und Mathias Schilling vor ihrem Restaurant Schillings Fischhaus auf Rügen sind Ideengeber für die Marke „Hiddenseer Kutterfischer“. Quelle: Christian Rödel
Stralsund

Ganz frisch können Nicolle und Matthias Schilling Hering, Dorsch und Scholle in ihrem „Fischhaus“ in Schaprode verarbeiten. Denn Kutterfischer  landen ihren Fang direkt vor ihrer Haustür in dem kleinen Rügener Inselhafen an. „Wir brauchen die Fischer“, sind sich die beiden Gastronomen sicher. Nicht nur, weil heimisches Meeresgetier auf der Speisekarte bei ihren Gästen hoch im Kurs steht.  Sondern auch, weil das Boote-Flair die Urlauber anzieht. „Wir müssen etwas tun, damit die Küstenfischer überleben“, sagt Matthias Schilling. Mit Freunden hat er eine Marke entwickelt - authentisch und exklusiv. Als „Hiddenseer Kutterfisch“ kommt der Hering in die Dose - zum stolzen Preis von 3,95 Euro. „Die Fischer erhalten doppelt so viel für ihren Fisch wie beim Großhändler“, berichtet Schilling. 17 000 Dosen hat der Verein im vorigen Jahr schon verkauft, dieses Jahr werden es dreimal so viele sein. Denn: Das Berliner Nobel-Kaufhaus KaDeWe und der Premium-Versand  Manufactum in Nordrhein-Westfalen interessieren sich für die Hiddensee-Konserven. 

Mathias Schilling gewann mit dem „Hiddenseer Kutterfisch“-Verein einen der begehrten ADAC-Tourismuspreise, die zum Saisonauftakt in Stralsund vergeben wurde.

„Eine Superidee, die nicht nur die Fischer unterstützt, sondern auch dem Tourismus nutzt“, befand Ralf Trimborn vom ADAC Hansa in Hamburg, der zum Saisonauftakt der Tourismuswirtschaft in Stralsund die diesjährigen ADAC-Tourismuspreise übergab. „An der Spitze war es sehr eng“, betonte Trimborn, als Matthias Schilling unter dem Jubel der mehr als 250 Gäste in der Störtebeker Braumanufaktur den zweiten Preis entgegennehmen konnte.

Die eigentliche Trophäe - eine Vinylplastik in Form eines stilisierten hanseatischen Giebelhauses - hatte das Hotel Schloss Fleesensee (Mecklenburgische Seenplatte) mit seiner „Organic“-Initiative gewonnen. Denn das 250 Hektar große Fleesensee-Resort setzt neuerdings auf eigene Landwirtschaft. Am Rande der Golfplätze wurden Obstbäume gepflanzt, ein Gewächshaus gebaut, Beete angelegt. „Die Gäste lieben es, wenn unser Küchenchef morgens  vom Hochbeet auf der Terrasse die Kräuter holt“, berichtet Hotelchef Harald Schmitt. „Sie sind begeistert, wenn sie sehen, dass wir das Gemüse selbst anbauen, das sie später auf dem Teller haben.“ Und das sei schon eine ganze Menge: Salat, Möhren, Kohl, Rote Bete, Fenchel, Paprika. Die Hühner könnten gar nicht so schnell legen, wie die Eier mit den grünen Schalen beim Frühstücksbuffet vergriffen sind. Sogar eine Herde Angus-Rinder mit besonders schmackhaftem Fleisch wurde angeschafft.

Mit Fleisch und Wurst von eigenen Öko-Höfen punktet auch die Stralsunder Nordmann-Gruppe in ihren Braugasthöfen. Zum Saisonauftakt-Event in der Alten Brauerei tafelte Küchenchef Marko Vooth aber vor allem Produkte von Partnern aus der Region auf: Lammkeule vom Schäfer aus Sundhagen, Spitzkohlauflauf mit Bärlauch, Desserts aus Rügens „Inselfrische“-Molkerei Poseritz. Den ersten Bärlauch im Putbuser Gutspark hat der 38-Jährige schon geerntet, „da lag noch Schnee“, erzählt der leidenschaftliche Rüganer, der in Samtens wohnt. „Für frischen Bärlauch, ein echtes Naturprodukt, mache ich nach Feierabend schon mal einen kleinen Umweg.“

Ehlers Elke

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