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Stralsund Video: Sanierung von Stralsunder Klosteranlage
Vorpommern Stralsund Video: Sanierung von Stralsunder Klosteranlage
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06:03 03.11.2018
Die einstige Taubstummenanstalt auf dem Gelände des Joahnnisklosters wird einem Neubau für die Verwaltung des Stralsunder Stadtarchivs weichen müssen. Quelle: Miriam Weber
Stralsund

Großes Aufräumen im Johanniskloster. Im Rahmen der umfangreichen Sanierungsarbeiten des einstigen Franziskanerklosters werden Gebäude weichen müssen. Dazu zählt die ehemalige Taubstummenanstalt, die im Jahr 1829 erbaut wurde. „80 Prozent der Baukonstruktion sind durch Schwamm und Fäulnis zerstört“, erklärt Architektin Petra Kottke. „Wir können das Haus, das sich auf der Fläche des ehemaligen Ostflügels des Klosters befindet, nicht halten.“ Das Fachwerkhaus war Taubstummenanstalt, Armenhaus und Wohnhaus. Seit der Nutzung des Johannisklosters durch das Stadtarchiv befanden sich dort Personal- und Sozialräume. Wegen des schlechten Zustands des Hauses wurde es vor einigen Jahren leergezogen.

Zum Ende der kommenden Woche wird das Haus eingerüstet und dann per Hand abgebrochen, „weil wir hier kein schweres Gerät platzieren können“, wie Petra Kottke erklärt. Bis zum Ende des Jahres soll der Rückbau abgeschlossen sein. Künftig wird an dieser Stelle das neue Verwaltungsgebäude des Stralsunder Stadtarchivs stehen. „Es wird eine moderne Formsprache haben, sicher aber in das historische Ensemble einfügen“, schaut die Architektin voraus.

Die Ruine wird wieder Veranstaltungsort

„Unser Ziel ist es, das Johanniskloster für die Zwecke des Stadtarchivs herzustellen und als Klosteranlage wieder öffentlich zugänglich zu machen“, sagt Kerstin Jagusch von der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund (SES). Dazu zählt auch, dass die Chorruine wieder als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Im Moment werden dort abschnittsweise Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. „Bei einer tiefgründigen Sanierung in den 1980er-Jahren sind teilweise Steine genutzt worden, die leider nicht frostbeständig sind. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder passiert, dass Ziegelreste auf den Boden rieselten“, sagt Petra Kottke.

Es gibt also eine Menge zu tun. Risse werden verschlossen und Ziegelsteine, wenn notwendig, ausgetauscht. Die Mauerkrone wird einmal umlaufend überarbeitet, bei den Fensterstürzen und -rippen wird genau hingeschaut und Rostschäden an den Fenstereisen beseitigt. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen bei 240 000 Euro, die aus Städtebaufördermitteln zur Verfügung gestellt werden.

Malereien aus dem 13. Jahrhundert

Auch im sogenannten Handschriftenraum des Johannisklosters geht es mit großen Schritten voran. Dort sind die beiden Stralsunder Restauratoren Annekathrin Hippe und Simon Gebler mit den Wandmalereien aus der Zeit des 13. bis in das frühe 15. Jahrhundert beschäftigt. „Wir versuchen, einen Überblick zu bekommen, welche Schäden es in diesem Raum gibt und katalogisieren die Malereien“, erklärt Simon Gebler. So sieht man an der Ostseite des Raumes eine großflächige Malerei zum Thema „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“. „Wir reinigen, sichern, konservieren und restaurieren teilweise die Malereien“, sagt Annekathrin Hippe.

Die Feuchtigkeit als Feind

Doch wie in vielen anderen Bereichen des historischen Bauwerks ist die wichtigste Maßnahme im Handschriftenraum, die Feuchtigkeit aus den Wänden zu ziehen. Gegründet auf einer ehemaligen Uferbefestigung des Strelasunds und in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach aufgeschüttet, hat die Klosteranlage mit aufsteigender Feuchtigkeit und hoher Salzbelastung im Mauerwerk zu kämpfen. In den Jahren 2015 bis 2017 sind in Vorbereitung auf die Sanierung deshalb wichtige Maßnahmen zur Bestandssicherung und Klimastabilisierung der Wände und Räume durchgeführt worden.

Nach Abschluss er Sanierungsarbeiten haben Besucher im öffentlichen Bereich, den Kreuzgängen, der Sakristei und Kapitelsaal, die Möglichkeit, die Klosteranlage bei einem Rundgang zu erleben und wertvolle Buchbestände in speziellen Klimavitrinen zu bestaunen.

Das 1254 gegründete Kloster im Norden der Altstadt wird derzeit umfassend saniert.

Kloster an der Stadtmauer

1254 ist das Franziskanerkloster St. Johannis im Norden der Altstadt an der Stadtmauer gegründet worden und ist eine der größten Klosteranlagen an der südlichen Ostseeküste.

Seit 1963 wird das Kloster durch das Stadtarchiv genutzt. Im Jahr 2012 wurde entdeckt, dass viele historische Schriften von Schimmel befallen und teilweise unwiederbringlich zerstört waren. Das Archiv wurde geschlossen. Die historischen Bibliotheksbestände wurden ausgelagert und gereinigt und werden nun im neu errichteten Zentraldepot auf der Schwedenschanze sachgerecht aufbewahrt.

Derzeit laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten im Kloster.

Miriam Weber

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