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00:00 29.09.2018
Steinhagen

Als Marlena am Freitagvormittag Birgit Hesse (SPD), Bildungsministerin von MV, das Hausaufgabenheft der Grundschule Steinhagen überreichte, war der Zehnjährigen von ihrem Lampenfieber nichts mehr zu anzumerken. Die Schülersprecherin und ihr Sprecherkollege Luis (9) hatten die Aufgabe übernommen, die Ministerin bei ihrem Schulbesuch zu begrüßen.

Die Schülersprecher der Grundschule Steinhagen Marlena (10) und Luis (9) überreichten Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) bei deren Besuch das schuleigene Hausaufgabenheft, das extra für alle Schüler gedruckt wird. Quelle: Foto: Jörg Mattern

Birgit Hesse, seit zwei Jahren Chefin des Bildungsressorts der Landesregierung, ist seither regelmäßig unterwegs im Land, um Schulen zu besuchen. „Dabei lerne ich selbst am meisten für meine Arbeit“, so die Ministerin.

In Steinhagen führte Schulleiterin Anja Ising ihren Besuch durch das 1964 eröffnete Schulhaus. 137 Mädchen und Jungen werden hier von 12 Lehrern unterrichtet. Seit Ende der Neunzigerjahre wurden hier die Klassenräume mit einem enormen Renovierungsaufwand vom Fußboden bis zur Decke überholt. „Die Unterrichtsräume hinterlassen nicht nur einen freundlichen, sondern vor allem einen farbenfrohen Eindruck“, konstatierte Birgit Hesse. Eine Einschätzung, die auch für das Lehrerzimmer zutrifft.

Steinhagens Bürgermeister Dietmar Eifler (CDU) erklärte, dass die Gemeinde als Schulträger stets dafür gesorgt hat, dass die Schule bedarfsgerecht ausgestattet wurde. „Das ist der gesamten Gemeindevertretung wichtig“, sagte Eifler. Die Gemeinde finanziert sogar auf eigene Kosten eine Sozialarbeiterin an der Grundschule. Eine Schule im Dorf ist eben immer auch ein Standortvorteil für eine Gemeinde.

Und so werden der Ministerin das Computerkabinett mit zwölf Arbeitsplätzen ebenso gezeigt wie die drei Innenhöfe des Gebäudekomplexes. Mit der Kraft des Schulfördervereins und der Gemeinde wurde einer davon zu einem Schulgarten mit vielen Sonnenblumen und Hochbeeten gestaltet, ein anderer zu einem grünen Klassenzimmer. Der dritte harrt noch auf seinen Umbau. Doch die Idee dazu gibt es schon.

Hier, am Rande eines großen Goldfischteiches, könnte nach den Vorstellungen des Fördervereins eine Art Elterngarten entstehen.

Der Ministerin werden auch die Problemecken des Gebäudes nicht vorenthalten. Die alte Schulturnhalle genügt heutigen Standards nicht mehr. Sanieren würde daran wenig ändern. „Ein Neubau muss her, damit wir den Schulstandort sichern“, betont Eifler.

Trotz schön ausgestalteter Klassenräume ist beim Rundgang etwa auf den Schulfluren nicht zu übersehen, dass die bauliche Infrastruktur aus den Sechzigerjahren ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Das Problem: Die Schule steht unter Denkmalschutz. Wärmedämmung von außen kann beispielsweise nicht angebracht werden. Das Gebäude von innen zu dämmen, bedeutet höheren finanziellen Aufwand. Geld, das die Gemeinde angesichts eines klammen Haushalts nicht allein aufbringen kann. Birgit Hesse verweist auf verschiedene Fördertöpfe, fordert aber auch: „Zunächst muss eine Planung vorgelegt werden.“

Diese, so heißt es, liege bereits in groben Zügen vor, müsse jedoch noch auf das Machbare angepasst werden.

Beim Blick in das Hausaufgabenheft der Schule, das Birgit Hesse von den beiden Schülersprechern zur Begrüßung überreicht bekam, stellt die Ministerin etwas Erfreuliches fest. Die Schule gönnt den Kindern eine Zeit des Ankommens vor dem Unterricht. „Zwischen 7.30 und 8 Uhr gibt es kleine Projekte oder Lesezeit, ganz ohne Zensurendruck“, sagt Schulleiterin Anja Ising. Birgit Hesse zeigt sich begeistert. „Eine Entschleunigungsphase, wie ich sie mir für andere Schulen auch wünschen würde.“ Die Ministerin zieht am Ende ihres Besuchs ein durchaus begeistertes Resümee: „Ich habe hier eine Schulleitung und Lehrer getroffen, die für ihre Schule leben.“

Vom Schultyp „Steinhagen“ wurden fünf Schulen gebaut

127 Kinder waren es, die sich am 1. September 1964 erstmals auf den Weg in die Schulstraße machten, um dort im neuen Schulgebäude Steinhagens zu lernen.

Der markante Flachbau mit seinen drei Innenhöfen gab damals einer kleinen Schulbauserie seinen Namen: „Schultyp Steinhagen“. Davon wurden insgesamt fünf Schulen, unter anderem eine in Karlshagen auf Usedom, gebaut. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

In Spitzenzeiten wurden an der Polytechnischen Oberschule „Karl Krull“ 380 Mädchen und Jungen unterrichtet.

Derzeit lernen an der Grundschule in Steinhagen 137 Kinder, die von zehn Stammlehrern und zwei Gastlehrern unterrichtet werden.

Das Einzugsgebiet der Bildungseinrichtung reicht über die Gemeinde Steinhagen hinaus. Kinder kommen unter anderem aus Grünkordshagen, Wendorf oder Lüssow an die Schule, die als sogenannte volle Halbtagsschule konzipiert ist.

Jörg Mattern

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